Wie IoT einen echten Mehrwert bringt

IoT-Zyklus

Alle reden über das IoT, das Internet of Things, zu Deutsch Internet der Dinge, aber wozu braucht man das überhaupt? Die Frage, wie IoT einen echten Mehrwert bringt, stellen sich wahrscheinliche alle, die sich nicht als Anbieter sondern als potentieller Kunde oder Nutzer damit beschäftigen.

Begriffsdefinition

Wikipedia beschreibt IoT verblüffend einfach:

Das Ziel des Internets der Dinge ist es, die Informationslücke zwischen der realen und virtuellen Welt zu minimieren. Diese Informationslücke besteht, weil in der realen Welt Dinge tatsächlich einen bestimmten Zustand haben (z. B. „Luft ist kalt“, „Druckertoner ist voll“), dieser Zustand im Internet jedoch nicht bekannt ist. Ziel ist also, dass viele reale Dinge die eigenen Zustandsinformationen für die Weiterverarbeitung im Netzwerk zur Verfügung stellen.

Der Ansatz ist also trivial: Sobald „reale Dinge“ ihren aktuellen Zustand zur Verfügung stellen, können andere Systeme oder auch Menschen überhaupt davon Kenntnis erlangen. Und dies ist die Grundbedingung für die Steuerung oder Optimierung.

Das Milliardenbusiness IoT

Die allseits bekannte Gartner Group sagt voraus, dass schon 2020 ca. 20,8 Mrd (!) Geräte am IoT hängen werden (Gartner Group says billions of connected „things“). Lassen wir einmal das große Geschäft mit der dafür nötigen Hardware außer Acht, so steht eines fest:

IoT wird dafür sorgen, dass Aussagen wie „das habe ich doch nicht gewußt“ oder „wenn wir das gewusst hätten“ im Business Umfeld nur mehr als Ausrede angesehen werden.

Konzepte wie Big Data sind eng mit IoT verknüpft, denn erst die intelligente Auswertung der enormen Datenmengen kann zu verwertbaren Ergebnissen und darauf aufbauenden Entscheidungsgrundlagen führen.

IoT im Umfeld von Arbeitsplatz und Gebäude

Hier gilt es einen Zyklus von drei abgrenzbaren Bereichen zu unterscheiden:

  1. Sammeln von Daten

Natürlich kann man vor jedem Meetingraum einen Menschen setzen und der oder die arme Seele protokolliert dann, wie oft der Raum benutzt wird bzw. wie lange der Raum dazwischen leer steht. Das ist sehr aufwendig aber ziemlich genau. Man könnte auch die Nutzer nach Ihren Gewohnheiten oder Wünschen befragen; das geht schneller, die Ergebnisse sind aber meist ziemlich unbrauchbar. Hier können Sensoren aller Art die Belegung von Räumen viel effektiver und vorallem ungleich preisgünstiger messen und protokollieren. IoT in Reinkultur!

  1. Analyse in höchster Genauigkeit

IoT kann gewaltige Datenmengen in kurzer Zeit generieren. Es ist die Aufgabe von Big Data Analyse, daraus verwertbare Ergebnisse zu destillieren. Komplexe Algorithmen können Fakten aufzeigen, nach denen ursprünglich gar nicht gefragt wurde und die Erkennung von Trends visualisiert zeitliche Änderungen. Meiner Meinung nach sind es genau diese Trends und auch die Über/Unterschreitung von vorher definierten Grenzwerten, die eine gute Analyse ausmachen.

  1. Entscheidungshilfe

Die Rohdaten und deren Analyse werden es schließlich erleichtern bzw. in vielen Fällen überhaupt erst ermöglichen, Entscheidungen zu begründen oder diese treffsicherer zu gestalten. Echte Fakten auf Knopfdruck zur Verfügung zu haben vermindert Fehlentscheidungen und somit erhöhte Kosten. Langfristig noch wichtiger ist jedoch der Regelkreis-Charakter eines solchen Systems.  Weil ja die Auswirkungen dieser getroffenen Entscheidungen wiederum gemessen und analysiert werden (IoT ist ja ein dauernder Prozess und keine einmalige Aktion!), bekommt man ein absolut perfektes Feedback betreffend der Auswirkung der getätigten Entscheidungen! (Ob dies der oder die Entscheider jedoch immer begrüßen wird, wenn die Auswirkungen seiner Entscheidungen so nachvollziehbar sind, sei an dieser Stelle einmal nicht näher hinterfragt.)

Zusammengafasst in einer Grafik:

Wie IoT einen echten Mehrwert bringt
Echter Mehrwert durch verbesserte Entscheidungsgrundlagen
Beispielhafte Auswirkungen auf Gebäude und Arbeitsabläufe

An dieser Stelle nur ein paar kleine Beispiele aus der Praxis, wie sich IoT ganz konkret auswirken kann bzw. welche Fragen damit beantwortet werden können:

  • Stimmt es, dass alle unsere Meetingräume wirklich immer am Vormittag völlig ausgebucht sind aber nach 1500 Uhr fast alle leerstehen?
  • Wir haben zwar dieses tolle Raumbuchungssystem aber offensichtlich nehmen das nicht alle ernst. Im Restaurant ruft man an und sagt eine Reservierung ab, wenn man verhindert ist, aber bei uns gibt es sogar wöchentliche Meetings von längst aufgelösten Arbeitsgruppen.
  • Wir haben letztes Jahr um viel Geld Dokumentenkameras in jedem Besprechungszimmer installiert. Verwendet die auch wer?
  • Die Videokonferenz-Zimmer sind immer auf Wochen im Voraus ausgebucht. Kein Wunder, die haben ja auch wirklich tolle Ledersofas und sind gleich neben der Kaffeeküche. Aber werden die wirklich nur für Videokonferenzen verwendet?
  • Der IT-Leiter fragt mich, wieviele Leute eigentlich die Fix-PCs in den Meetingräumen verwenden. Irgendwie hat er recht; wenn eh alle mit den Notebooks in die Meetings gehen, könnte man sich eine Menge Geld sparen. Diese PCs müssen gekauft und verwaltet werden, verbrauchen Lizenzen und als frei zugängliche PCs sind sie ein hohes Sicherheitsrisiko.
  • Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen: Bei uns im Büro gibt es seit vielen Jahren einen Präsenzmelder auf dem WC für die eine Lampe, damit das Licht nur dann brennt, wenn auch jemand drinnen ist. Warum aber jeden Tag im ganzen Stockwerk mit Ausnahme des WCs bis Mitternacht das Licht brennt, nur weil aufgrund der neuen Gleitzeitregelung vielleicht eine Kollegin Überstunden macht, ist doch sehr eigenartig. Geht das nicht anders?

Diese Liste läßt sich nahezu beliebig fortsetzen. Das Sparpotential ist enorm und man kann nur hoffen, dass IoT hier einen massiven Beitrag zur Kostensenkung leisten wird.

Ausblick

IoT im Gebäudeumfeld und insbesonders im Bereich der Raum -und Gerätenutzung ist ein echter Game Changer und wer sich mit dem Thema nicht eingehend beschäftigt, bekommt die Rechnung dafür mit hohen Betriebskosten, suboptimalem Arbeitsumfeld und demotivierten Mitarbeitern präsentiert. Betrachten Sie IoT als eine Chance, endlich Licht ins Dunkel der Ressourcennutzung im Arbeitsumfeld zu erhalten.

Dieses Thema wird noch in vielen kommenden Blogposts näher betrachtet werden und ich werde auch Praxistipps geben sowie von real existierenden Lösungen für diese Herausforderungen berichten. Gerne arbeite ich auch Ihre Vorschläge ein; dafür gibt es die Kommentarfunktion.

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