Die fünf Stufen zum Unified Communication Tantra

Im nachfolgenden Artikel werden die fünf Stufen zum Unified Communication Tantra und die Reise dorthin beschrieben.

Was ist Unified Communication?

Wer auf der Suche nach seitenlangen Erklärungen für diesen Begriff ist, wird wie fast immer auch bei Wikipedia hier fündig. Wenn Sie es lieber kurz und knackig lieben, dann nachfolgend meine Definition:

Unified Communication, also zu Deutsch „vereinheitlichte Kommunikation“ ist das Bestreben, alle Formen der elektronischen Kommunikation unter ein gemeinsames Dach zu bekommen.

Also ähnliche aber traditionell unabhängige Systeme wie Email, Instant Messaging, Videokonferenz, Presence, Screen Sharing, etc. in einem gemeinsamen System zu vereinen. Natürlich soll dieses eine System auf allen Endgeräten lauffähig sein, die der einzelne User oder die Usergruppen verwenden.

Anstatt wie oft auf diesem Blog soll es diesmal aber nicht um die Technologie gehen, sondern das Thema soll vielmehr aus Organisationssicht betrachtet werden; frei nach dem Motto: Wo steht (m)ein Unternehmen? Welche Stufen haben wir schon erklommen und was liegt vor uns?

Aktuelle Entwicklungen und ein paar Zahlen

Folgende Fakten sind vielleicht schon einzeln bekannt, wenn man diese jedoch geballt auf einem Blick sieht, verdeutlicht sich das Thema doch sehr:

  • Collaboration Tools verdrängen zunehmend herkömmliche Telefonnebenstellen-Anlage in großen Unternehmen
  • Schon mehr als 40% aller Telefonate innerhalb eines Unternehmens sind Confcalls. Diese Zahl steigt weiter rasant an; das herkömmliche 1:1 interne Telefonat stirbt aus
  • 75% der User verwenden drei oder mehr verschiedene Geräte
  • Die Mehrzahl der großen Unternehmen haben zusätzlich zu zwei oder mehr unterschiedlichen Unified Communication Plattformen noch mehrere Fabrikate von klassischen Telefonanlagen im Einsatz. Man ist also von „Unified“ meilenweit entfernt!
  • Weniger als 50% der eigentlich im Unternehmen vorhandenen UC-Lizenzen sind bei den Users ausgerollt; noch weniger sind im aktiven Gebrauch! (Stichwort: MS Office 365 E3/5 Abo)
  • Als die drei Top-Hindernisse für den verstärkten Einsatz und die Zentralisierung von UC gelten: Politik, Business Case und das IT-Netzwerk.

Quelle: Wainhouse Research 2016 nach Befragung bei IT-Entscheidern

Die fünf Stufen

Wo stehen nun die einzelnen Unternehmen? Nachfolgend die fünf Stufen zum Unified Communication Tantra.

Stufe 1: Das Unternehmen mit den vielen Silos

Organisationen auf dieser Stufe haben meist mehrere, teils sogar noch analoge Telefonanlagen; oft sogar von verschiedenen Herstellern. Wenn Collaborations-Tools eingesetzt werden, dann wurden diese abteilungsweise bzw. projektbezogen beschafft. Klassische Beispiele sind hier Cisco Webex oder Teamviewer, die „irgendwann“ einfach da waren.
Collaboration ist noch keine stratgische Angelegenheit im Unternehmen und wird daher nur punktuell eingesetzt. Dazu passt auch, dass das Information Sharing noch nicht in der Unternehmenskultur angekommen ist; ganz im Gegenteil ist das Horten und „Verstecken“ von Informationen gang und gäbe.

Stufe 2: Das Unternehmen der verbesserten Kommunikation

Hier öffnet die Standardisierung auf leistungsfähige IP-Netzwerke die Türen für den vermehrten Einsatz von Collaboration. IM Instant Messaging Systeme kommen vermehrt und gesamtheitlich zum Einsatz und das Prinzip der Presence verändert die Kommunikation. Die Anzahl der Emails geht wie von Geisterhand zurück.
Die Qualität und die Quantität der Zusammenarbeit steigt, alles hat aber noch einen Touch von „die da oben wollen, dass wir so arbeiten“. Early Adaptors erkennen jedoch schon den Wert und setzen vermehrt auf die neuen Tools.

Stufe 3: Das integrierte Unternehmen

Die einzelnen Kommunikations-Silo werden zunehmend verbunden, alles wächst zusammen. Klassische Beispiele sind SIP-Anbindung von Videokonferenz-Systemen, damit man mit der hochwertigen Audiotechnik der VideoKonf auch an Telefonkonferenzen teilnehmen kann oder auch die Anbindung der Instant Messaging Plattformen wie MS Lync an die Telefonanlage. Jetzt sieht der Benutzer schon vor dem Wählen ob der Anzurufende besetzt ist oder auf Urlaub.
In Sachen Kulturwandel erkennt man den wirtschaftlichen Vorteil vereinfachter und effizienterer Kommunikation. Die ehemaligen Early Adaptors werden zu Business Champions und beweisen die Richtigkeit durch überprüfbar verbesserte Ergebnisse. Es läuft!

Stufe 4: Das Unified Enterprise

Das gesamte Unternehmen standardisiert auf eine einzelne Plattform für Instant Messaging, Presence, Audio, Video und Web Collaboration. Klassische Telefonie findet praktisch nur mehr wie Mobilfunk stark, wobei auch hier die Mehrzahl der Gespräche schon über den UC Client statt über GSM stattfindet.
Die Art und Weise, wie kommuniziert und kollaboriert wird, ist ein zentrales Unterscheidungsmerkmal des Unternehmens im Vergleich zum Mitbewerb. Der Fokus der Unternehmensleitung liegt primär auf der weiteren Verbesserung der Produktivität. Das darf durchaus auch etwas kosten, denn die Richtigkeit der Strategie ist längst bewiesen. Die einzelnen Mitarbeiter fühlen sich stark genug, aktiv Verbesserungen vorzuschlagen und beschleunigen so die Transformation im Unternehmen. Bestands-Systeme werden nach und nach abgelöst oder werden in DIE Plattform eingebunden. Dank SDKs und APIs ist dies auch in vertretbarem Zeit- und Kostenrahmen möglich.

Stufe 5: Die vollkommen transformierte Organisation

Es gibt eine allgegenwärtige UC Plattform, welche auf Mobiltelefonen ebenso läuft wie auf Brainstorming-Screens bei der Kaffeemaschine. Diese unterstützt jedwede Form von Kommunikation: Audio, Video, Whiteboarding, Application Sharing, etc.
Es entstehen sogenannte  CEBP = Communications-Enabled Business Processes, welche herkömmliche manuelle Workflows vollständig ablösen und die Arbeit grundlegend verändern.
Ergebnisse sind signifikant erhöhte Agilität im Inneren des Unternehmens und eine massiv gesteigerte Customer Experience nach außen. Zufriedenere Mitarbeiter sind nur eine der positiven Auswirkungen.

Willkommen im Tantra-Himmel der Unified Communication!

Das Unternehmen ist am Ziel der Transformation angekommen, wird aber weiterhin kontinuierlich nach neuen Entwicklungen Ausschau halten. Aufgrund der gemachten Erfahrungen kann man diese Neuheiten auch besser einschätzen im Vergleich zu jenen Unternehmen, welche noch auf den unteren Stufen primär mit sich selbst und den Tücken der Implementierung beschäftigt sind.
Sicherlich vergessen Unternehmen auf der höchsten Stufe keinesfalls, mit geeignetem Monitoring und Metriken die Effektivität der UC-Werkzeuge zu dokumentieren.

Und wo stehen die Unternehmen aktuell?

Laut Aussage namhafter Consulter, welche natürlich auch viele Kunden befragt haben, scheinen die meisten großen US-Unternehmen so ungefähr zwischen Stufe zwei und drei zu sein. Die übliche Technologie-Latenz von ein paar Jahren und die durchschnittlich kleinere Unternehmensgröße bedenkend, scheinen die allermeisten europäischen Firmen daher eher auf Stufe 1 bis 2 zu finden sein. Wie immer gibt es auch hier eine Normalverteilung nach Carl Friedrich Gauß, d.h. während die allermeisten auf Stufe 1 oder 2 sind, gibt es natürlich auch Euro-Champions ganz oben auf 5 oder 5. Aber natürlich auch solche, bei denen der Prozess noch gar nicht begonnen hat.

Selbstredend kann man davon ausgehen, dass die verbesserte Effektivität und Effizienz der Unternehmen auf den höheren Stufen einen massiven Marktdruck ausübt und somit Mitbewerber zum Handeln zwingt. Dank Themen wie Cloud-based UC as a Service und verbesserter Usability der Produkte spricht zumindest aus technischer Sicht nichts gegen diese Entwicklung.

Der geschätzte Leser wird an dieser Stelle aber schon längst erkannt haben, dass diese Reise ins Land des UC-Tantras nicht primär eine Sache der Technologie ist. Ich erlaube mir, nochmals an den Beginn des Artikels zu verweisen: Das allergrößte Hindernis wird in der „Firmen-Politik“ gesehen! Hier sind ganz klar die CIOs und CEOs gefordert.

Epilog

Die Inspiration zu diesem Artikel
Die fünf Stufen zum Unified Communication Tantra
und dessen Grundgerüst lieferte ein Webinar der von mir hochgeschätzten US-Consulting-Firma  Wainhouse Research, welches von Tata Communication gesponsert wurde.

Wie immer freue ich mich auf Ihre Kommentare und Feedbacks in den sozialen Netzen.

Kommunikation 4.0 im Unternehmen

Wer diesen Blog regelmäßig liest oder mich persönlich kennt, der weiß schon, dass ich immer auf der Ausschau nach „Waffenbrüdern“ bin, also Kollegen mit ähnlichen Zielen und Ansichten. Heute möchte ich eine der wohl interessantesten Keynotes zum Thema Kommunikation 4.0 im Unternehmen in Deutscher Sprache verlinken.

Nachfolgend ein ca. 40 Minuten langes Video einer Keynote, welche anlässlich der AV Solution Partner Roadshow gehalten wure. Sie erinnern sich vielleicht, dass auch ich schon eine Keynote für eine Roadshow dieser Vereinigung halten durfte (Link und Link).

Und nun ohne viel Verzögerung; lauschen Sie diesem wirklich interessanten Vortrag von Detlef Artlet, dem CEO von aixwox, einem Consultingunternehmen aus Deutschland.

YouTube-Video zum Thema Kommunikation 4.0

Persönliches Fazit

Abgesehen von den gut ausgewählten Videos faszinierte mich, mit welcher Geschwindigkeit sich die Technik und damit die Anforderungen weiterentwickeln. Wenn der Vortragende vom ISDN-Bildtelefon und der Pre-Smartphone-Zeit sprach, so klang das wie aus dem Geschichte-Unterricht, obwohl es doch gerade einmal ca. 10 Jahre her ist. Und wer jetzt meint, dass 10 Jahre ja ohnehin eine Ewigkeit sind, dann erlaube ich mir, daran zu erinnern, dass eine solche Zeitspanne kürzer als die durchschnittliche Lebensdauer der Büroeinrichtung ist! In anderen Worten: Es ist wahrscheinlich nicht das Beharrungsmoment der Menschen, die Innovation erschwert, sondern vielmehr die Trägheit seiner Immobilie bzw. deren Einrichtung. Dies nur so als Gedankenanstoß für die Verantwortlichen des Facility Managements.

Wenn auch Sie dieses Video inspiriert hat, über die Kommunikation im allgemeinen und die Medientechnik im Speziellen nachzudenken, so stehe ich gerne als Ihr Gesprächspartner zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme und wünsche noch einen wunderschönen Sommer.

Sieben gute Gründe für IoT

Heute präsentiere ich Ihnen sieben gute Gründe für IOT, also ein paar Gedanken zum Thema, warum das Internet der Dinge (IoT = Internet of Things) vielleicht nicht bloß ein Hype ist, sondern Business-Realität.
Oder anders gesagt:
Warum Hersteller eigentlich gar keine andere Wahl haben, als sich eine klare Strategie rund um IoT zurechtzulegen.

Wie immer kommt die Motivation aus einer Kombination aus WOLLEN und MÜSSEN, oder weniger drastisch formuliert aus aktiven und passiven Motivationsfaktoren! 😉 „Sieben gute Gründe für IoT“ weiterlesen

The Future of Smart Building & Smart Building Security

Es ist mir eine große Freude anzukündigen, dass ich auf der kommenden Smart Building Conference in Amsterdam einer der Hosts einer Podiumsdiskussion sein werde mit dem Titel

INDUSTRY PANEL:
The Future of Smart Building & Smart Building Security

Inhalt:

Wie der Titel vermuten lässt, werden wir uns besonders mit der Sicherheit und auch mit deren Mangel in Smart Buildings beschäftigen. Nicht immer ist die Technik schuld daran, vielmehr „menschelt“ es bei vielen Projekten einfach ein wenig zu viel. Oder liegt es am Kunden, der (noch?) nicht genug Bedenken hat. Wir werden versuchen, diese und andere Fragen zu erörtern; für Spannung ist gesorgt.

Teilnehmer:

Mit mir gemeinsam sind zum jetzigen Zeitpunkt folgende Personen am Podium:

Eliot Lear, Senior Internet Engineer and Policy Expert bei CISCO Schweiz

Sein Profil lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um einen Experten allerhöchster Güte in Sachen Cybersecurity handelt, der federführend bei der Entwicklung von Internetstandards sowie Industriestandards von Cisco ist.

Matthew Marson, Management Consultant von Accenture UK

Als Consultant des Connected Spaces Programms von Accenture, einem der weltgrößten Beratungsunternehmens, ist er ausgewiesener Spezialist in Sachen Smart Buildings. Dass Matthew dabei nicht nur theoretisiert sondern ein Mann der Praxis ist, beweist seine Ausbildung als Architekt und Ingenieur.

Ich freue mich natürlich, mit solchen Spezialisten des Thema „Future of Smart Building & Security“ diskutieren zu können.

Programm
Die Smart Building Conference findet am Vortag des ersten Messetags der ISE statt. Wenn Sie also vielleicht schon einen Tag früher in Amsterdam sind, dann wäre es doch eine tolle Gelegenheit, diesen oder andere Vorträge zu besuchen.

Das vollständige Programm dieses Events können Sie hier finden.

The Future of Smart Building & Smart Building Security at RAI, Amsterdam

This panel will discuss the advancements and innovations that we can look forward to. Also, all the futuristic tech advancements and innovations that make smart buildings possible share a common Achilles heel. Their security model is still stuck in the past. Our panel will discuss the problem—and possible solutions.
Categories: Smart Building, IoT

 

Zigbee Dotdot

Auch wenn es nicht unbedingt auf allen IoT-Geräten draufsteht, ist Zigbee doch eine DER Technologien des IoT. Nun stellt die Alliance Zigbee Dotdot als verbindendes Element vor.

Die baldige Zukunft wird zeigen, ob es sich wirklich um einen Meta-Standard handeln wird, also um einen, der viele unterschiedliche Protokolle unter einen Hut bringen kann oder um (wieder einmal) nur einen neuen, zusätzlichen Standard.

Viel gibt es derzeit noch nicht zu berichten, außer dass DotDot einen wirklich coolen Namen und ein cooles Logo hat. Und ja, irgendwas ist es mit der Thread Group verbandelt. Die hält sich aber interessanterweise ziemlich zurück. Das ist zumindest auffällig, denn diese Gruppe rund um Google Nest ist normalerweise gar nicht verlegen, ganz früh mit Halbgarem an die Öffentlichkeit zu gehen.

Zu den technischen Details ist auch noch nicht viel bekannt. HEISE Online berichtet, dass Zigbee Dotdot eher alter Wein in neuen Schläuchen ist. Ich darf HEISE zitieren:

Dotdot ist nicht unbedingt neu, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung der ZigBee Cluster Library (ZCL). Sie beschreibt die Kommunikation zwischen einzelnen Geräten und wurde nun um neue Spezifikationen und ein Zertifizierungsprogramm erweitert.
(c) Heise Online

Das wäre in der Tat ziemlich alter Wein, datiert die ZCL doch zurück auf Juli 2007! Die letzte Revision des Standards ist von 2012 schon ziemlich lange bevor IoT überhaupt zum Begriff wurde.

Man wird sehen. Bis dahin ein nettes Video:

P.S.
Bitte um zweckdienliche Hinweise, warum mein Toaster mit meiner Espresssomaschine reden muss, danke!

Konferenz- und Meetingräume Zahlen, Daten, Fakten

Immer wieder werde ich gefragt, ob es über die von mir behandelten Themen Meetingräume, Konferenztechnik & Co auch belastbare Zahlen gibt. Also solche, die nicht dem Marketing-Wunschdenken mancher Hersteller entspringen, sondern überprüfbar von anerkannten Instituten stammen.

Nachfolgend ein paar ZDF (Zahlen, Daten, Fakten)

Mehr Räume, weniger Platz

Der Platz im Büro pro Mitarbeiter sinkt konstant! Dies ist aber nicht darauf zurückzuführen, dass immer mehr Leute in kleinen, engen Cubicles sitzen müssen! Vielmehr tragen Shard Spaces, also nicht-territoriale, gemeinsam genutze Arbeitsflächen anstatt eines fix zugewiesenen aber immer seltener benutzten Schreibtisch, dazu bei. Eine immer größere Anzahl an Mitarbeitern benötigt überhaupt keinen klassischen Schreibtisch mehr, weil diese entweder unterwegs, zu Hause oder im Office in Meetingräumen arbeiten. Motto: Am Schreibtisch sitzen kann ich zuhause auch, dafür muss ich nicht ins Büro fahren. „Konferenz- und Meetingräume Zahlen, Daten, Fakten“ weiterlesen

Energieeffizienz-Richtlinie und Gebäude

Energieeffizienz-Richtlinie und Gebäudeautomation

Die Energieeffizienz-Richtlinie, auch bekannt als Energy Efficiency Directive oder abgekürzt EED besagt vereinfacht gesagt, dass bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent der Energie eingespart werden soll. (Link zur Ur-Info auf dem EU-Server, Link zur österreichischen VersionBackground-Info auf Wikpedia.)

Dies gilt natürlich auch für Gebäude und wir alle haben schon von diversen Maßnahmen gehört oder diese sogar selbst angewandt, um das Unsrige dazu beizutragen. Begriffe wie thermische Sanierung sind in aller Munde. Aber warum wird intelligente Gebäudeautomatisierung so selten genannt.

Bei der oben angesprochenen Veranstaltung wurden die Fakten klar aufgezählt:

  • Gemäß der Energieeffizienz-Richtlinie müssen Gebäude Jahr für Jahr je 3% Energie einsparen.
  • 60% des Energieverbrauchs von Gebäuden sind Heizung, Kühlung, Beleuchtung
  • Building Management Systeme, zu deutsch Gebäudeautomatisierungen können bis zu 50% Energieeinsparung bewirken! Der wesentlichste Anteil davon sind bedarfsgeführte Regelungen also der Einsatz von Präsenzmeldern oder die Anbindung an Kalenderplattformen. (persönlicher Hinweis: Beispielsweise in Universitäten oder Fachhochschulen ist die Gebäudenutzung streng an einen Vorlesungsplan gekoppelt; ein Automatisierung dadurch denkbar einfach!)
  • LED-Beleuchtung spart 60-70% Energie im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung. Ein nicht unwesentlicher Teil davon ist der verminderter Kühlbedarf aufgrund der geringeren Abwärme von LEDs.

In der Tat gibt es schon tausende installierte Gebäudemanagement-Systeme, viele davon aber leider in einem bemitleidenswerten Zustand. Nur ein paar Negativ-Highlights:

  • Keinerlei Nacht- oder Wochenend-Absenkung. Hierzu zählt auch das eigentlich gar nicht so große Geheimnis, dass z.B. der Ostermontag zwar ein Montag aber trotzdem ein Feiertag ist und somit eher als Sonntag denn als Montag zu behandeln ist.
  • Keine einheitliche Uhrzeit im Gebäude und/oder fehlende Sommerzeit-Umschaltung. Es bedarf keiner besonders großen Fantasie zu erkennen, dass jedwede Schaltuhr-Funktionen ohne richtige Uhrzeit nur sehr wenig Sinn machen.
  • Isolierte Gewerke, die nicht miteinander kommunizieren. Speziell in der Übergangszeit wird in vielen Gebäuden gleichzeitig geheizt und gekühlt!
  • Präsenzmelder in den Räumen, welche zwar die 50W LED-Beleuchtung abschalten, wenn niemand im Raum ist, die 2 kW Heizung (= 40 facher Energieverbrauch!) läuft aber unverändert weiter!

Die Liste endet an dieser Stelle keinesfalls; es gäbe noch so einige Bonmots zu erzählen.

Was also tun?

Die allseits angesehene GARTNER Group stellte unlängst auf einem ihrer Treffen die These auf, dass bis ins Jahr 2020 IoT-Technologien dafür genutzt werden, Energieeinsparungs-Ziele zu erreichen und Themen wie SMART CITY aktiv treiben werden. 2015 meinte die Gartner Group, dass schon 2016 über 500 Millionen (!) Sensoren in sogenannten Smart Commercial Buildings verbaut werden, was einer jährlichen Steigerung von 39% (!) entspricht. Quelle hier.

Alles schön und gut, aber was hilft es, groß von Smart Building oder gar Smart City zu sprechen, wenn die schon bestehenden Systeme nicht vernünftig aufgesetzt sind, wenn die Daten der Sensoren nicht analysiert werden und daraus intelligente Schlüsse gezogen werden?

Irgendwie klaffen hier Wunschdenken, Theorie und Praxis weit auseinander. Meiner Meinung nach scheitern viele Projekte nicht an der Hardware sondern vielmehr daran, dass man sich nicht im Vorfeld genau überlegt, was mit der Hardware eigentlich gemacht werden soll. Ist es nicht an der Zeit hier die nötigen Ressourcen und Budgets auch für die „Brainware“ also für die durchaus vorhandenen Spezialisten bereit zu stellen?

Wie sehen Sie das? Ich freue mich auf Ihre Reaktionen.

Bericht vom Forum IOT 2016 in Wien

Hier ist er nun, mein Bericht zum Forum IOT 2016, welcher am 9.November 2016 im Wiener Museumsquartier stattfand. Ich lade Sie ein, zum Einstieg ins Thema meinen Vorab-Post zu lesen.

Ein wenig im Stile einer Executive Summary starte ich mit meinem persönlichen Fazit, welches da lautet:

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass dieser Event wahrscheinlich das Beste war, was in Sachen IoT jemals in Österreich passierte.

Aber lassen Sie mich ein wenig präzisieren:

Organisation

Der Veranstalter Seidler Consulting hat es geschafft, die vorhandene Fläche optimal zu nutzen und für die unterschiedlichen Bereiche Ausstellung, Forum/Keynote sowie Workshops die jeweils bestgeeigneten Räume vorzusehen. Die Akkreditierung war im Nu erledigt und schon war man umgeben von vielen Gleichgesinnten. Dass die Parkgarage im Museumsquartier eine der günstigsten in ganz Wien ist, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Programm

Das Forum IOT 2016 trug den Untertitel „ready for digital transformation“ und anders als der Name vermuten lassen würde, enthielt das Programm nicht nur Allgemeines und Politisches. Ganz im Gegenteil, die Agenda spannte einen weiten Bogen von der Politik & Unternehmensumfeld über Anwendungen, Chancen und Risken bis hin zu technischen Hands-On-Workshops, bei denen IoT in Action gezeigt wurde. Natürlich wurde auch IoT-Security thematisiert und ganz ohne Effekthascherei als eine der zentralen Herausforderungen bezeichnet.

Persönliche Highlights

Ohne besondere Reihenfolge eine kleine Auflistung meiner Highlights des diesjährigen Forum IOT 2016:

Digitalroadmap.at von Christian Rupp

Mit unerwartet viel Charme und Power startete der Tag und ließ zumindest für kurze Zeit die allgemein grassierende Politikverdrossenheit in Österreich vergessen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgestellten Programme und Initiativen des offiziellen Österreichs ihren Zweck auch wirklich erfüllen und junge wie etablierten Unternehmen wirklich helfen.

Designing the IoT with Microsoft

Dem Veranstalter ist zu gratulieren, dass ein Kapazunder wie Carl Coken, immerhin globaler Chef aller IoT OEM Agenden von Microsoft (offizieller Titel General Manager, IoT OEM Technical Sales) extra für diesen Event aus den USA angereist ist. Natürlich war es eine „Corporate Presentation“ und man war darauf aus, die IoT-Produkte und Services von Microsoft in bestem Licht zu präsentieren. Aber Microsoft steht hier exemplarisch für alle Großen (Amazon, Google & Co). Ich erlaube mir nochmals auf mein Statement im letzten Blogpost hinzuweisen:

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Die Powerpoint (what else?) von Carl Coken zeigte eindrucksvoll, welche neuen Geschäftsmodelle sich Microsoft für seine Partner und natürlich für sich selbst in Kombination mit IoT so vorstellt. Wer nach diesem Vortrag noch immer glaubt, das IoT irgendwas mit bastelenden SmartHome Nerds ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Going Digital: General Electric und seine Transformation zum digitalen Industrieunternehmen

Noch ein „Kracher“ in Sachen IoT. Die PREDIX Cloud-Plattform für IoT von GE bietet ein vollständiges Ready-To-Use Ökosystem für Firmen an, welche eben nicht bei Adam und Eva anfangen wollen, sondern möglichst schnell auf den Zug aufspringen wollen bzw. müssen. Hier steht das Cloud Foundry Partnerprogramm zur Verfügung, Details hier.

Als Beispiel wurde die Schindler-Gruppe genannt, allseits bekannt für Aufzüge und Rolltreppen. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit sollen nun über 200.000 Anlagen binnen 6 Monate (!) an die PREDIX-Cloud angeschlossen werden; der Endausbau liegt bei mehr als 1 Mio Anlagen. Die Gründe sind die durchaus bekannten: Neue Geschäftsmodelle wie z.B. Aufzüge werden nicht mehr verkauft, sondern der Kunde zahlt nach beförderten Personen oder auch 50% Einsparungen bei den Servicekosten durch Anlagen, die per IoT rechtzeitig auf Servicebedarf hinweisen.

Natürlich hat General Electric auf seine „Einser-Referenz“ hingewiesen. Es ist sind dies Flugzeugturbinen von Rolls-Royce, welche es dem Hersteller erlauben, Flugzeugturbinen an die Airlines per erfolgreich absolvierter Flugstunde zu vermieten anstatt zu verkaufen. Damit liegt das Risiko zu 100% beim Hersteller anstatt beim „Käufer“.
Hier sei nur nebenbei erwähnt, dass ein solches Geschäftsmodell z.B. bei MINOLTA Kopiergeräten schon 2009 eingeführt wurde. Solange stattet Minolta nämlich schon seine Bürogeräte mit einer SIM-Karte aus, die regelmäßig nach Hause meldet. Bei Rolls-Royce ist es hingegen ein ganzes Satellitennetz!
Bonmot am Rande: Dass Rolls-Royce nun intensiv mit Microsoft zu Gange ist, wurde in der GE-Präsentation natürlich nicht erwähnt! 😉

Oracle IoT Cloud und Opitz Consulting

Ja auch Oracle spielt mit im Reigen der IoT-Anbieter und Oracle spricht aus, was sich die anderen Anbieter nicht so recht zu sagen trauen:
IoT-Services gibt’s bei Oracle ausschließlich und ausnahmslos aus der Cloud!

Als Paradebeispiel wurde wieder einmal der gute alte Getränkeautomat genannt. Gerade als ich dachte, dass jetzt die Email-Meldung von zur Neige gehenden Füllständen als DIE Neuerung präsentiert wird (und ich schon wild entschlossen war, per Zwischenruf „das haben die Zigarettenautomaten schon seit 10 Jahren“ Richtung Podium zu schreien!), kamen doch noch einige sehr überzeugende Anwendungen.
Am besten gefiel mir die Verlagerung des Payments weg vom physischen Automaten hin in eine Webanwendung, welche auf dem Automaten bzw. auf dem Smartphone des Kunden läuft.
Während im ersten Fall die Erweiterung auf neue Payment-Systeme zwingend eine Vorort-Änderung der Software und vielleicht sogar auch der Hardware bedeutet, ist eine Webanwendung zentral gehostet. Alle Automaten können also über Nacht z.B. eine neue Kreditkarte akzeptieren oder plötzlich auch mit PayPal zusammenarbeiten.
Dies ist ein klassischer Vorteil einer cloudbasierten Lösung, welche ich dank Office365 jeden Tag selbst am eigenen Leib spüre.

IT vs. OT

Die burgenländische Firma T & G präsentierte die IoT-Firewall OP-Shield von Wurldtech, nachdem sehr treffend die speziellen Herausforderungen der OT (Operational Technology) im Vergleich zur IT (Information Technology) herausgearbeitet wurde:

  • Bei IT Ausfällen sind Daten betroffen bzw. verloren. Das stellt zweifellos einen Verlust dar, ist aber mit Geld zu bezahlen. OT-Ausfälle haben jedoch durchaus das Potenzial, Menschenleben zu gefährden! Man denke nur ein explodierende Chemie-Werke oder außer Kontrolle geratene Kraftwerke.
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die allermeisten OT-Netzwerke irgendwie und irgendwo dann doch mit dem Internet verbunden sind. Das Märchen vom komplett abgeschotteten Steuer-Netzwerk ist also meist auch ein solches.
  • Während beispielsweise viele Smartphones (aus welchen Gründen auch immer!) schon nach 2 Jahren ausgetauscht werden und somit Sicherheitslücken auch wieder vom Markt verschwinden, sind Industriegeräte oft 10 Jahre und mehr im Einsatz. Im Gegensatz zu PC und Tablet sind aber automatische Updates, Patchmanagement und regelmäßige Security-Audits in der Steuerungstechnik weitgehend unbekannt.

Der Nutzen von Produkten wie dem OP-Shield liegt nun in der bestmöglichen Isolation der Steuerungstechnik vom Rest der Welt. Deep Packet Inspection, welche die IoT Protokolle wie z.B. MODBUS versteht und somit intelligentes Firewalling erlaubt als Schlüssel zu mehr Sicherheit.
Alles in allem ein sehr interessanter und realistischer Ansatz. Kein Wunder, dass Wurldtech nicht mehr eigenständig ist, sondern von General Electric übernommen wurde!

Pitch-Contest

Sie kennen mich, IoT und Startups sind meine Leidenschaft, wie toll sind dann erst IoT-Startups?!

Folgende Startups durften vor dem Fachpublikum ihre 5 Minuten Pitches präsentieren.

Luke Roberts

Sicher einer der Shooting-Star am österreichischen Startup-Himmel. Die per Smartphone App steuerbare Lampe ist ohne Übertreibung eine völlig neue Gerätegeneration. Dass die Jungs das Produkt komplett ohne externe Finanzierung (abgesehen von Crowdfunding) durchgezogen haben, also noch immer 100% der Company halten, ist unglaublich. Ich ziehe den Hut vor diesem Startup und hoffe, künftig noch mehr darüber berichten zu können. BRAVO!

Sequality Software Engineering

Dieses Startup aus dem Umfeld der FH Hagenberg, einer echten Keimstätte österreichischer High-Tech Firmen, bietet moderne User Interfaces (UI) für Industrie- und Medizingeräte an. In der Tat ist es ja nicht ganz einfach zu verstehen, warum die allermeisten Smartphone Apps nahezu selbsterklärend sind, während viele banale Medizingeräte praktisch unbedienbar sind. Dass UIs für Industriegeräte auch hübsch sein können, wurde anschaulich demonstriert.

Locca

“GPS-Tracking for things” ist der Claim, wobei “things” durchaus auch Hund & Katz sein können. Dank ausgefeilter und äußerst smarter Technik sind Akkulaufzeiten von 7- bis 30 Tagen möglich. Dies ist sehr relevant, denn der Erfolg solche Systeme ist nur dann gegeben, wenn alles einfach ist. Jeden Abend alle möglichen Dinge und Haustiere an einer Ladeschale zu versammeln, würde sicher nicht funktionieren!
Dass Geolocation noch viele andere interessante Anwendungen bietet, hilft diesem Startup sicher, noch die eine oder andere Marktnische zu finden.

Twingz

Ich gebe es zu, Twingz ist mir auch ans Herz gewachsen. Anstatt gegen die Windmühlen der Smartmeter-Lobby zu kämpfen, habt dieses Unternehmen ein modulares Gadget entwickelt, welche selbst 30 Jahre alte Ferraris-Stromzähler optisch auslesen kann. Der echte Clou ist jedoch die Intelligenz der Software, welche anhand der typischen Verbrauchsmuster (Einschaltdauer, Stromverbrauch, etc.) einzelne Geräte im Haushalt erkennen kann und unabhängig tracken! Dieses Feature ist meiner Meinung nach ein echter Game-Changer! Denn anstatt darauf zu warten, dass sowohl Stromzähler als auch Haushaltsgeräte geeignete Schnittstellen anbieten, geht Twingz den umgekehrten Weg und arbeitet mit dem zahlreich vorhandenen Bestand! Sehr, sehr clever!
Da war es nur allzu verständlich, dass der CEO auf die Zwischenfrage aus dem Publikum „und was machen Sie, wenn Miele & Co dann geeignete Sensoren in die Geräte ab Werk einbaut?“ eine äußerst gute Antwort parat hatte. Zitat: „Dann freuen wir uns, dass wir die Verbrauchsdaten endlich geliefert bekommen anstatt sie mühsam selber holen zu müssen. Unsere Wertschöpfung liegt ja in der Interpretation der Daten und nicht in deren Gewinnung!“ Chepaeu! – Herr Werner Weihs-Sedivy, der war brilliant!

SCLABLE

Ich gestehe es ganz ehrlich, ich habe den Unternehmenszweck dieses Startups nicht wirklich kapiert! Ob die smarten Jungs nun eine Dienstleistung anbieten, Softwareentwicklung anbieten oder „nur“ Berater sind, hat sich mir nicht erschlossen. Der Claim „Fail fast & learn fast“ ist ein schon oft gehörtes Startup-Mantra, hat mir aber nicht geholfen zu verstehen, welchen Customer Need dieses Unternehmen lösen will. Aber offensichtlich machen die ihre Sachen gut und richtig, denn mit mehr als 20 Leuten ist es ja schon fast kein Startup mehr.

Zusammenfassung

Schon alleine an der Länge dieses Blogpost können Sie erkennen, dass das Forum IOT 2016 in meinen Augen ein voller Erfolg war. Den Veranstaltern Seidler Consulting ist von ganzem Herzen zu gratulieren!
Irgendwie bezeichnend war, dass der Hashtag #ForumIoT2016 für österreichische Verhältnisse intensiv genutzt wurde.
ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr und vielleicht kontaktiert mich ja jemand, denn ich hätte da so ein paar Ideen für einen Vortrag zum Thema IoT im Gebäude ….. 😉

Warum eigentlich IoT?

Der Begriff Internet of Things oder kürzer IoT geistert durch alle Medien nirgendwo lese ich „warum eigentlich IoT“? Wer ein wenig mit Google & Co umgehen kann, wird hunderte Artikel darüber finden, WAS IoT ist. Aber vielleicht haben Sie sich schon einmal die WARUM Frage gestellt? Ich weiß schon, wann immer es um Innovationen geht, kommt man sich als WARUM-Frager immer ziemlich altmodisch vor. IoT ist neu und cool und sexy und modern und das muss als Rechtfertigung genügen, oder?

Nachfolgend ein paar Argumente, welche dafürsprechen, dass IoT eben keine kurze Modeerscheinung ist, sondern viele Bereiche unseres privaten und beruflichen Lebens fundamental verändern. Oder etwas knackiger:

„IoT ist unverzichtbar für die Megatrends des 21. Jahrhunderts“

Konvergenz von virtueller und realer Welt

Während früher IT eben pure Informationstechnologie war, also sich mit nicht angreifbaren Dingen beschäftigte, zieht die Technologie nun in alle Bereiche des realen Lebens ein. Von der Heizungssteuerung über die Körperfettwaage im Badezimmer bis hin zum smarten Etikett auf dem T-Shirt.

Mehr Daten für bessere Entscheidungen

Dass man kann nie genug wissen kann, ist eine altbekannte Tatsache. Und genau dafür sorgen die grenzenlosen Sensorenwelten der IoT-Apostel. Für weite Bereiche stimmt dies auch. Egal ob Produktion, Logistik oder auch die eigene Waschmaschine; genaue Kenntnis über den Ist-Zustand gepaart mit intelligenten Algorithmen ermöglicht bessere Entscheidungen, höhere Effizienz, geringeres Risiko. Green Technologies sind eines DER klassischen IoT Anwendungsfälle.

Neue Businessmodelle

Die Geschäftswelt ist permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Dies ist keine neue Entwicklung, sondern diese Suche nach Neuem ist so alt wie die Menschheit. Wenn also immer mehr Daten darauf warten, analysiert zu werden, ist es vollkommen normal, dass Unternehmer daraus ein Geschäft machen wollen. IoT eröffnet viele neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Analyse, Controlling und Beratung aber auch bei Visualisierung und diversen Dienstleistungen. Schließlich will der Kunde die Daten nicht in ihrer Roh-Form, sondern hübsch aufbereitet erhalten.

Neue Wertschöpfungsketten

Durch das Vordringen von Internet-Technologien selbst in die hintersten Winkel der analogen Welt entstehen auch neue Wertschöpfungsketten. Oder deutlich bodenständiger ausgedrückt: Internetfirmen, seien es Netzwerkbetreiber, Cloud-Datenspeicher oder ähnliche IT-Firmen werden noch mehr als bisher mitverdienen, wenn jemand einen Tisch fertigen lässt oder eine Maschine meint, Servicebedarf zu haben. Um nur eine einzige Zahl zu nennen:

Telcos, also multinationale Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom, Verizon & Co haben fix eingeplant, schon binnen weniger Jahre 5-10% Ihres Umsatzes mit IoT-Service zu erzielen.
(Quelle: Arthur D. Little)

Große werden noch größer

Ob man das nun gut findet oder nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass sich „die Großen“ in Sachen IoT die Butter vom Brot nehmen lassen. Soll heißen auch wenn die aktuellen Innovationen von vielen kleinen Startups kommen, so werden diese binnen kürzester Zeit von Konzernen übernommen werden und verstärken dort bestehende Produkte und Services. Oder denken Sie etwa wirklich, dass die IoT-Anbindung Ihres Fuhrparks von irgendjemand anders als dem Autohersteller realisiert werden wird?

Das Warten auf den einen Standard macht keinen Sinn

Viele behaupten zurecht, dass die Erfolgsstory Internet zu einem sehr großen Teil möglich war, weil kluge Köpfe vorausschauend Standards definiert haben, die auch noch heute gültig sind. Man denke nur an HTML oder SMTP für Emails. Im Unterschied zu heute, d.h. zu IoT gab es damals aber kaum jemand, der dem Internet wirtschaftliche Wichtigkeit beigemessen hatte. Es war also einfach, sich einem Vorschlag eines anderen anzuschließen, wenn dieser technisch fundiert war und in bester Open Source Manier veröffentlicht wurde.
Im Gegensatz dazu trifft die aktuelle IoT-Welle auf ein vollständig Business-orientiertes Internet, wo Riesen wie Google, Amazon und Microsoft nicht nur auf Milliardenerlöse hoffen, sondern ebensolche Milliarden vorab investieren um ihre Varianten als Industriestandard durchzudrücken.
Es ist also vollkommen zu erwarten, dass sich diese nicht auf einen einzigen Standard einigen werden, sondern mehrere Wahrheiten geben. Dies muss aber kein Nachteil sein, sondern bietet weitere Möglichkeiten für qualifizierte Dienstleistungen.
Nicht zuletzt gibt es auch gewichtige technische Gründe dafür, dass nicht ein einziger Standard für alle richtig ist.

Fazit

Die technische Seite von IoT ist von wenigen Ausnahmen abgesehen, absolut keine Revolution, sondern die konsequente Weiterentwicklung von bestehenden Trends und Technologien. Die unzähligen neuen Businessmodelle rund um IoT haben jedoch das Zeug, unsere Welt gründlich und nachhaltig zu verändern.

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Dieser Blog-Post entstand zur Einstimmung am Vorabend des Österreichischen IoT-Days, von dem ich gesondert berichten werde.

 

Interview zur Lage der AV-Branche

Wieder einmal kam ein Fachmagazin zu mir und fragte mich um meine Einschätzung zur aktuellen Lage der AV-Branche. Ohne jetzt dem ganzen Artikel, bei dem meine Statements von Tim Kridel ausgezeichnet in lesbare Form gebracht wurden, vorgreifen zu wollen, so erlaube ich mir nachfolgend eine Kurzzusammenfassung.

Die Medientechnik-Branche steckt in einem gewaltigen Transformationsprozess, der alle Bereiche des Sales Channels von den Herstellern bis hin zu den Installateuren und Händlern betrifft.

Nachfolgend der Link zum kompletten Online-Artikel bei INAVATE. Teile davon werden auch in der September-Ausgabe des InAVate-Magazine zu lesen sein.

Seismic shifts shake AV distribution landscape

Ein paar Worte zum InAVate Magazin

Ich erlaube mir hier ausdrücklich ein wenig Werbung für das InAVate-Magazine zu machen. Es ist sicher eines der besten, ganz sicher aber das wichtigste europäische Branchenblatt der Medientechnik in Europa. Der Newsletter ist sowieso Pflichtlektüre und das monatliche Printmagazin sollte es ebenso sein.

Ich wünsche Ihnen noch viel Vergnügen beim Lesen und hoffe, von Ihnen per Kommentar oder in den sozialen Medien zu lesen.