Azure IoT Edge ist ein Meilenstein für IoT Clouds

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass IoT-Clouds ein höchst dynamischer Bereich sind, wo praktisch jede Woche einer der Anbieter neue Features vorstellt. Und nun behaupte ich: Das neue Microsoft Azure IoT Edge ist ein Meilenstein für IoT Clouds.

Stichwort Anbieter: Hier treffen Industriegiganten wie General Electric, Siemens oder auch Bosch auf Softwaregiganten wie Google, IBM oder Microsoft. Und man muss es den Software-Fuzzis einfach lassen: Was die in letzter Zeit in den Markt schießen, ist wirklich teilweise atemberaubend.

Der heutige Blogpost widmet sich der jüngsten IoT-Ankündigung von Microsoft namens:

Microsoft Azure IoT Edge

„Azure IoT Edge ist ein Meilenstein für IoT Clouds“ weiterlesen

Logitech hat keine Ahnung vom Smart Home

Sorry, ich kann die heute durch viele Medien gegangene Ankündigung nur so interpretieren: Logitech hat keine Ahnung vom Smart Home.

Dass Logitech die für die Funktion der Harmony Link nötige Cloud-Infrastruktur mit März 2018 abdreht, ist wieder einmal ein trauriger Beweis dafür, wie wenig die klassischen Consumer-Electronic Hersteller vom Thema WOHNEN, HAUS & Co verstehen.

Neben diversen technischen Gründen war eines der Argumente ganz besonders dreist:

Man fand zuwenige Kunden und daher lohnt es sich nicht, die Plattform weiter bereitzustellen!

Naja, zumindest sind sie ehrlich, liegen aber trotzdem grundfalsch! Die Kunden haben für den Betrieb dieser Plattform NICHTS bezahlt, es konnte sich also so oder so niemals lohnen! (siehe unten)

Bauchfleck mit Anlauf

Sorry, war damit nicht von Anfang an zu rechnen? Irgendwie logisch, oder nicht?
Immer der Reihe nach:

  1. Da verkauft man ein Produkt (vielleicht sogar mit Negativ-Marge), nur um den Mitbewerbern Marktanteile abzuluchsen oder Plätze zu besetzen.
  2. Dieses Produkt benötigt eine Cloud zum Betrieb; ist also ohne Cloud defacto nicht betriebsfähig. Ein echtes IoT-Gerät!
  3. Der Kunde zahlt aber kein Abo, d.h. monatliche Service-Kosten zum Zugriff auf ebendiese Cloud, sondern dem Käufer wird suggeriert, dass diese ohnehin immer da sein wird.
  4. Die absolut berchtigte Frage, woher das Geld für den langjährigen Betrieb dieser Cloud eigentlich kommen soll, stellt niemand.
  5. Ganz normale wirtschaftliche Überlegungen führen dann „irgendwann“ dazu, dass der Hersteller (im wahrsten Sinne des Wortes) dem Projekt das Licht abdreht! In diesem Fall knappe 5 Monate (!) nach Verkauf des letzten Produktes.
  6. Und jetzt weinen wieder alle! Sorry, aber dafür habe ich kein Verständnis.

Bei Autos gibts eine gesetzliche Verpflichtung, dass ein Hersteller über einen relativ langen Zeitraum Ersatzteile auch für seine Ladenhüter bereithalten muss. In der Consumer-Elektronik denkt man hingegen, dass der Konsument das „Spielzeug“ nach Ablauf der Garantie sowieso wegwirft.

Weit gefehlt, denn alles was mit Hausautomatisierung zu tun hat, benötigt eine signifikant längere Lebensdauer als die Gewährleistungsdauer. Oder wechseln Sie alle drei Jahre Ihre Lichtdimmer und Schalter aus? Na eben!

Meine Erklärung ist simpel: Logitech hat keine Ahnung vom Smart Home!

Unterschied zwischen Consumer und Professional

Solange sich die Hobby-Bastler solche Produkte im Großflächenmarkt von der Palette ziehen und gemeinsam mit Nachbars Schwager am Wochenende in Betrieb nehmen, betrifft mich das absolut nicht.

Logitech ist aber einer der Hersteller, der vorallem in den USA massiv versucht, professionelle Integratoren als Händler zu gewinnen. (Link)

Diese werden sich in Zukunft wahrscheinlich doppelt und dreifach überlegen, solche Produkte zu verkaufen. Denn denken Sie doch einmal daran, in welche Schwierigkeiten ein Installateur gelangt, wenn eine mehrjährige Gewährleistungsfrist auf das Gesamtprojekt noch nicht abgelaufen ist, die Fernbedienungen aber nicht mehr funktionieren.
Richtig, der Installateur muss auf seine Kosten Ersatz besorgen und kostenfrei einbauen! Selbst wenn er aus jeglicher juristischer Verpflichtung draussen ist, wird die Kundenbeziehung massiv leiden.

Ich empfehle daher (nicht nur) den Profis, beim nächsten Super-Sonderangebot einmal kurz nachzudenken, wie der Einsatz dieses Produktes langfristig gesichert ist. KEINER von uns kann in die Zukunft schauen aber bei Beispielen wie der Logitech Harmony Link war das böse Ende irgendwie schon einprogrammiert!

Link zur Meldung auf HEISE.DE

UPDATE 10. November 2017:

Als ich zeitnah zu diesem Blogpost in einem Tweet (Link zu Twitter) die Fa. Logitech auch noch direkt angesprochen habe erhielt ich nur Stunden später eine direkte Antwort:

We want to make it right. We’re now offering a replacement Harmony Hub to all active Harmony Link users, warranty or not. For more information, please visit https://t.co/yyTrLVBl14

Logitech gibt dem immensen Druck nach und wird daher alle Harmony Link Produkte kostenlos gegen ein (ehrlicherweise deutlich leistungsfähigere HARMONY HUB austauschen.

Ist damit alles wieder gut? Meiner Meinung nach keineswegs, denn betroffene Integratoren werden den ganzen Austausch inkl. Umprogrammierung mit allergrößter Wahrscheinlichkeit unbezahlt oder maximal zum Freundschaftspreis machen müssen. Andererseits gibt es die Mini-Chance, dass dieser Austausch ein Anlass ist, gleich das eine oder andere Zusatzgeschäft abzuschließen.

Ich bleibe dabei: Die Vorgangsweise mag für das Direct-To-Consumer Geschäft irgendwie in Ordnung sein, für den professionellen Smart Home Integrator sind solche Aktionen pures Gift.

Asien ist Vorreiter beim Thema Smart City

Begriffe wie Smart City oder Smart Living sind in aller Munde. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest: Asien ist Vorreiter beim Thema Smart City.

Die Gründe dafür sind vielfältig, nachfolgend nur eine kleine Auswahl an Gründen dafür:

  1. Der Zuzug aus den ländlichen Regionen in die immer stärker wachsenden Städte ist ungebrochen. Dies stellt eine immer größer werdende Herausforderung für Asiens Megacities dar.
  2. In Asien sind große städtebauliche Veränderungen nichts Neues. Schon öfters wurden ganze Stadtteile im wahrsten Wortsinne aus dem Boden gestampft. Zu neudeutsch „green field deployments“ oder ganz banal „auf die grüne Wiese gestellt“.
  3. In Asien gibt es viele technische Universitäten, die jährlich eine Unmenge an Ingenieuren hervorbringen. Man darf sich daher nicht über immenses Humankapital wundern.
Smart City ist mehr als Automation

Wer nun glaubt, dass die Asiaten ausschließlich total verliebt in technische Details sind, aktuell als IoT (Internet of Things) in aller Munde, der irrt jedoch gewaltig. Aktuelle Beispiele zeigen eine Vielzahl an cleveren Detaillösungen aus verschiedensten Fachrichtungen.

Oder anders gesagt:

Smart City = Smart Planning + Smart Environment + Smart Estate Services + Smart Living

Ein großartiges Beispiel aus Singapur:

Anstatt vieler Worte lade ich Sie ein, dieses Video von einer TEDx Konferenz aus dem Jahre 2015 aus Singapur anzusehen. Asien ist der Vorreiter beim Thema Smart City. Dieses Video lieferte auch die Inspiration zu diesem Blogpost:

Mir sind besonders folgende wirklichen smarten Detaillösungen aufgefallen:

  • Computerunterstützte Platzierung der Gebäude sowie aerodynamische Anpassung der Gebäudehüllen verbessern die natürliche Ventilation.
  • Strategische Platzierung von Solarpanels und Klimaanlagen. Bei beiden sinkt der Wirkungsgrad bei zu hohen Temperaturen aufgrund von Wärmestaus immens. 20% und mehr Energieeinsparung nur durch clevere Belüftung dieser Komponenten sind leicht erzielbar!
  • Platzierung von Kinderspielplätzen und Restaurant-Terrassen in jenen Bereichen, welche durch Nachbargebäude abgesschattet werden erspart Sonnensegel oder zusätzliche Bauten.
  • Verkehrsstrom-Analysen zeigen in Real-Time, wo und vorallem wann es sich staut. Dafür die ohnehin perfekt vernetzten Taxis zu verwenden, finde ich besonders smart. Das ist IoT in Reinkultur!

Welche Details in Sachen Smartness haben Sie in diesem Video noch entdeckt?

Fazit:

IoT, Smart Everything & Co sind in aller Munde. Dass es aber die konsequente Verbindung von meist ohnehin schon verfügbaren Technologien ist, wird allzuoft vergessen. Selbstverständlich bringen günstige Sensoren, WiFI und 4G allerorten sowie Cloudcomputing samt Analytics eine neue Dimension in das Thema. Städteplanung, Architektur und nicht zuletzt auch die Soziologie bleiben aber topaktuell. Asien ist Vorreiter beim Thema Smart City wie viele aktuelle Entwicklungen zeigen.

Wie denken Sie über das Thema? Ich freue mich auf Ihr Feedback in den sozialen Netzen und hier als Kommentar.

Einen Schutzhelm für den CIO

Eigentlich ist die Geschichte eine alte. Die Baustelle ist so gut wie fertig und die Benutzer sollen das Gebäude übernehmen. Dies ist auch die Zeit, wo ein CIO oftmals zum ersten Mal erfährt, wofür er/sie denn künftig noch so zuständig sein soll. Denn eines ist sicher: Moderne Gebäude bestehen schon lange nicht mehr nur aus Betaon und Stahl .

Doch wo war der CIO während der gesamten Planungs- und Bauphase? Daher mein heutiges Motto:

Einen Schutzhelm für den CIO!

Oder ein wenig weniger plakativ: CIOs oder ihm unterstellte Personen MÜSSEN meiner Meinung nach in den Design- und Realisierungsprozess eingebunden werden.

Moderne Gebäude, nicht nur aber ganz speziell auch solche für Bildungseinrichtungen wie FHs und Unis, haben vielleicht einen Körper aus Stahl und Beton. Die Augen, Ohren und das Nervensystem sind aber Technologien wie IP-Netzwerke, angreifbare IOT-Geräte mit regelmäßigen Firmware-Updates und schützenswerte Remote-Schnittstellen.
Um ganz ehrlich zu sein: Dieser Vergleich mit dem menschlichen Körper ist nicht mir eingefallen. Er stammt von Mark Valenti, dem CEO der Sextant Group, einem höchst renommierten Planungsbüro in den USA. Und dass das Problem in den kommenden Jahren nicht kleiner, sondern massiv größer wird, werden Sie mir als treuer Leser dieses Blogs hoffentlich glauben.

Nachfolgend fünf Strategien zur Einbindung von CIOs und anderen Technologie-Verantwortlichen in Bauprojekte:

  1. IT von Anfang an in den Designprozess einplanen

Dies bedeutet nicht nur, dass die IT rechtzeitig Platzbedarf und Wünsche betreffend Verkabelung äußerst, sondern die aktive Mitarbeit beim Design und der Planung aller technologie-relevanten Gewerke.

Das allerbeste Schließsystem mit Chipkarten und Iris-Identifikation nützt nichts, wenn es dem grundlegenden Identity-Management des Unternehmens widerspricht.  Das hochvernetzte und an die Cloud angebundene Energiemanagement muss natürlich der Security-Policy entsprechen und über die zentrale Firewall laufen. Hier ist Know-How sowohl in Sachen Technologie als auch intime Kenntnis der Organisation nötig.

Die Technologie-Abteilung, oder wie auch immer sie heißen möge, ist schon lange aus der ragierenden Rolle, nämlich dem Lösen von akuten IT-Problemen heraus. Moderne CIOs sind Partner in praktisch jedem Prozess innerhalb der Organisation und gestalten aktiv mit.

  1. Eine neue Rolle für die IT

Über die neue Rolle der IT und somit des CIO wurde in diesem Blog schon mehrmals berichtet (Artikel für CIOs). Je öfter das Wort IoT fällt umso mehr muss klar sein:

Wo immer Technologie, da auch der CIO und seine Teams!

Der Aufbau der nötigen Ressourcen bzw. Integration der ehemals externen Fachabteilungen unter das Dach der IT ist meiner Meinung nach eine der primären Aufgaben heutiger CIOs.

  1. Technologie für jeden Raum anpassen

Je flexibler moderne Räume sein müssen, ganz gleich ob Open Space Offices oder die Uni-Aula, umso flexibler muss auch die dort eingesetzte Technologie sein. Aber wie einfach oder kompliziert ist es denn in der Realität, beispielsweise Leuchten zu anderen Gruppen zusammenzufassen, um einer geänderten Möblierung Rechnung zu tragen? Wie abgesichert müssen Netzwerkanschlüsse ausgeführt sein, welche in der allgemein zugänglichen Aula für das Digital Signage zuständig sind?
Auch wenn die konkrete Arbeit vielleicht von Outsourcing-Partnern gemacht wird, so muss zumindest grundlegendes Know-How und Kenntnis der Technologie inhouse verfügbar sein.

  1. IT als Teil eines integrierten Planungsprozesses

Heute werden in vielen Fällen Mockup-Rooms gemacht, um gemeinsam mit Testusern Einrichtung, Beleuchtung und Design zu validieren und Probleme aufzuzeigen, bevor ein Fehler in hunderte Räume eingebaut wird. Viel zu oft sind dies aber nur optische Experimente und die ebenso wichtige Technologie wird andernorts gesondert erprobt. Diese Vorgangsweise ist in Zeiten der engen Verzahnung der Technologiegewerke aber selten zielführend. Daher an dieser Stelle gleich nochmals der Aufruf: Einen Schutzhelm für den CIO und ab auf die Baustelle mit ihm/ihr. Der Architekt läuft ja auch auf der Baustelle herum und begnügt sich nicht mit der Rolle am Zeichentisch, oder?

  1. Zukunftssicher planen

Die antizipierte Lebensdauer der einzelnen Gewerke variiert stark. Während der Baumeister durchaus in Dekaden denkt, weiß der IT-Techniker, dass schon in 5-7 Jahren keine Security-Updates für gewisse Produkte verfügbar sein werden. Obwohl der Vergleich hinkt und die Wortwahl ein wenig gewagt ist:

Die Technik vermodert langsam aber stetig!

Zukunftssicher zu planen bedeutet also nicht, nur auf Technologien zu setzen, die es voraussichtlich in 30 Jahren auch noch geben wird Das wäre vollkommen illusorisch, denn NIEMAND kann seriös eine solche Technologie-Prognose abgeben. Selbst wenn die Technologie noch verfügbar wäre, ist sie nach den dann geltenden Maßstäben hoffnungslos veraltet.
Stattdessen muss man sich der „Vergänglichkeit“ von Technologien bewusst sein. Also im wahrsten Sinne des Wortes damit rechnen, dass viele Komponenten und Technologien im Laufe der Lebensdauer eines Gebäudes teilweise mehrfach gegen andere getauscht werden. Ob diese Technologie-Upgrades nun CapEX oder OpEX sind, darüber lässt sich trefflich streiten.

Zusammenfassung

Vielleicht muss man meinen Aufruf „einen Schutzhelm für den CIO“ nicht ganz wörtlich nehmen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass die Expertise des CIOs und seiner Mannschaft unverzichtbar für moderne Gebäude ist. Und dies ist ein sehr guter Grund, den CIO schon möglichst frühzeitig zu einem Bauprojekt einzubinden.

Nicht nur aber ganz besonders in Sachen IOT-Security. Auch wenn mich jetzt der eine oder andere dafür kritisieren wird, erlaube ich mir folgende provokante Aussage:

Die überwiegende Mehrzahl der in der Gebäudetechnik Tätigen hat kein ausreichendes Wissen über die Gefahren, die die Vernetzung innerhalb eines Gebäudes mit sich bringt.

Nahezu jede Woche berichten Fachmedien über schwerwiegende Sicherheitsmängel in IoT-Geräten. Immer wieder wird auf das Gleiche hingewiesen: Das Verschulden trifft ganz sicher nicht nur die Hersteller, sondern ins besonders auch die Errichter und Betreiber von solchen Netzwerken.

In diesem Sinne ein Aufruf an alle CIOs: Besorgt Euch einen Schutzhelm und dringt einmal vor in das unbekannte Land der Baustellen und Baucontainer. Euer Know How ist dort wirklich gefragt!

Wie immer freue ich mich auf Kommentare und die Weiterverbreitung dieses Artikels.

Kommunikation 4.0 im Unternehmen

Wer diesen Blog regelmäßig liest oder mich persönlich kennt, der weiß schon, dass ich immer auf der Ausschau nach „Waffenbrüdern“ bin, also Kollegen mit ähnlichen Zielen und Ansichten. Heute möchte ich eine der wohl interessantesten Keynotes zum Thema Kommunikation 4.0 im Unternehmen in Deutscher Sprache verlinken.

Nachfolgend ein ca. 40 Minuten langes Video einer Keynote, welche anlässlich der AV Solution Partner Roadshow gehalten wure. Sie erinnern sich vielleicht, dass auch ich schon eine Keynote für eine Roadshow dieser Vereinigung halten durfte (Link und Link).

Und nun ohne viel Verzögerung; lauschen Sie diesem wirklich interessanten Vortrag von Detlef Artlet, dem CEO von aixwox, einem Consultingunternehmen aus Deutschland.

YouTube-Video zum Thema Kommunikation 4.0

Persönliches Fazit

Abgesehen von den gut ausgewählten Videos faszinierte mich, mit welcher Geschwindigkeit sich die Technik und damit die Anforderungen weiterentwickeln. Wenn der Vortragende vom ISDN-Bildtelefon und der Pre-Smartphone-Zeit sprach, so klang das wie aus dem Geschichte-Unterricht, obwohl es doch gerade einmal ca. 10 Jahre her ist. Und wer jetzt meint, dass 10 Jahre ja ohnehin eine Ewigkeit sind, dann erlaube ich mir, daran zu erinnern, dass eine solche Zeitspanne kürzer als die durchschnittliche Lebensdauer der Büroeinrichtung ist! In anderen Worten: Es ist wahrscheinlich nicht das Beharrungsmoment der Menschen, die Innovation erschwert, sondern vielmehr die Trägheit seiner Immobilie bzw. deren Einrichtung. Dies nur so als Gedankenanstoß für die Verantwortlichen des Facility Managements.

Wenn auch Sie dieses Video inspiriert hat, über die Kommunikation im allgemeinen und die Medientechnik im Speziellen nachzudenken, so stehe ich gerne als Ihr Gesprächspartner zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme und wünsche noch einen wunderschönen Sommer.

Sieben gute Gründe für IoT

Heute präsentiere ich Ihnen sieben gute Gründe für IOT, also ein paar Gedanken zum Thema, warum das Internet der Dinge (IoT = Internet of Things) vielleicht nicht bloß ein Hype ist, sondern Business-Realität.
Oder anders gesagt:
Warum Hersteller eigentlich gar keine andere Wahl haben, als sich eine klare Strategie rund um IoT zurechtzulegen.

Wie immer kommt die Motivation aus einer Kombination aus WOLLEN und MÜSSEN, oder weniger drastisch formuliert aus aktiven und passiven Motivationsfaktoren! 😉 „Sieben gute Gründe für IoT“ weiterlesen

Wachstumsmarkt Industrial Analytics

Der Begriff Industrial Analytics ist in aller Munde. Nicht nur in den diversen Fachzeitschriften und Portalen, nein, sogar bis ins doch recht allgemein gehaltene FORBES Magazine hat er es geschafft.

Einen sehr guten Überblick liefert die kürzlich vorgestellte Studie

„Industrial Analytics 2016/2017″

des Arbeitskreises Industrial Analytics beim Branchenverband Digital Analytics Association e.V.

„Wachstumsmarkt Industrial Analytics“ weiterlesen

The Future of Smart Building & Smart Building Security

Es ist mir eine große Freude anzukündigen, dass ich auf der kommenden Smart Building Conference in Amsterdam einer der Hosts einer Podiumsdiskussion sein werde mit dem Titel

INDUSTRY PANEL:
The Future of Smart Building & Smart Building Security

Inhalt:

Wie der Titel vermuten lässt, werden wir uns besonders mit der Sicherheit und auch mit deren Mangel in Smart Buildings beschäftigen. Nicht immer ist die Technik schuld daran, vielmehr „menschelt“ es bei vielen Projekten einfach ein wenig zu viel. Oder liegt es am Kunden, der (noch?) nicht genug Bedenken hat. Wir werden versuchen, diese und andere Fragen zu erörtern; für Spannung ist gesorgt.

Teilnehmer:

Mit mir gemeinsam sind zum jetzigen Zeitpunkt folgende Personen am Podium:

Eliot Lear, Senior Internet Engineer and Policy Expert bei CISCO Schweiz

Sein Profil lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um einen Experten allerhöchster Güte in Sachen Cybersecurity handelt, der federführend bei der Entwicklung von Internetstandards sowie Industriestandards von Cisco ist.

Matthew Marson, Management Consultant von Accenture UK

Als Consultant des Connected Spaces Programms von Accenture, einem der weltgrößten Beratungsunternehmens, ist er ausgewiesener Spezialist in Sachen Smart Buildings. Dass Matthew dabei nicht nur theoretisiert sondern ein Mann der Praxis ist, beweist seine Ausbildung als Architekt und Ingenieur.

Ich freue mich natürlich, mit solchen Spezialisten des Thema „Future of Smart Building & Security“ diskutieren zu können.

Programm
Die Smart Building Conference findet am Vortag des ersten Messetags der ISE statt. Wenn Sie also vielleicht schon einen Tag früher in Amsterdam sind, dann wäre es doch eine tolle Gelegenheit, diesen oder andere Vorträge zu besuchen.

Das vollständige Programm dieses Events können Sie hier finden.

The Future of Smart Building & Smart Building Security at RAI, Amsterdam

This panel will discuss the advancements and innovations that we can look forward to. Also, all the futuristic tech advancements and innovations that make smart buildings possible share a common Achilles heel. Their security model is still stuck in the past. Our panel will discuss the problem—and possible solutions.
Categories: Smart Building, IoT

 

Zigbee Dotdot

Auch wenn es nicht unbedingt auf allen IoT-Geräten draufsteht, ist Zigbee doch eine DER Technologien des IoT. Nun stellt die Alliance Zigbee Dotdot als verbindendes Element vor.

Die baldige Zukunft wird zeigen, ob es sich wirklich um einen Meta-Standard handeln wird, also um einen, der viele unterschiedliche Protokolle unter einen Hut bringen kann oder um (wieder einmal) nur einen neuen, zusätzlichen Standard.

Viel gibt es derzeit noch nicht zu berichten, außer dass DotDot einen wirklich coolen Namen und ein cooles Logo hat. Und ja, irgendwas ist es mit der Thread Group verbandelt. Die hält sich aber interessanterweise ziemlich zurück. Das ist zumindest auffällig, denn diese Gruppe rund um Google Nest ist normalerweise gar nicht verlegen, ganz früh mit Halbgarem an die Öffentlichkeit zu gehen.

Zu den technischen Details ist auch noch nicht viel bekannt. HEISE Online berichtet, dass Zigbee Dotdot eher alter Wein in neuen Schläuchen ist. Ich darf HEISE zitieren:

Dotdot ist nicht unbedingt neu, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung der ZigBee Cluster Library (ZCL). Sie beschreibt die Kommunikation zwischen einzelnen Geräten und wurde nun um neue Spezifikationen und ein Zertifizierungsprogramm erweitert.
(c) Heise Online

Das wäre in der Tat ziemlich alter Wein, datiert die ZCL doch zurück auf Juli 2007! Die letzte Revision des Standards ist von 2012 schon ziemlich lange bevor IoT überhaupt zum Begriff wurde.

Man wird sehen. Bis dahin ein nettes Video:

P.S.
Bitte um zweckdienliche Hinweise, warum mein Toaster mit meiner Espresssomaschine reden muss, danke!

Energieeffizienz-Richtlinie und Gebäude

Energieeffizienz-Richtlinie und Gebäudeautomation

Die Energieeffizienz-Richtlinie, auch bekannt als Energy Efficiency Directive oder abgekürzt EED besagt vereinfacht gesagt, dass bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent der Energie eingespart werden soll. (Link zur Ur-Info auf dem EU-Server, Link zur österreichischen VersionBackground-Info auf Wikpedia.)

Dies gilt natürlich auch für Gebäude und wir alle haben schon von diversen Maßnahmen gehört oder diese sogar selbst angewandt, um das Unsrige dazu beizutragen. Begriffe wie thermische Sanierung sind in aller Munde. Aber warum wird intelligente Gebäudeautomatisierung so selten genannt.

Bei der oben angesprochenen Veranstaltung wurden die Fakten klar aufgezählt:

  • Gemäß der Energieeffizienz-Richtlinie müssen Gebäude Jahr für Jahr je 3% Energie einsparen.
  • 60% des Energieverbrauchs von Gebäuden sind Heizung, Kühlung, Beleuchtung
  • Building Management Systeme, zu deutsch Gebäudeautomatisierungen können bis zu 50% Energieeinsparung bewirken! Der wesentlichste Anteil davon sind bedarfsgeführte Regelungen also der Einsatz von Präsenzmeldern oder die Anbindung an Kalenderplattformen. (persönlicher Hinweis: Beispielsweise in Universitäten oder Fachhochschulen ist die Gebäudenutzung streng an einen Vorlesungsplan gekoppelt; ein Automatisierung dadurch denkbar einfach!)
  • LED-Beleuchtung spart 60-70% Energie im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung. Ein nicht unwesentlicher Teil davon ist der verminderter Kühlbedarf aufgrund der geringeren Abwärme von LEDs.

In der Tat gibt es schon tausende installierte Gebäudemanagement-Systeme, viele davon aber leider in einem bemitleidenswerten Zustand. Nur ein paar Negativ-Highlights:

  • Keinerlei Nacht- oder Wochenend-Absenkung. Hierzu zählt auch das eigentlich gar nicht so große Geheimnis, dass z.B. der Ostermontag zwar ein Montag aber trotzdem ein Feiertag ist und somit eher als Sonntag denn als Montag zu behandeln ist.
  • Keine einheitliche Uhrzeit im Gebäude und/oder fehlende Sommerzeit-Umschaltung. Es bedarf keiner besonders großen Fantasie zu erkennen, dass jedwede Schaltuhr-Funktionen ohne richtige Uhrzeit nur sehr wenig Sinn machen.
  • Isolierte Gewerke, die nicht miteinander kommunizieren. Speziell in der Übergangszeit wird in vielen Gebäuden gleichzeitig geheizt und gekühlt!
  • Präsenzmelder in den Räumen, welche zwar die 50W LED-Beleuchtung abschalten, wenn niemand im Raum ist, die 2 kW Heizung (= 40 facher Energieverbrauch!) läuft aber unverändert weiter!

Die Liste endet an dieser Stelle keinesfalls; es gäbe noch so einige Bonmots zu erzählen.

Was also tun?

Die allseits angesehene GARTNER Group stellte unlängst auf einem ihrer Treffen die These auf, dass bis ins Jahr 2020 IoT-Technologien dafür genutzt werden, Energieeinsparungs-Ziele zu erreichen und Themen wie SMART CITY aktiv treiben werden. 2015 meinte die Gartner Group, dass schon 2016 über 500 Millionen (!) Sensoren in sogenannten Smart Commercial Buildings verbaut werden, was einer jährlichen Steigerung von 39% (!) entspricht. Quelle hier.

Alles schön und gut, aber was hilft es, groß von Smart Building oder gar Smart City zu sprechen, wenn die schon bestehenden Systeme nicht vernünftig aufgesetzt sind, wenn die Daten der Sensoren nicht analysiert werden und daraus intelligente Schlüsse gezogen werden?

Irgendwie klaffen hier Wunschdenken, Theorie und Praxis weit auseinander. Meiner Meinung nach scheitern viele Projekte nicht an der Hardware sondern vielmehr daran, dass man sich nicht im Vorfeld genau überlegt, was mit der Hardware eigentlich gemacht werden soll. Ist es nicht an der Zeit hier die nötigen Ressourcen und Budgets auch für die „Brainware“ also für die durchaus vorhandenen Spezialisten bereit zu stellen?

Wie sehen Sie das? Ich freue mich auf Ihre Reaktionen.