Bericht vom Forum IOT 2016 in Wien

Hier ist er nun, mein Bericht zum Forum IOT 2016, welcher am 9.November 2016 im Wiener Museumsquartier stattfand. Ich lade Sie ein, zum Einstieg ins Thema meinen Vorab-Post zu lesen.

Ein wenig im Stile einer Executive Summary starte ich mit meinem persönlichen Fazit, welches da lautet:

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass dieser Event wahrscheinlich das Beste war, was in Sachen IoT jemals in Österreich passierte.

Aber lassen Sie mich ein wenig präzisieren:

Organisation

Der Veranstalter Seidler Consulting hat es geschafft, die vorhandene Fläche optimal zu nutzen und für die unterschiedlichen Bereiche Ausstellung, Forum/Keynote sowie Workshops die jeweils bestgeeigneten Räume vorzusehen. Die Akkreditierung war im Nu erledigt und schon war man umgeben von vielen Gleichgesinnten. Dass die Parkgarage im Museumsquartier eine der günstigsten in ganz Wien ist, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Programm

Das Forum IOT 2016 trug den Untertitel „ready for digital transformation“ und anders als der Name vermuten lassen würde, enthielt das Programm nicht nur Allgemeines und Politisches. Ganz im Gegenteil, die Agenda spannte einen weiten Bogen von der Politik & Unternehmensumfeld über Anwendungen, Chancen und Risken bis hin zu technischen Hands-On-Workshops, bei denen IoT in Action gezeigt wurde. Natürlich wurde auch IoT-Security thematisiert und ganz ohne Effekthascherei als eine der zentralen Herausforderungen bezeichnet.

Persönliche Highlights

Ohne besondere Reihenfolge eine kleine Auflistung meiner Highlights des diesjährigen Forum IOT 2016:

Digitalroadmap.at von Christian Rupp

Mit unerwartet viel Charme und Power startete der Tag und ließ zumindest für kurze Zeit die allgemein grassierende Politikverdrossenheit in Österreich vergessen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgestellten Programme und Initiativen des offiziellen Österreichs ihren Zweck auch wirklich erfüllen und junge wie etablierten Unternehmen wirklich helfen.

Designing the IoT with Microsoft

Dem Veranstalter ist zu gratulieren, dass ein Kapazunder wie Carl Coken, immerhin globaler Chef aller IoT OEM Agenden von Microsoft (offizieller Titel General Manager, IoT OEM Technical Sales) extra für diesen Event aus den USA angereist ist. Natürlich war es eine „Corporate Presentation“ und man war darauf aus, die IoT-Produkte und Services von Microsoft in bestem Licht zu präsentieren. Aber Microsoft steht hier exemplarisch für alle Großen (Amazon, Google & Co). Ich erlaube mir nochmals auf mein Statement im letzten Blogpost hinzuweisen:

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Die Powerpoint (what else?) von Carl Coken zeigte eindrucksvoll, welche neuen Geschäftsmodelle sich Microsoft für seine Partner und natürlich für sich selbst in Kombination mit IoT so vorstellt. Wer nach diesem Vortrag noch immer glaubt, das IoT irgendwas mit bastelenden SmartHome Nerds ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Going Digital: General Electric und seine Transformation zum digitalen Industrieunternehmen

Noch ein „Kracher“ in Sachen IoT. Die PREDIX Cloud-Plattform für IoT von GE bietet ein vollständiges Ready-To-Use Ökosystem für Firmen an, welche eben nicht bei Adam und Eva anfangen wollen, sondern möglichst schnell auf den Zug aufspringen wollen bzw. müssen. Hier steht das Cloud Foundry Partnerprogramm zur Verfügung, Details hier.

Als Beispiel wurde die Schindler-Gruppe genannt, allseits bekannt für Aufzüge und Rolltreppen. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit sollen nun über 200.000 Anlagen binnen 6 Monate (!) an die PREDIX-Cloud angeschlossen werden; der Endausbau liegt bei mehr als 1 Mio Anlagen. Die Gründe sind die durchaus bekannten: Neue Geschäftsmodelle wie z.B. Aufzüge werden nicht mehr verkauft, sondern der Kunde zahlt nach beförderten Personen oder auch 50% Einsparungen bei den Servicekosten durch Anlagen, die per IoT rechtzeitig auf Servicebedarf hinweisen.

Natürlich hat General Electric auf seine „Einser-Referenz“ hingewiesen. Es ist sind dies Flugzeugturbinen von Rolls-Royce, welche es dem Hersteller erlauben, Flugzeugturbinen an die Airlines per erfolgreich absolvierter Flugstunde zu vermieten anstatt zu verkaufen. Damit liegt das Risiko zu 100% beim Hersteller anstatt beim „Käufer“.
Hier sei nur nebenbei erwähnt, dass ein solches Geschäftsmodell z.B. bei MINOLTA Kopiergeräten schon 2009 eingeführt wurde. Solange stattet Minolta nämlich schon seine Bürogeräte mit einer SIM-Karte aus, die regelmäßig nach Hause meldet. Bei Rolls-Royce ist es hingegen ein ganzes Satellitennetz!
Bonmot am Rande: Dass Rolls-Royce nun intensiv mit Microsoft zu Gange ist, wurde in der GE-Präsentation natürlich nicht erwähnt! 😉

Oracle IoT Cloud und Opitz Consulting

Ja auch Oracle spielt mit im Reigen der IoT-Anbieter und Oracle spricht aus, was sich die anderen Anbieter nicht so recht zu sagen trauen:
IoT-Services gibt’s bei Oracle ausschließlich und ausnahmslos aus der Cloud!

Als Paradebeispiel wurde wieder einmal der gute alte Getränkeautomat genannt. Gerade als ich dachte, dass jetzt die Email-Meldung von zur Neige gehenden Füllständen als DIE Neuerung präsentiert wird (und ich schon wild entschlossen war, per Zwischenruf „das haben die Zigarettenautomaten schon seit 10 Jahren“ Richtung Podium zu schreien!), kamen doch noch einige sehr überzeugende Anwendungen.
Am besten gefiel mir die Verlagerung des Payments weg vom physischen Automaten hin in eine Webanwendung, welche auf dem Automaten bzw. auf dem Smartphone des Kunden läuft.
Während im ersten Fall die Erweiterung auf neue Payment-Systeme zwingend eine Vorort-Änderung der Software und vielleicht sogar auch der Hardware bedeutet, ist eine Webanwendung zentral gehostet. Alle Automaten können also über Nacht z.B. eine neue Kreditkarte akzeptieren oder plötzlich auch mit PayPal zusammenarbeiten.
Dies ist ein klassischer Vorteil einer cloudbasierten Lösung, welche ich dank Office365 jeden Tag selbst am eigenen Leib spüre.

IT vs. OT

Die burgenländische Firma T & G präsentierte die IoT-Firewall OP-Shield von Wurldtech, nachdem sehr treffend die speziellen Herausforderungen der OT (Operational Technology) im Vergleich zur IT (Information Technology) herausgearbeitet wurde:

  • Bei IT Ausfällen sind Daten betroffen bzw. verloren. Das stellt zweifellos einen Verlust dar, ist aber mit Geld zu bezahlen. OT-Ausfälle haben jedoch durchaus das Potenzial, Menschenleben zu gefährden! Man denke nur ein explodierende Chemie-Werke oder außer Kontrolle geratene Kraftwerke.
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die allermeisten OT-Netzwerke irgendwie und irgendwo dann doch mit dem Internet verbunden sind. Das Märchen vom komplett abgeschotteten Steuer-Netzwerk ist also meist auch ein solches.
  • Während beispielsweise viele Smartphones (aus welchen Gründen auch immer!) schon nach 2 Jahren ausgetauscht werden und somit Sicherheitslücken auch wieder vom Markt verschwinden, sind Industriegeräte oft 10 Jahre und mehr im Einsatz. Im Gegensatz zu PC und Tablet sind aber automatische Updates, Patchmanagement und regelmäßige Security-Audits in der Steuerungstechnik weitgehend unbekannt.

Der Nutzen von Produkten wie dem OP-Shield liegt nun in der bestmöglichen Isolation der Steuerungstechnik vom Rest der Welt. Deep Packet Inspection, welche die IoT Protokolle wie z.B. MODBUS versteht und somit intelligentes Firewalling erlaubt als Schlüssel zu mehr Sicherheit.
Alles in allem ein sehr interessanter und realistischer Ansatz. Kein Wunder, dass Wurldtech nicht mehr eigenständig ist, sondern von General Electric übernommen wurde!

Pitch-Contest

Sie kennen mich, IoT und Startups sind meine Leidenschaft, wie toll sind dann erst IoT-Startups?!

Folgende Startups durften vor dem Fachpublikum ihre 5 Minuten Pitches präsentieren.

Luke Roberts

Sicher einer der Shooting-Star am österreichischen Startup-Himmel. Die per Smartphone App steuerbare Lampe ist ohne Übertreibung eine völlig neue Gerätegeneration. Dass die Jungs das Produkt komplett ohne externe Finanzierung (abgesehen von Crowdfunding) durchgezogen haben, also noch immer 100% der Company halten, ist unglaublich. Ich ziehe den Hut vor diesem Startup und hoffe, künftig noch mehr darüber berichten zu können. BRAVO!

Sequality Software Engineering

Dieses Startup aus dem Umfeld der FH Hagenberg, einer echten Keimstätte österreichischer High-Tech Firmen, bietet moderne User Interfaces (UI) für Industrie- und Medizingeräte an. In der Tat ist es ja nicht ganz einfach zu verstehen, warum die allermeisten Smartphone Apps nahezu selbsterklärend sind, während viele banale Medizingeräte praktisch unbedienbar sind. Dass UIs für Industriegeräte auch hübsch sein können, wurde anschaulich demonstriert.

Locca

“GPS-Tracking for things” ist der Claim, wobei “things” durchaus auch Hund & Katz sein können. Dank ausgefeilter und äußerst smarter Technik sind Akkulaufzeiten von 7- bis 30 Tagen möglich. Dies ist sehr relevant, denn der Erfolg solche Systeme ist nur dann gegeben, wenn alles einfach ist. Jeden Abend alle möglichen Dinge und Haustiere an einer Ladeschale zu versammeln, würde sicher nicht funktionieren!
Dass Geolocation noch viele andere interessante Anwendungen bietet, hilft diesem Startup sicher, noch die eine oder andere Marktnische zu finden.

Twingz

Ich gebe es zu, Twingz ist mir auch ans Herz gewachsen. Anstatt gegen die Windmühlen der Smartmeter-Lobby zu kämpfen, habt dieses Unternehmen ein modulares Gadget entwickelt, welche selbst 30 Jahre alte Ferraris-Stromzähler optisch auslesen kann. Der echte Clou ist jedoch die Intelligenz der Software, welche anhand der typischen Verbrauchsmuster (Einschaltdauer, Stromverbrauch, etc.) einzelne Geräte im Haushalt erkennen kann und unabhängig tracken! Dieses Feature ist meiner Meinung nach ein echter Game-Changer! Denn anstatt darauf zu warten, dass sowohl Stromzähler als auch Haushaltsgeräte geeignete Schnittstellen anbieten, geht Twingz den umgekehrten Weg und arbeitet mit dem zahlreich vorhandenen Bestand! Sehr, sehr clever!
Da war es nur allzu verständlich, dass der CEO auf die Zwischenfrage aus dem Publikum „und was machen Sie, wenn Miele & Co dann geeignete Sensoren in die Geräte ab Werk einbaut?“ eine äußerst gute Antwort parat hatte. Zitat: „Dann freuen wir uns, dass wir die Verbrauchsdaten endlich geliefert bekommen anstatt sie mühsam selber holen zu müssen. Unsere Wertschöpfung liegt ja in der Interpretation der Daten und nicht in deren Gewinnung!“ Chepaeu! – Herr Werner Weihs-Sedivy, der war brilliant!

SCLABLE

Ich gestehe es ganz ehrlich, ich habe den Unternehmenszweck dieses Startups nicht wirklich kapiert! Ob die smarten Jungs nun eine Dienstleistung anbieten, Softwareentwicklung anbieten oder „nur“ Berater sind, hat sich mir nicht erschlossen. Der Claim „Fail fast & learn fast“ ist ein schon oft gehörtes Startup-Mantra, hat mir aber nicht geholfen zu verstehen, welchen Customer Need dieses Unternehmen lösen will. Aber offensichtlich machen die ihre Sachen gut und richtig, denn mit mehr als 20 Leuten ist es ja schon fast kein Startup mehr.

Zusammenfassung

Schon alleine an der Länge dieses Blogpost können Sie erkennen, dass das Forum IOT 2016 in meinen Augen ein voller Erfolg war. Den Veranstaltern Seidler Consulting ist von ganzem Herzen zu gratulieren!
Irgendwie bezeichnend war, dass der Hashtag #ForumIoT2016 für österreichische Verhältnisse intensiv genutzt wurde.
ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr und vielleicht kontaktiert mich ja jemand, denn ich hätte da so ein paar Ideen für einen Vortrag zum Thema IoT im Gebäude ….. 😉

Warum eigentlich IoT?

Der Begriff Internet of Things oder kürzer IoT geistert durch alle Medien nirgendwo lese ich „warum eigentlich IoT“? Wer ein wenig mit Google & Co umgehen kann, wird hunderte Artikel darüber finden, WAS IoT ist. Aber vielleicht haben Sie sich schon einmal die WARUM Frage gestellt? Ich weiß schon, wann immer es um Innovationen geht, kommt man sich als WARUM-Frager immer ziemlich altmodisch vor. IoT ist neu und cool und sexy und modern und das muss als Rechtfertigung genügen, oder?

Nachfolgend ein paar Argumente, welche dafürsprechen, dass IoT eben keine kurze Modeerscheinung ist, sondern viele Bereiche unseres privaten und beruflichen Lebens fundamental verändern. Oder etwas knackiger:

„IoT ist unverzichtbar für die Megatrends des 21. Jahrhunderts“

Konvergenz von virtueller und realer Welt

Während früher IT eben pure Informationstechnologie war, also sich mit nicht angreifbaren Dingen beschäftigte, zieht die Technologie nun in alle Bereiche des realen Lebens ein. Von der Heizungssteuerung über die Körperfettwaage im Badezimmer bis hin zum smarten Etikett auf dem T-Shirt.

Mehr Daten für bessere Entscheidungen

Dass man kann nie genug wissen kann, ist eine altbekannte Tatsache. Und genau dafür sorgen die grenzenlosen Sensorenwelten der IoT-Apostel. Für weite Bereiche stimmt dies auch. Egal ob Produktion, Logistik oder auch die eigene Waschmaschine; genaue Kenntnis über den Ist-Zustand gepaart mit intelligenten Algorithmen ermöglicht bessere Entscheidungen, höhere Effizienz, geringeres Risiko. Green Technologies sind eines DER klassischen IoT Anwendungsfälle.

Neue Businessmodelle

Die Geschäftswelt ist permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Dies ist keine neue Entwicklung, sondern diese Suche nach Neuem ist so alt wie die Menschheit. Wenn also immer mehr Daten darauf warten, analysiert zu werden, ist es vollkommen normal, dass Unternehmer daraus ein Geschäft machen wollen. IoT eröffnet viele neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Analyse, Controlling und Beratung aber auch bei Visualisierung und diversen Dienstleistungen. Schließlich will der Kunde die Daten nicht in ihrer Roh-Form, sondern hübsch aufbereitet erhalten.

Neue Wertschöpfungsketten

Durch das Vordringen von Internet-Technologien selbst in die hintersten Winkel der analogen Welt entstehen auch neue Wertschöpfungsketten. Oder deutlich bodenständiger ausgedrückt: Internetfirmen, seien es Netzwerkbetreiber, Cloud-Datenspeicher oder ähnliche IT-Firmen werden noch mehr als bisher mitverdienen, wenn jemand einen Tisch fertigen lässt oder eine Maschine meint, Servicebedarf zu haben. Um nur eine einzige Zahl zu nennen:

Telcos, also multinationale Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom, Verizon & Co haben fix eingeplant, schon binnen weniger Jahre 5-10% Ihres Umsatzes mit IoT-Service zu erzielen.
(Quelle: Arthur D. Little)

Große werden noch größer

Ob man das nun gut findet oder nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass sich „die Großen“ in Sachen IoT die Butter vom Brot nehmen lassen. Soll heißen auch wenn die aktuellen Innovationen von vielen kleinen Startups kommen, so werden diese binnen kürzester Zeit von Konzernen übernommen werden und verstärken dort bestehende Produkte und Services. Oder denken Sie etwa wirklich, dass die IoT-Anbindung Ihres Fuhrparks von irgendjemand anders als dem Autohersteller realisiert werden wird?

Das Warten auf den einen Standard macht keinen Sinn

Viele behaupten zurecht, dass die Erfolgsstory Internet zu einem sehr großen Teil möglich war, weil kluge Köpfe vorausschauend Standards definiert haben, die auch noch heute gültig sind. Man denke nur an HTML oder SMTP für Emails. Im Unterschied zu heute, d.h. zu IoT gab es damals aber kaum jemand, der dem Internet wirtschaftliche Wichtigkeit beigemessen hatte. Es war also einfach, sich einem Vorschlag eines anderen anzuschließen, wenn dieser technisch fundiert war und in bester Open Source Manier veröffentlicht wurde.
Im Gegensatz dazu trifft die aktuelle IoT-Welle auf ein vollständig Business-orientiertes Internet, wo Riesen wie Google, Amazon und Microsoft nicht nur auf Milliardenerlöse hoffen, sondern ebensolche Milliarden vorab investieren um ihre Varianten als Industriestandard durchzudrücken.
Es ist also vollkommen zu erwarten, dass sich diese nicht auf einen einzigen Standard einigen werden, sondern mehrere Wahrheiten geben. Dies muss aber kein Nachteil sein, sondern bietet weitere Möglichkeiten für qualifizierte Dienstleistungen.
Nicht zuletzt gibt es auch gewichtige technische Gründe dafür, dass nicht ein einziger Standard für alle richtig ist.

Fazit

Die technische Seite von IoT ist von wenigen Ausnahmen abgesehen, absolut keine Revolution, sondern die konsequente Weiterentwicklung von bestehenden Trends und Technologien. Die unzähligen neuen Businessmodelle rund um IoT haben jedoch das Zeug, unsere Welt gründlich und nachhaltig zu verändern.

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Dieser Blog-Post entstand zur Einstimmung am Vorabend des Österreichischen IoT-Days, von dem ich gesondert berichten werde.

 

10 Fragen des Raummanagements – Teil 6 – Vom richtigen Raum

Nach leider längerer Inaktivität kommen wir heute zum Teil 6 in der Blog-Serie 10 Fragen des Raummanagements.
Frage 5 unserer ursprünglichen Frageliste lautet:10 Fragen des Raummanagements – Frage 5: Wird der richtige Raum gebucht?

Untertitel: Fahren Sie auch zu dritt mit dem Autobus?

Welcher ist der richtige Raum?

Zur Beantwortung dieser scheinbar so trivialen Frage hilft es, sich die Stakeholder und deren jeweiligen Interessen vor Augen zu führen: „10 Fragen des Raummanagements – Teil 6 – Vom richtigen Raum“ weiterlesen

Pressemitteilung zum Thema Startup Advisory

Wie manche von Ihnen vielleicht wissen, beschätige ich mich auch mit der Beratung (neudeutsch Advisory) von jungen Startups. Da dort die Budgets naturgemäß gering sind und sicher nicht für externe Consultants ausgegeben werden kann, liegt die Motivation sicher nicht beim kurzfristigen Geld verdienen.

Was ich in diesem Bereich anbieten und leisten kann, ist in dieser Pressemitteilung des Boerseexpress aufgeführt. Diese finden Sie hier:

Link zum Börseexpress

Eine der Firmen, bei denen ich derzeit Advisor bin, ist die LINEAPP GmbH. Deren hochinnovatives Intercom-Produkt hat mich von Anfang an fasziniert und ich bin schon gespannt, was ich gemeinsam mit dem LineApp-Team bewirken kann.

Über ein anderes Unternehmen im Bereich FinTech hoffe ich schon bald berichten zu können. Hier sind wir noch ganz im Geheimen tätig, Stealth Mode eben, wie man so schön im Startup-Sprech sagt.

Neben der Faszination, jungen Unternehmen und deren Gründern helfen zu können und das über die Jahre (oder sollte ich sagen Jahrzehnte) angesammelte Netzwerk und Know How wirkungsvoll einsetzen zu können, erhält man so natürlich auch Zugang zu super tollen Innovationen. Und aufgrund dieses Wissensvorsprungs kann ich meinen Consulting-Kunden wirklich top relevante Beratung anbieten. So schließt sich der Kreis und alle haben etwas davon.

Haben auch Sie Kontakt zur Gründerszene? Es freut mich von Ihnen zu hören!

Interview zur Lage der AV-Branche

Wieder einmal kam ein Fachmagazin zu mir und fragte mich um meine Einschätzung zur aktuellen Lage der AV-Branche. Ohne jetzt dem ganzen Artikel, bei dem meine Statements von Tim Kridel ausgezeichnet in lesbare Form gebracht wurden, vorgreifen zu wollen, so erlaube ich mir nachfolgend eine Kurzzusammenfassung.

Die Medientechnik-Branche steckt in einem gewaltigen Transformationsprozess, der alle Bereiche des Sales Channels von den Herstellern bis hin zu den Installateuren und Händlern betrifft.

Nachfolgend der Link zum kompletten Online-Artikel bei INAVATE. Teile davon werden auch in der September-Ausgabe des InAVate-Magazine zu lesen sein.

Seismic shifts shake AV distribution landscape

Ein paar Worte zum InAVate Magazin

Ich erlaube mir hier ausdrücklich ein wenig Werbung für das InAVate-Magazine zu machen. Es ist sicher eines der besten, ganz sicher aber das wichtigste europäische Branchenblatt der Medientechnik in Europa. Der Newsletter ist sowieso Pflichtlektüre und das monatliche Printmagazin sollte es ebenso sein.

Ich wünsche Ihnen noch viel Vergnügen beim Lesen und hoffe, von Ihnen per Kommentar oder in den sozialen Medien zu lesen.

Diesmal wirklich intelligente Gebäude

Es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich die ganz Großen das Thema intelligente Gebäude vornahmen. Nun geht es Schlag auf Schlag; Google, IBM. Samsung und all die anderen Multis tauchen unter dem Mäntelchen IoT (Internet of Things) plötzlich auf wie versteckt agierende U-Boote.

„Diesmal wirklich intelligente Gebäude“ weiterlesen

Smart Building oder Dumb Industry

Während viele über Smart buildings philosophieren sehen echte kEnner manches ein wenig abgeklärter:

Praktisch jede Industrie hat in den letzten Jahren ihre Produktivität verdoppelt. Mit einer einzigen Ausnahme…

Diese eine Ausnahme ist die Bauwirtschaft.

Univ.-Prof. Architekt Dipl.-Ing. Christoph M. Achammer

Anlässlich des OGNI Gebäude Summits in Wien, April 2016

Rückblick auf meine Keynote bei der AV Solution Partner Roadshow in Wien

Meine Keynote bei der AV Solution Partner Roadshow 2016 der AV Solution Partner habe ich ja schon in einem früheren Post angekündigt.

Gestern war es nun so weit und nachfolgend ein kleiner Rückblick. Trotz „Rückblick auf meine Keynote bei der AV Solution Partner Roadshow in Wien“ weiterlesen

Keynote beim AV-Solution Partner Event

Nur zu gerne folge ich der Einladung eine kleine Keynote beim AV-Solution Partner Event in Wien zu halten. Getreu dem Motto „Meetingräume effektiv nutzung und managen“ werde ich über die neuen Anforderungen an Kommunikationsräume abseits der AV-Technik sprechen. Stichworte wie Return on Investment oder auch AV-Masterpläne sollen Einblicke in die aktuellen Erwartungshaltungen und Herausforderungen der Nutzer und deren Management bieten.

Ich freue mich besonders, dass die AV-Solution Partner – ein Verbund von Systemintegratoren – dieses Thema aufgreift und im Rahmen einer Roadshow behandelt.

Details zur Veranstaltung:

Corporate Communication – Meetingräume effektiv nutzen und managen

Auf der diesjährigen Roadshow dreht sich alles rund um Technologien zur Unternehmenskommunikation – vom internen Digital Signage-Kanal über die effiziente Verwaltung von Besprechungsbereichen bis hin zur technischen Ausstattung von Konferenzräumen
Beginn: 14.06.2016 13:30
Dauer: ca. 3 Stunden

Tagungszentrum Schönbrun – Apothekertrakt
Schönbrunner Schloßstraße 45
1120 Wien

Schnellentschlossene ersuche ich den Link ganz unten in diesem Post zu klicken und ein kostenloses Ticket zu lösen.

Unterstützer dieser Veranstalter sind:

AV-Solution Partner

Crestron

EASESCREEN

SONY

HST Consulting

Den Link zur Einladung mit allen Details finden Sie hier. Ich freue mich auf Ihr Kommen und natürlich auch auf die Weiterverteilung in Ihren sozialen Netzwerken.

 

LCD Display oder Projektor

Aufgrund weiterhin stark sinkender Preise bei LFD (Large Format Displays) stellt sich die Frage immer öfter: LCD Display oder Projektor?

Wie Sie wissen, hat sich dieser Blog zur Aufgabe gestellt, ZDF zu liefern; also Zahlen, Daten, Fakten. Und da kommt es gerade recht, dass jemand die ewige Frage Display oder Projektor nun endlich einmal vernünftig untersucht hat.

LCD Display oder Projektor

Radius Global Market Research befragte also 106 Schüler und Studenten im Alter von 12 bis 22, wie gut den die Inhalte auf dem 70″-Display in einem typischen Klassenzimmer (10 x 10 Meter) zu lesen seien. 70″ sind immerhin stattliche 177cm Diagonale und die allermeisten Brancheninsider würden diese Größe als „schönes, großes Display“ bezeichnen. Natürlich gibt es noch größere Displays mit 80, 90 oder gar 103″ aber diese sind im Vergleich zu 70″ signifikant teurer und deshalb viel weniger verbreitet.

Wie sind nun die Ergebnisse? In einem Wort: Alarmierend!

58% der Studenten gaben an, den Content nicht lesen zu können!
Sie haben „Schwierigkeiten zu lesen oder „große Schwierigkeiten zu lesen“!

Dies ist eine erschreckende Zahl, denn wie sollen sich Menschen den Content einprägen und verarbeiten können, wenn schon die Aufnahme nur mit Mühe oder gar nicht funktioniert?

Die Mehrheit der Studenten hatte Schwierigkeiten den Content auf einem 70″ Display in einem typischen Klassenzimmer zu lesen.

Shira Horn, vice president, Radius Global Market Research.

Selbstverständlich hat auch die Ausgestaltung des Contents, also Schriftgröße, Farben, etc. einen wesentlichen Einfluss auf die Lesbarkeit. Ein Fakt bleibt jedoch, dass 70″ für eine Betrachtung aus vielen Metern Entfernung einfach zu klein sind!

Die Frage nach der Verantwortung muss leider gestellt werden. Welcher Planer hat den Endkunden hier beraten? Sind sich die handelnden Personen bewusst, dass hier eventuell Schadenersatzansprüche drohen?

Offizielle Hilfe naht

Neben vielen Pi-Mal-Daumen-Regeln (siehe unten), die leider trotzdem viel zu oft ignoriert werden, hat sich die Infocomm als unsere globale Branchenvereinigung vor einiger Zeit die Aufgabe gemacht, solche Aufgabenstellungen grundlegend zu analysieren und entsprechende Dokumente zu publizieren. Einige davon haben es sogar schon zum Status einer ANSI-Norm gebracht. Von dort ist der Weg zu einer weltweit gültigen ISO-Norm nicht mehr weit. Den aktuellen Stand der Arbeit zum Thema „Display Size for 2D Content“ gibt es hier zum öffentlichen Download.

Hausverstand praktisch angewandt

Wenn Sie sich aber nicht durch Normen wühlen wollen sondern einfach ein paar leicht zu merkende Schätzungen suchen, dann habe ich etwas für Sie:

Die 4/6/8 Regel ist veraltet

Diese speziell in den USA gängige Faustregel definiert die minimale Bildgröße für den LFV (Least Favored Viewer), also für den schlechtesten Platz im Raum wie folgt:

  • Passives Zusehen wie z.B. Film schauen:
    Max. LFV-Entfernung bei der 8-fachen Bildhöhe
  • Aktives Aufnehmen wie z.B. Lesen:
    Max. LFV-Entfernung bei der 6-fachen Bildhöhe
  • Untersuchen wie z.B. CAD-Pläne:
    Max. LFV-Entfernung bei der 4-fachen Bildhöhe

Während uns diese Regel über viele Jahre gute Dienste geleistet hat, muss ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie eigentlich veraltet ist. Die technische Entwicklung hat uns HD und 4K gebracht und die damit einhergehende massive Zunahme an Auflösung bedingt heutzutage viel größere Screens.
Vergessen wir nicht, dass bei der nun allseits als Standard anerkannten WUXGA Auflösung von 1920*1200 in beiden Dimensionen nahezu DOPPELT so viele Pixel zur Verfügung stehen im Vergleich zum lange aktuellen Standard von 1280*720. Daraus folgt, dass die maximalen Entfernungen der 4/6/8-Regel richtigerweise HALBIERT werden müssen.

Dies ist keine leere Floskel, sind doch auch am typischen Arbeitsplatz die Monitore mit steigender Auflösung auch immer größer geworden. Der aktuelle Standard sind 24″-Monitore und FullHD-Auflösung also 1920*1080 bzw. 1920*1200. Diese Monitore haben ca. 32cm Bildhöhe und der Betrachtungsabstand am typischen Schreibtisch ist meist weniger als 1m. Dies ergibt einen Faktor 3, also perfekt innerhalb der goldenen Mitte von 4/6/8 nach Halbierung aufgrund des „technischen Fortschrittes“.
Die Frage LCD Display oder Projektor lässt sich natürlich nie pauschal beurteilen, aber in den allermeisten Fällen gilt folglich:Wird der Betrachtungsabstand größer als 4-5m, was meist in Räumen mit mehr als 6-8 Sitzplätzen der Fall ist, so wird es äußerst schwierig (und auch sehr kostspielig!) mit einem LCD Display ein optimales Bild für die Teilnehmer zu erzeugen.Habe ich überhaupt so viel Platz?Nicht Thema dieses Blogposts aber den Architekten dieser Welt ins Stammbuch geschrieben sei die praktische Auswirkung dieser Regel:Bei 10 Meter LFV-Entfernung und einem Faktor 4 benötigen wir also eine Bildhöhe von min. 2,5m. Wenn man jetzt die Bildunterkante auf eine Höhe von 1,2m setzt, schließlich sollen ja nicht die Schultern des Vordermanns im Blickfeld sein, dann ergibt sich daraus eine Bildoberkante und somit Raumhöhe von wieviel? Ist ja wirklich nicht sooo schwer, oder?
Daher:
Hoch verehrte Architekten,
Warum glaubt ihr immer noch, dass Veranstaltungsräume nur 2,7 – 3,0m Raumhöhe haben sollten??
Aber das ist eine andere Geschichte….Wie immer freue ich mich auf Interaktionen jedweder Art.