Kommunikation 4.0 im Unternehmen

Wer diesen Blog regelmäßig liest oder mich persönlich kennt, der weiß schon, dass ich immer auf der Ausschau nach „Waffenbrüdern“ bin, also Kollegen mit ähnlichen Zielen und Ansichten. Heute möchte ich eine der wohl interessantesten Keynotes zum Thema Kommunikation 4.0 im Unternehmen in Deutscher Sprache verlinken.

Nachfolgend ein ca. 40 Minuten langes Video einer Keynote, welche anlässlich der AV Solution Partner Roadshow gehalten wure. Sie erinnern sich vielleicht, dass auch ich schon eine Keynote für eine Roadshow dieser Vereinigung halten durfte (Link und Link).

Und nun ohne viel Verzögerung; lauschen Sie diesem wirklich interessanten Vortrag von Detlef Artlet, dem CEO von aixwox, einem Consultingunternehmen aus Deutschland.

YouTube-Video zum Thema Kommunikation 4.0

Persönliches Fazit

Abgesehen von den gut ausgewählten Videos faszinierte mich, mit welcher Geschwindigkeit sich die Technik und damit die Anforderungen weiterentwickeln. Wenn der Vortragende vom ISDN-Bildtelefon und der Pre-Smartphone-Zeit sprach, so klang das wie aus dem Geschichte-Unterricht, obwohl es doch gerade einmal ca. 10 Jahre her ist. Und wer jetzt meint, dass 10 Jahre ja ohnehin eine Ewigkeit sind, dann erlaube ich mir, daran zu erinnern, dass eine solche Zeitspanne kürzer als die durchschnittliche Lebensdauer der Büroeinrichtung ist! In anderen Worten: Es ist wahrscheinlich nicht das Beharrungsmoment der Menschen, die Innovation erschwert, sondern vielmehr die Trägheit seiner Immobilie bzw. deren Einrichtung. Dies nur so als Gedankenanstoß für die Verantwortlichen des Facility Managements.

Wenn auch Sie dieses Video inspiriert hat, über die Kommunikation im allgemeinen und die Medientechnik im Speziellen nachzudenken, so stehe ich gerne als Ihr Gesprächspartner zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme und wünsche noch einen wunderschönen Sommer.

The Future of Smart Building & Smart Building Security

Es ist mir eine große Freude anzukündigen, dass ich auf der kommenden Smart Building Conference in Amsterdam einer der Hosts einer Podiumsdiskussion sein werde mit dem Titel

INDUSTRY PANEL:
The Future of Smart Building & Smart Building Security

Inhalt:

Wie der Titel vermuten lässt, werden wir uns besonders mit der Sicherheit und auch mit deren Mangel in Smart Buildings beschäftigen. Nicht immer ist die Technik schuld daran, vielmehr „menschelt“ es bei vielen Projekten einfach ein wenig zu viel. Oder liegt es am Kunden, der (noch?) nicht genug Bedenken hat. Wir werden versuchen, diese und andere Fragen zu erörtern; für Spannung ist gesorgt.

Teilnehmer:

Mit mir gemeinsam sind zum jetzigen Zeitpunkt folgende Personen am Podium:

Eliot Lear, Senior Internet Engineer and Policy Expert bei CISCO Schweiz

Sein Profil lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um einen Experten allerhöchster Güte in Sachen Cybersecurity handelt, der federführend bei der Entwicklung von Internetstandards sowie Industriestandards von Cisco ist.

Matthew Marson, Management Consultant von Accenture UK

Als Consultant des Connected Spaces Programms von Accenture, einem der weltgrößten Beratungsunternehmens, ist er ausgewiesener Spezialist in Sachen Smart Buildings. Dass Matthew dabei nicht nur theoretisiert sondern ein Mann der Praxis ist, beweist seine Ausbildung als Architekt und Ingenieur.

Ich freue mich natürlich, mit solchen Spezialisten des Thema „Future of Smart Building & Security“ diskutieren zu können.

Programm
Die Smart Building Conference findet am Vortag des ersten Messetags der ISE statt. Wenn Sie also vielleicht schon einen Tag früher in Amsterdam sind, dann wäre es doch eine tolle Gelegenheit, diesen oder andere Vorträge zu besuchen.

Das vollständige Programm dieses Events können Sie hier finden.

The Future of Smart Building & Smart Building Security at RAI, Amsterdam

This panel will discuss the advancements and innovations that we can look forward to. Also, all the futuristic tech advancements and innovations that make smart buildings possible share a common Achilles heel. Their security model is still stuck in the past. Our panel will discuss the problem—and possible solutions.
Categories: Smart Building, IoT

 

Bericht vom Forum IOT 2016 in Wien

Hier ist er nun, mein Bericht zum Forum IOT 2016, welcher am 9.November 2016 im Wiener Museumsquartier stattfand. Ich lade Sie ein, zum Einstieg ins Thema meinen Vorab-Post zu lesen.

Ein wenig im Stile einer Executive Summary starte ich mit meinem persönlichen Fazit, welches da lautet:

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass dieser Event wahrscheinlich das Beste war, was in Sachen IoT jemals in Österreich passierte.

Aber lassen Sie mich ein wenig präzisieren:

Organisation

Der Veranstalter Seidler Consulting hat es geschafft, die vorhandene Fläche optimal zu nutzen und für die unterschiedlichen Bereiche Ausstellung, Forum/Keynote sowie Workshops die jeweils bestgeeigneten Räume vorzusehen. Die Akkreditierung war im Nu erledigt und schon war man umgeben von vielen Gleichgesinnten. Dass die Parkgarage im Museumsquartier eine der günstigsten in ganz Wien ist, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Programm

Das Forum IOT 2016 trug den Untertitel „ready for digital transformation“ und anders als der Name vermuten lassen würde, enthielt das Programm nicht nur Allgemeines und Politisches. Ganz im Gegenteil, die Agenda spannte einen weiten Bogen von der Politik & Unternehmensumfeld über Anwendungen, Chancen und Risken bis hin zu technischen Hands-On-Workshops, bei denen IoT in Action gezeigt wurde. Natürlich wurde auch IoT-Security thematisiert und ganz ohne Effekthascherei als eine der zentralen Herausforderungen bezeichnet.

Persönliche Highlights

Ohne besondere Reihenfolge eine kleine Auflistung meiner Highlights des diesjährigen Forum IOT 2016:

Digitalroadmap.at von Christian Rupp

Mit unerwartet viel Charme und Power startete der Tag und ließ zumindest für kurze Zeit die allgemein grassierende Politikverdrossenheit in Österreich vergessen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgestellten Programme und Initiativen des offiziellen Österreichs ihren Zweck auch wirklich erfüllen und junge wie etablierten Unternehmen wirklich helfen.

Designing the IoT with Microsoft

Dem Veranstalter ist zu gratulieren, dass ein Kapazunder wie Carl Coken, immerhin globaler Chef aller IoT OEM Agenden von Microsoft (offizieller Titel General Manager, IoT OEM Technical Sales) extra für diesen Event aus den USA angereist ist. Natürlich war es eine „Corporate Presentation“ und man war darauf aus, die IoT-Produkte und Services von Microsoft in bestem Licht zu präsentieren. Aber Microsoft steht hier exemplarisch für alle Großen (Amazon, Google & Co). Ich erlaube mir nochmals auf mein Statement im letzten Blogpost hinzuweisen:

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Die Powerpoint (what else?) von Carl Coken zeigte eindrucksvoll, welche neuen Geschäftsmodelle sich Microsoft für seine Partner und natürlich für sich selbst in Kombination mit IoT so vorstellt. Wer nach diesem Vortrag noch immer glaubt, das IoT irgendwas mit bastelenden SmartHome Nerds ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Going Digital: General Electric und seine Transformation zum digitalen Industrieunternehmen

Noch ein „Kracher“ in Sachen IoT. Die PREDIX Cloud-Plattform für IoT von GE bietet ein vollständiges Ready-To-Use Ökosystem für Firmen an, welche eben nicht bei Adam und Eva anfangen wollen, sondern möglichst schnell auf den Zug aufspringen wollen bzw. müssen. Hier steht das Cloud Foundry Partnerprogramm zur Verfügung, Details hier.

Als Beispiel wurde die Schindler-Gruppe genannt, allseits bekannt für Aufzüge und Rolltreppen. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit sollen nun über 200.000 Anlagen binnen 6 Monate (!) an die PREDIX-Cloud angeschlossen werden; der Endausbau liegt bei mehr als 1 Mio Anlagen. Die Gründe sind die durchaus bekannten: Neue Geschäftsmodelle wie z.B. Aufzüge werden nicht mehr verkauft, sondern der Kunde zahlt nach beförderten Personen oder auch 50% Einsparungen bei den Servicekosten durch Anlagen, die per IoT rechtzeitig auf Servicebedarf hinweisen.

Natürlich hat General Electric auf seine „Einser-Referenz“ hingewiesen. Es ist sind dies Flugzeugturbinen von Rolls-Royce, welche es dem Hersteller erlauben, Flugzeugturbinen an die Airlines per erfolgreich absolvierter Flugstunde zu vermieten anstatt zu verkaufen. Damit liegt das Risiko zu 100% beim Hersteller anstatt beim „Käufer“.
Hier sei nur nebenbei erwähnt, dass ein solches Geschäftsmodell z.B. bei MINOLTA Kopiergeräten schon 2009 eingeführt wurde. Solange stattet Minolta nämlich schon seine Bürogeräte mit einer SIM-Karte aus, die regelmäßig nach Hause meldet. Bei Rolls-Royce ist es hingegen ein ganzes Satellitennetz!
Bonmot am Rande: Dass Rolls-Royce nun intensiv mit Microsoft zu Gange ist, wurde in der GE-Präsentation natürlich nicht erwähnt! 😉

Oracle IoT Cloud und Opitz Consulting

Ja auch Oracle spielt mit im Reigen der IoT-Anbieter und Oracle spricht aus, was sich die anderen Anbieter nicht so recht zu sagen trauen:
IoT-Services gibt’s bei Oracle ausschließlich und ausnahmslos aus der Cloud!

Als Paradebeispiel wurde wieder einmal der gute alte Getränkeautomat genannt. Gerade als ich dachte, dass jetzt die Email-Meldung von zur Neige gehenden Füllständen als DIE Neuerung präsentiert wird (und ich schon wild entschlossen war, per Zwischenruf „das haben die Zigarettenautomaten schon seit 10 Jahren“ Richtung Podium zu schreien!), kamen doch noch einige sehr überzeugende Anwendungen.
Am besten gefiel mir die Verlagerung des Payments weg vom physischen Automaten hin in eine Webanwendung, welche auf dem Automaten bzw. auf dem Smartphone des Kunden läuft.
Während im ersten Fall die Erweiterung auf neue Payment-Systeme zwingend eine Vorort-Änderung der Software und vielleicht sogar auch der Hardware bedeutet, ist eine Webanwendung zentral gehostet. Alle Automaten können also über Nacht z.B. eine neue Kreditkarte akzeptieren oder plötzlich auch mit PayPal zusammenarbeiten.
Dies ist ein klassischer Vorteil einer cloudbasierten Lösung, welche ich dank Office365 jeden Tag selbst am eigenen Leib spüre.

IT vs. OT

Die burgenländische Firma T & G präsentierte die IoT-Firewall OP-Shield von Wurldtech, nachdem sehr treffend die speziellen Herausforderungen der OT (Operational Technology) im Vergleich zur IT (Information Technology) herausgearbeitet wurde:

  • Bei IT Ausfällen sind Daten betroffen bzw. verloren. Das stellt zweifellos einen Verlust dar, ist aber mit Geld zu bezahlen. OT-Ausfälle haben jedoch durchaus das Potenzial, Menschenleben zu gefährden! Man denke nur ein explodierende Chemie-Werke oder außer Kontrolle geratene Kraftwerke.
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die allermeisten OT-Netzwerke irgendwie und irgendwo dann doch mit dem Internet verbunden sind. Das Märchen vom komplett abgeschotteten Steuer-Netzwerk ist also meist auch ein solches.
  • Während beispielsweise viele Smartphones (aus welchen Gründen auch immer!) schon nach 2 Jahren ausgetauscht werden und somit Sicherheitslücken auch wieder vom Markt verschwinden, sind Industriegeräte oft 10 Jahre und mehr im Einsatz. Im Gegensatz zu PC und Tablet sind aber automatische Updates, Patchmanagement und regelmäßige Security-Audits in der Steuerungstechnik weitgehend unbekannt.

Der Nutzen von Produkten wie dem OP-Shield liegt nun in der bestmöglichen Isolation der Steuerungstechnik vom Rest der Welt. Deep Packet Inspection, welche die IoT Protokolle wie z.B. MODBUS versteht und somit intelligentes Firewalling erlaubt als Schlüssel zu mehr Sicherheit.
Alles in allem ein sehr interessanter und realistischer Ansatz. Kein Wunder, dass Wurldtech nicht mehr eigenständig ist, sondern von General Electric übernommen wurde!

Pitch-Contest

Sie kennen mich, IoT und Startups sind meine Leidenschaft, wie toll sind dann erst IoT-Startups?!

Folgende Startups durften vor dem Fachpublikum ihre 5 Minuten Pitches präsentieren.

Luke Roberts

Sicher einer der Shooting-Star am österreichischen Startup-Himmel. Die per Smartphone App steuerbare Lampe ist ohne Übertreibung eine völlig neue Gerätegeneration. Dass die Jungs das Produkt komplett ohne externe Finanzierung (abgesehen von Crowdfunding) durchgezogen haben, also noch immer 100% der Company halten, ist unglaublich. Ich ziehe den Hut vor diesem Startup und hoffe, künftig noch mehr darüber berichten zu können. BRAVO!

Sequality Software Engineering

Dieses Startup aus dem Umfeld der FH Hagenberg, einer echten Keimstätte österreichischer High-Tech Firmen, bietet moderne User Interfaces (UI) für Industrie- und Medizingeräte an. In der Tat ist es ja nicht ganz einfach zu verstehen, warum die allermeisten Smartphone Apps nahezu selbsterklärend sind, während viele banale Medizingeräte praktisch unbedienbar sind. Dass UIs für Industriegeräte auch hübsch sein können, wurde anschaulich demonstriert.

Locca

“GPS-Tracking for things” ist der Claim, wobei “things” durchaus auch Hund & Katz sein können. Dank ausgefeilter und äußerst smarter Technik sind Akkulaufzeiten von 7- bis 30 Tagen möglich. Dies ist sehr relevant, denn der Erfolg solche Systeme ist nur dann gegeben, wenn alles einfach ist. Jeden Abend alle möglichen Dinge und Haustiere an einer Ladeschale zu versammeln, würde sicher nicht funktionieren!
Dass Geolocation noch viele andere interessante Anwendungen bietet, hilft diesem Startup sicher, noch die eine oder andere Marktnische zu finden.

Twingz

Ich gebe es zu, Twingz ist mir auch ans Herz gewachsen. Anstatt gegen die Windmühlen der Smartmeter-Lobby zu kämpfen, habt dieses Unternehmen ein modulares Gadget entwickelt, welche selbst 30 Jahre alte Ferraris-Stromzähler optisch auslesen kann. Der echte Clou ist jedoch die Intelligenz der Software, welche anhand der typischen Verbrauchsmuster (Einschaltdauer, Stromverbrauch, etc.) einzelne Geräte im Haushalt erkennen kann und unabhängig tracken! Dieses Feature ist meiner Meinung nach ein echter Game-Changer! Denn anstatt darauf zu warten, dass sowohl Stromzähler als auch Haushaltsgeräte geeignete Schnittstellen anbieten, geht Twingz den umgekehrten Weg und arbeitet mit dem zahlreich vorhandenen Bestand! Sehr, sehr clever!
Da war es nur allzu verständlich, dass der CEO auf die Zwischenfrage aus dem Publikum „und was machen Sie, wenn Miele & Co dann geeignete Sensoren in die Geräte ab Werk einbaut?“ eine äußerst gute Antwort parat hatte. Zitat: „Dann freuen wir uns, dass wir die Verbrauchsdaten endlich geliefert bekommen anstatt sie mühsam selber holen zu müssen. Unsere Wertschöpfung liegt ja in der Interpretation der Daten und nicht in deren Gewinnung!“ Chepaeu! – Herr Werner Weihs-Sedivy, der war brilliant!

SCLABLE

Ich gestehe es ganz ehrlich, ich habe den Unternehmenszweck dieses Startups nicht wirklich kapiert! Ob die smarten Jungs nun eine Dienstleistung anbieten, Softwareentwicklung anbieten oder „nur“ Berater sind, hat sich mir nicht erschlossen. Der Claim „Fail fast & learn fast“ ist ein schon oft gehörtes Startup-Mantra, hat mir aber nicht geholfen zu verstehen, welchen Customer Need dieses Unternehmen lösen will. Aber offensichtlich machen die ihre Sachen gut und richtig, denn mit mehr als 20 Leuten ist es ja schon fast kein Startup mehr.

Zusammenfassung

Schon alleine an der Länge dieses Blogpost können Sie erkennen, dass das Forum IOT 2016 in meinen Augen ein voller Erfolg war. Den Veranstaltern Seidler Consulting ist von ganzem Herzen zu gratulieren!
Irgendwie bezeichnend war, dass der Hashtag #ForumIoT2016 für österreichische Verhältnisse intensiv genutzt wurde.
ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr und vielleicht kontaktiert mich ja jemand, denn ich hätte da so ein paar Ideen für einen Vortrag zum Thema IoT im Gebäude ….. 😉

Warum eigentlich IoT?

Der Begriff Internet of Things oder kürzer IoT geistert durch alle Medien nirgendwo lese ich „warum eigentlich IoT“? Wer ein wenig mit Google & Co umgehen kann, wird hunderte Artikel darüber finden, WAS IoT ist. Aber vielleicht haben Sie sich schon einmal die WARUM Frage gestellt? Ich weiß schon, wann immer es um Innovationen geht, kommt man sich als WARUM-Frager immer ziemlich altmodisch vor. IoT ist neu und cool und sexy und modern und das muss als Rechtfertigung genügen, oder?

Nachfolgend ein paar Argumente, welche dafürsprechen, dass IoT eben keine kurze Modeerscheinung ist, sondern viele Bereiche unseres privaten und beruflichen Lebens fundamental verändern. Oder etwas knackiger:

„IoT ist unverzichtbar für die Megatrends des 21. Jahrhunderts“

Konvergenz von virtueller und realer Welt

Während früher IT eben pure Informationstechnologie war, also sich mit nicht angreifbaren Dingen beschäftigte, zieht die Technologie nun in alle Bereiche des realen Lebens ein. Von der Heizungssteuerung über die Körperfettwaage im Badezimmer bis hin zum smarten Etikett auf dem T-Shirt.

Mehr Daten für bessere Entscheidungen

Dass man kann nie genug wissen kann, ist eine altbekannte Tatsache. Und genau dafür sorgen die grenzenlosen Sensorenwelten der IoT-Apostel. Für weite Bereiche stimmt dies auch. Egal ob Produktion, Logistik oder auch die eigene Waschmaschine; genaue Kenntnis über den Ist-Zustand gepaart mit intelligenten Algorithmen ermöglicht bessere Entscheidungen, höhere Effizienz, geringeres Risiko. Green Technologies sind eines DER klassischen IoT Anwendungsfälle.

Neue Businessmodelle

Die Geschäftswelt ist permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Dies ist keine neue Entwicklung, sondern diese Suche nach Neuem ist so alt wie die Menschheit. Wenn also immer mehr Daten darauf warten, analysiert zu werden, ist es vollkommen normal, dass Unternehmer daraus ein Geschäft machen wollen. IoT eröffnet viele neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Analyse, Controlling und Beratung aber auch bei Visualisierung und diversen Dienstleistungen. Schließlich will der Kunde die Daten nicht in ihrer Roh-Form, sondern hübsch aufbereitet erhalten.

Neue Wertschöpfungsketten

Durch das Vordringen von Internet-Technologien selbst in die hintersten Winkel der analogen Welt entstehen auch neue Wertschöpfungsketten. Oder deutlich bodenständiger ausgedrückt: Internetfirmen, seien es Netzwerkbetreiber, Cloud-Datenspeicher oder ähnliche IT-Firmen werden noch mehr als bisher mitverdienen, wenn jemand einen Tisch fertigen lässt oder eine Maschine meint, Servicebedarf zu haben. Um nur eine einzige Zahl zu nennen:

Telcos, also multinationale Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom, Verizon & Co haben fix eingeplant, schon binnen weniger Jahre 5-10% Ihres Umsatzes mit IoT-Service zu erzielen.
(Quelle: Arthur D. Little)

Große werden noch größer

Ob man das nun gut findet oder nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass sich „die Großen“ in Sachen IoT die Butter vom Brot nehmen lassen. Soll heißen auch wenn die aktuellen Innovationen von vielen kleinen Startups kommen, so werden diese binnen kürzester Zeit von Konzernen übernommen werden und verstärken dort bestehende Produkte und Services. Oder denken Sie etwa wirklich, dass die IoT-Anbindung Ihres Fuhrparks von irgendjemand anders als dem Autohersteller realisiert werden wird?

Das Warten auf den einen Standard macht keinen Sinn

Viele behaupten zurecht, dass die Erfolgsstory Internet zu einem sehr großen Teil möglich war, weil kluge Köpfe vorausschauend Standards definiert haben, die auch noch heute gültig sind. Man denke nur an HTML oder SMTP für Emails. Im Unterschied zu heute, d.h. zu IoT gab es damals aber kaum jemand, der dem Internet wirtschaftliche Wichtigkeit beigemessen hatte. Es war also einfach, sich einem Vorschlag eines anderen anzuschließen, wenn dieser technisch fundiert war und in bester Open Source Manier veröffentlicht wurde.
Im Gegensatz dazu trifft die aktuelle IoT-Welle auf ein vollständig Business-orientiertes Internet, wo Riesen wie Google, Amazon und Microsoft nicht nur auf Milliardenerlöse hoffen, sondern ebensolche Milliarden vorab investieren um ihre Varianten als Industriestandard durchzudrücken.
Es ist also vollkommen zu erwarten, dass sich diese nicht auf einen einzigen Standard einigen werden, sondern mehrere Wahrheiten geben. Dies muss aber kein Nachteil sein, sondern bietet weitere Möglichkeiten für qualifizierte Dienstleistungen.
Nicht zuletzt gibt es auch gewichtige technische Gründe dafür, dass nicht ein einziger Standard für alle richtig ist.

Fazit

Die technische Seite von IoT ist von wenigen Ausnahmen abgesehen, absolut keine Revolution, sondern die konsequente Weiterentwicklung von bestehenden Trends und Technologien. Die unzähligen neuen Businessmodelle rund um IoT haben jedoch das Zeug, unsere Welt gründlich und nachhaltig zu verändern.

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Dieser Blog-Post entstand zur Einstimmung am Vorabend des Österreichischen IoT-Days, von dem ich gesondert berichten werde.

 

Rückblick auf meine Keynote bei der AV Solution Partner Roadshow in Wien

Meine Keynote bei der AV Solution Partner Roadshow 2016 der AV Solution Partner habe ich ja schon in einem früheren Post angekündigt.

Gestern war es nun so weit und nachfolgend ein kleiner Rückblick. Trotz „Rückblick auf meine Keynote bei der AV Solution Partner Roadshow in Wien“ weiterlesen

Keynote beim AV-Solution Partner Event

Nur zu gerne folge ich der Einladung eine kleine Keynote beim AV-Solution Partner Event in Wien zu halten. Getreu dem Motto „Meetingräume effektiv nutzung und managen“ werde ich über die neuen Anforderungen an Kommunikationsräume abseits der AV-Technik sprechen. Stichworte wie Return on Investment oder auch AV-Masterpläne sollen Einblicke in die aktuellen Erwartungshaltungen und Herausforderungen der Nutzer und deren Management bieten.

Ich freue mich besonders, dass die AV-Solution Partner – ein Verbund von Systemintegratoren – dieses Thema aufgreift und im Rahmen einer Roadshow behandelt.

Details zur Veranstaltung:

Corporate Communication – Meetingräume effektiv nutzen und managen

Auf der diesjährigen Roadshow dreht sich alles rund um Technologien zur Unternehmenskommunikation – vom internen Digital Signage-Kanal über die effiziente Verwaltung von Besprechungsbereichen bis hin zur technischen Ausstattung von Konferenzräumen
Beginn: 14.06.2016 13:30
Dauer: ca. 3 Stunden

Tagungszentrum Schönbrun – Apothekertrakt
Schönbrunner Schloßstraße 45
1120 Wien

Schnellentschlossene ersuche ich den Link ganz unten in diesem Post zu klicken und ein kostenloses Ticket zu lösen.

Unterstützer dieser Veranstalter sind:

AV-Solution Partner

Crestron

EASESCREEN

SONY

HST Consulting

Den Link zur Einladung mit allen Details finden Sie hier. Ich freue mich auf Ihr Kommen und natürlich auch auf die Weiterverteilung in Ihren sozialen Netzwerken.

 

Who owns the AV Department – ISE 2016 Vortrag

Für alle, die nicht bei meinem Vortrag „Who owns the AV Department – Creating an AV Master Plan“ letzte Woche in Amsterdam dabei sein konnten, habe ich die Präsentation nun online gestellt. Die Präsentation wurde aufgrund der internationalen Ausrichtung der ISE in Englisch gehalten.

Wenn ich einen Kernsatz herausstreichen müsste so wäre es wahrscheinlich dieser:

We AV people must be able to quantify, qualify and justify our needs.

Wenn wir es also schaffen, unseren Bedarf kompetent zu begründen, dann werden sich auch die dafür nötigen Budgets finden.

Anstatt vieler zusätzlicher Worte über den Inhalt ist die Präsentation gleich hier eingebettet, kann aber auch heruntergeladen, gedruckt oder natürlich auch geteilt werden.

Mein Vortrag war Teil des AV/IT-Seminars, welches auf der ISE 2016 erstmals stattfand und dafür eigentlich recht gut besucht war.

Für die Organisation war Dieter Michel zuständig, den sicherlich einige als Herausgeber des Prosound Magazins kennen. Die beiden anderen Vorträge wurden von den beiden Profis Volker Löwer, IFBcon sowie Lutz Rathmann, Riedel gehalten und waren höchst interessant. Während Lutz über die praktische Anwendung von konvergenten AV/IT-Netzwerken bei Großevents sprach, konnte Volker Löwer aus seiner langjährigen Praxis berichten und bestätigen, dass der AV-Bereich zunehmend von den IT-Leitern übernommen wird. Wie auch in meinem Vortrag ausführlich angesprochen, kann dies sowohl ein Nachteil als auch ein großer Vorteil sein.

Da das Thema durchaus kontroversiell ist, denke ich doch, dass nicht Alle meiner Meinung sind. Genau dafür gibt es die Kommentar-Funktion hier; probieren Sie diese doch einfach einmal aus. Ich freue mich auf Ihr Feedback.

Vortrag auf der ISE Amsterdam 2016

Kurze Werbung in eigener Sache: Ich freue mich mitteilen zu dürfen, dass ich einen Vortrag auf der ISE Amsterdam 2016 halten werde. Dieser findet im Rahmen eines AV/IT-Seminars mit folgendem Titel statt:

AV and IT – Two worlds collide at ISE 2016

Nachfolgend noch einmal alle Details meines Vortrages:

Titel des Vortrages:
Who owns the AV department?
Creating a ‘Master Plan’ to secure investment.
Wann:
Freitag, 12. Februar. Das Seminar startet um 1000 Uhr, mein Vortrag ist für ca. 1050 Uhr geplant.
Wo:
RAI Center, Raum G104

Zum Inhalt vorab nur soviel: Die Konvergenz von AV und IT findet nicht nur auf der technischen Seite sondern zunehmend auch auf der organisatorischen Seite statt. Die Auswirkungen für Organisationen sind durchaus signifikant und erfordern ein generelles Umdenken. Der Vortrag soll die Herausforderungen sowie verschiedene mögliche Lösungsszenarien aufzeigen.

Der Veranstalter besteht auf einer vorherigen Registrierung, daher bitte folgenden Link zur Anmeldung verwenden: Zur Registrierung

Wenn Sie also auch am Freitag auf der ISE sind, dann schauen Sie doch einfach vorbei. Auch die anderen Vorträge versprechen höchst interessant zu sein. Also, wir sehen uns in Amsterdam!

Details hier:
https://www.iseurope.org/av-it-seminar-programme

Smart Living – Digital Business Trends

Gestern abends fand im total vollen Wiener Haus der Musik eine höchst interessante Veranstaltung zum Thema Smart Living statt. Veranstalter war dbt digital business trends, eine Kooperation von APA und SD one.
Meine Erwartungen waren recht gedämpft, denn nach gefühlt hundert solcher Events und den ewig gleichen Fragen (ja natürlich wurde wieder über den unsäglichen Internet-Kühlschrank gesprochen!) stumpft man leider ein wenig ab.
Aber weit gefehlt! Die Vortragenden brachten ihre Themen überzeugend und spannend.
Beide Vorträge verdienen eine Erwähnung.

Aktueller Stand der Technik von Veronika David & Benjamin Aigner vom FH Technikum Wien

Kurze Zwischenfrage: Hätten Sie gewußt, dass man an dieser Wiener FH tatsächlich ein Bachelor Studium Smart Home machen kann? Die beiden Vortragenden Veronika David und Benjamin Aigner kamen selbstverständlich aus diesem Bereich und zeigten viele Use Cases auf, besonders im Bereich Assisted Living für Menschen mit Beeinträchtigungen. Vieles des Vortrages war mir auch deshalb bekannt, weil ich kürzlich bei diesem Institut zu Besuch eingeladen war.
Fast erwartungsgemäß kamen immer wieder die gleichen Argumente, warum sich das Smart Home noch nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Es war von zu hohen Kosten die Rede, von mangelnder Sicherheit (da stimme ich jedoch zu 100% zu, mehr darüber in Kürze hier auf diesem Blog!) und von mangelnden Standards. Dass es vielleicht daran liegt, dass es an DER Killerapplikation mangelt oder dass Wohnen selbst nur extrem schwer automatisierbar ist, wird hingegen kaum erwähnt.
Auffallend war auch, dass bestehende kommerzielle Systeme, egal von welchem Hersteller, fast pauschal als ungeeignet dargestellt wurden. Nun ist es ein Vorrecht der Jugend und der Forscher, Bestehendes in Frage zu stellen, aber ich erlaube mir schon die Gegenfrage, ob man wirklich glauben soll, dass ein unter Linux laufender Desktop PC die geeignete Plattform für die Heimautomation ist. Bei vielen dieser Projekte fehlt mir einfach die praktische und kommerzielle Komponente. Vielleicht wäre es an der Zeit nicht das x-te Grundlagen-Forschungsprojekt zu fördern, sondern ein einziges davon bis zur echten Markteinführung zu bringen.

Trotzdem schön anzusehen, dass man sich nun in Österreich auch auf Universitätsniveau mit der Thematik Smart & Assisted Living beschäftigt.

Robotik im Smart Living Umfeld von Markus Vincze, Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der TU Wien

Sorry, wenn ich jetzt ganz ungeniert schreibe: So sehen Nerds aus! Pulli und runde Nickelbrille in einem Meer von Anzugträgern sind schon auffällig! Aber was für eine Überraschung: Prof. Vincze ist ein brillianter Erzähler und vermittelt seine Inhalte mit viel Humor, bleibt dabei aber immer höchst professionell. Man merkt, dass er seit vielen Jahren tief im Thema Robotik ist; dieser Mann weiß, wovon er spricht. Besonders erfreulich war, dass er zum Thema Nest und selbstfahrenden Autos von Google den Amerikanern in erster Linie blendendes Marketing zugesteht, mit Recht aber darauf hinweist, dass ähnliche Ergebnisse, wenn auch mit viel weniger Presse-Tam-Tam, tagtäglich in Europa und sogar bei uns in Österreich passieren. 100% Zustimmung!
In einem seiner Projekte erhielten ältere Personen nach einer nur relativ kurzen Einschulung einen Haushaltsroboter für die Dauer von 3 Wochen. Das durchaus überraschende Ergebnis: Die älteren Damen und Herren hatten deutlich weniger Berührungsängste als befürchtet; den Roboter zu bedienen empfanden alle als viel einfacher als den Umgang mit dem Smartphone oder Tablet!

Hier ein kurzes Video aus diesem Projekt:

Welche Funktionen wünschen sich die Nutzer nun von einem Roboter?
Drei wesentliche Aufgaben zeigen auch gleich, wie ungeheuer schwierig es ist.

  1. Das Aufheben von am Boden liegenden Gegenständen. Dies ist für viele ältere und gebrechliche Personen oft leider unmöglich; hier kann ein Roboter wirklich von großem Nutzen sein.
    Fazit: Das ist eine Paradeanwendung für Roboter, das funktioniert schon heute sehr gut und die Roboter werden auch immer besser.
  2. Gegenstände transportieren
    Eigentlich ganz logisch aber wer denkt daran? Für gebrechliche Personen ist es schwer genug, in der Wohnung von A nach B zu kommen. Dabei auch noch Gegenstände zu tragen oder eine Kaffeetasse zu balancieren ist aber extrem mühsam oder unmöglich. Diese Aufgabe erledigen Roboter ganz einfach, ein echter Gewinn an Lebensqualität für den Nutzer.
  3. Gegenstände von „oben“ herunter holen.
    Als nicht gebrechlicher oder beeinträchtiger Mensch vergisst man oft, wie viele Dinge in unserem Umfeld irgendwo „oben“ sind. Und wer z.B. im Rollstuhl sitzt, für den beginnt „oben“ schon bei weniger als der halben Raumhöhe! Ein Helferlein, welches mir Dinge aus dem oberen Drittel des Kastens holen kann, ist also äußerst wünschenswert.
    Aber genau hier zeigen sich die derzeitigen Limits der Roboter. Prof. Vincze schilderte das Dilemma:
    Einerseits soll ein Roboter über möglichst wenig Grundfläche verfügen um wenig Platz zu beanspruchen und wendig zu sein, andererseits ist für die nötige Stabilität zum Erreichen großer Höhen eine große Basis unverzichtbar! Kinetische Balancierung kostet aber viel Geld und erhöht die Komplexität.
    Kurzum, hier muss noch viel geforscht werden.

Beim anschließenden Networking im Dachgeschoß hörte man das eine oder andere skeptische Wort. Dies bestärkt mich jedoch nur in meiner Meinung: Wahre Innovationen warten nie auf den Kunden oder Fragen den Kunden, was oder wie er etwas gerne hätte, wahre Innovationen überraschen den Nutzer und befriedigen ein Bedürfnis, von dessen Existenz er/sie noch gar nichts wußte. Wie sagte Henry Ford so grandios zum Thema Automobil:

Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie wollten, hätten sie gesagt, sie wollen schnellere Pferde!

Ich freue mich auf weitere Veranstaltungen der DBT und gratuliere den Veranstaltern zu einem vollen Haus!