Medientechnik in der COVID19-Krise

Ist Audio/Video wirklich schon alles, womit Medientechnik in der COVID19-Krise den Betrieb von Unternehmen unterstützen kann?

Kaum jemals zuvor wurde so viel über AV-Medientechnik gesprochen. Homeoffice, Video-Meetings oder auch Webinare. Aber ist Audio/Video wirklich schon alles, womit Medientechnik in der COVID19-Krise den Betrieb von Unternehmen unterstützen kann? Es mag Sie verehrte Leser überraschen, aber da geht noch mehr. Wir müssen nur ein wenig kreativ sein; thinking outside the box wie das die Amerikaner nennen. Nachfolgend ein paar ungewöhnliche aber absolut realistische Applikationen.

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Nachlese zum IoT Forum CE in Wien

Wie war es nun das IoT Forum CE in Wien Mitte Mai?

Wie in meiner Ankündigung zu diesem Event (Link) nachzulesen ist, war meine Erwartungshaltung ja einigermaßen hoch.

Immer der Reihe nach

Ob der Event nun wirklich IoT Forum Austria oder CE (für Central Europe) heißen soll, lasse ich einmal dahingestellt. Als richtig internationales Event war es zumindest geplant, denn alle Vorträge wurden in Englisch gehalten. Fakt ist auch, dass sich einige nicht-österreichische Gäste hierher verirrt haben und das ist ja schon einmal gut. Trotzdem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Anzahl der Besucher absolut unbefriedigend war.

Während am ersten Tag die Räume noch gut gefüllt waren und bei den parallellaufenden Vorträgen überall reichlich Besucher zu zählen waren, war der zweite Tag zumindest für meine persönliche Einschätzung absolut unbefriedigend. Zieht man die Speaker, deren Anhang und die Aussteller bzw. Anbieter auf Konkurrenzbeobachtung ab, dann blieb nur ein bescheidener Rest an „echten“ Besuchern. SCHADE, SCHADE!

Ursachenforschung

Woran kann es gelegen haben?

War der doch recht stolze Preis von über EUR 700,- für die zweitägige Konferenz zu hoch? Mag sein, wenn auch andere Konferenzen ähnliche Gebühren verlangen und auch bekommen. Sicher nicht vergessen darf man, dass es bei Konferenzen dieser Art durchaus stattliche Freikontingente für Aussteller, Presse, Speaker gibt.

Waren die Vortragsthemen langweilig oder irrelevant? Von meiner Seite dazu ein klares Nein! Die Qualität der Speaker und die Themen waren durchwegs auf hohem Niveau.

Die Tatsache, dass der Kongress zeitgleich mit thematisch verwandten Fachmessen stattgefunden hat, ist da vielleicht schon eher ein Grund. Eine Messe zu besuchen heißt immer einen dicht gedrängten Terminkalender zu haben. Wer also möglichst viele Aussteller besuchen will, ist wahrscheinlich nicht in der Stimmung sich mehrere Stunden in ein Kongress-Ambiente zu begeben.

Fazit

IoT, speziell in Österreich, ist immer noch ein wenig wie Sex unter Teenagern: Ganz viele reden darüber aber viel weniger machen es auch wirklich!

Für mich hat sich der Besuch jedenfalls gelohnt. Viele neue Kontakte wurden geknüpft, manche Vorträge haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und das Catering war ein Aushängeschild österreichischer Gastlichkeit. Kongress-Herz, was willst Du mehr?

Naja, mehr Besucher halt, aber das sagte ich bereits!

Hier noch ein Link auf andere IoT-Themen auf diesem Blog.

IoT Forum CE am 16. und 17. Mai 2018

Ganz ehrlich, ich freue mich schon sehr auf das IoT Forum CE. Ob der Namenswechsel von Austria zu CE (Central Europe) eine leere Ankündigung bleibt oder doch der erste Schritt in Sachen Internationalisierung ist, wird sich zeigen. Zu wünschen wäre es diesem Event allemal.

Viele interessante Talks sind auf dem Programm und teilweise bis zu drei parallele Sessions zeigen, dass IoT ein wirklich breites Spektrum an Möglichkeiten bietet. Es gibt etwas über IoT in Entwicklungsländern zu lernen. Smart Cities dürfen ebensowenig fehlen. Und natürlich auch die Zukunftsthemen Smart Analytics, Cloud und Edge Computing.

Besonders freue ich mich aber, dass neben den oft recht plakativen Vorzeigeprojekten auch Real-World Themen angesprochen werden wie z.B. Lean Digitalisation, also wie geht man ein IoT-Projekt eigentlich an? Was ist ein realistischer Plan (sowohl in Sachen Budget als auch Zeitrahmen) für ein Pilotprojekt, ein Proof of Concept? Viel zu oft scheitern leider IoT-Projekte schon in diesem Stadium. Sehr schön, dass der Veranstalter auch diesen praxisgerechten Punkten Raum einräumt.

Das IoT-Forum und die zeitgleich stattfindenden Messen

Das IoT-Forum CE – https://www.iot-forum.at/

Die Messe C4I – Connectivity for Industry – https://www.c4i.at/de.html

Die Messe Smart Automation Austria – http://www.smart-wien.at/

Die Messe Intertool – http://www.intertool.at/

Fazit: IoT Forum CE, wir sehen uns! In der Zwischenzeit noch ein Link auf andere IoT-Themen auf diesem Blog.

Logitech hat keine Ahnung vom Smart Home

Sorry, ich kann die heute durch viele Medien gegangene Ankündigung nur so interpretieren: Logitech hat keine Ahnung vom Smart Home.

Dass Logitech die für die Funktion der Harmony Link nötige Cloud-Infrastruktur mit März 2018 abdreht, ist wieder einmal ein trauriger Beweis dafür, wie wenig die klassischen Consumer-Electronic Hersteller vom Thema WOHNEN, HAUS & Co verstehen.

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Asien ist Vorreiter beim Thema Smart City

Begriffe wie Smart City oder Smart Living sind in aller Munde. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest: Asien ist Vorreiter beim Thema Smart City.

Die Gründe dafür sind vielfältig, nachfolgend nur eine kleine Auswahl an Gründen dafür:

  1. Der Zuzug aus den ländlichen Regionen in die immer stärker wachsenden Städte ist ungebrochen. Dies stellt eine immer größer werdende Herausforderung für Asiens Megacities dar.
  2. In Asien sind große städtebauliche Veränderungen nichts Neues. Schon öfters wurden ganze Stadtteile im wahrsten Wortsinne aus dem Boden gestampft. Zu neudeutsch „green field deployments“ oder ganz banal „auf die grüne Wiese gestellt“.
  3. In Asien gibt es viele technische Universitäten, die jährlich eine Unmenge an Ingenieuren hervorbringen. Man darf sich daher nicht über immenses Humankapital wundern.
Smart City ist mehr als Automation

Wer nun glaubt, dass die Asiaten ausschließlich total verliebt in technische Details sind, aktuell als IoT (Internet of Things) in aller Munde, der irrt jedoch gewaltig. Aktuelle Beispiele zeigen eine Vielzahl an cleveren Detaillösungen aus verschiedensten Fachrichtungen.

Oder anders gesagt:

Smart City = Smart Planning + Smart Environment + Smart Estate Services + Smart Living

Ein großartiges Beispiel aus Singapur:

Anstatt vieler Worte lade ich Sie ein, dieses Video von einer TEDx Konferenz aus dem Jahre 2015 aus Singapur anzusehen. Asien ist der Vorreiter beim Thema Smart City. Dieses Video lieferte auch die Inspiration zu diesem Blogpost:

Mir sind besonders folgende wirklichen smarten Detaillösungen aufgefallen:

  • Computerunterstützte Platzierung der Gebäude sowie aerodynamische Anpassung der Gebäudehüllen verbessern die natürliche Ventilation.
  • Strategische Platzierung von Solarpanels und Klimaanlagen. Bei beiden sinkt der Wirkungsgrad bei zu hohen Temperaturen aufgrund von Wärmestaus immens. 20% und mehr Energieeinsparung nur durch clevere Belüftung dieser Komponenten sind leicht erzielbar!
  • Platzierung von Kinderspielplätzen und Restaurant-Terrassen in jenen Bereichen, welche durch Nachbargebäude abgesschattet werden erspart Sonnensegel oder zusätzliche Bauten.
  • Verkehrsstrom-Analysen zeigen in Real-Time, wo und vorallem wann es sich staut. Dafür die ohnehin perfekt vernetzten Taxis zu verwenden, finde ich besonders smart. Das ist IoT in Reinkultur!

Welche Details in Sachen Smartness haben Sie in diesem Video noch entdeckt?

Fazit:

IoT, Smart Everything & Co sind in aller Munde. Dass es aber die konsequente Verbindung von meist ohnehin schon verfügbaren Technologien ist, wird allzuoft vergessen. Selbstverständlich bringen günstige Sensoren, WiFI und 4G allerorten sowie Cloudcomputing samt Analytics eine neue Dimension in das Thema. Städteplanung, Architektur und nicht zuletzt auch die Soziologie bleiben aber topaktuell. Asien ist Vorreiter beim Thema Smart City wie viele aktuelle Entwicklungen zeigen.

Wie denken Sie über das Thema? Ich freue mich auf Ihr Feedback in den sozialen Netzen und hier als Kommentar.

10 Fragen des Raummanagements – Teil 9

Hier ist er nun der finale Teil der Blogpost-Series „10 Fragen des Raummanagements“. Wenn Sie erst jetzt eingestiegen sind, so finden Sie hier den Beginn dieser Serie.

Dass es so lange bis zum Grande Finale gedauert hat, war ursprünglich nicht geplant. Die zusätzlichen Erfahrungen einiger Projekte waren es meiner Meinung jedoch nach absolut wert. Es ist mir eine Freude, nachfolgend nun endlich eine Art Schlussstein zu setzen. Diese Artikelserie ist meines Wissens nach im deutschen Sprachraum noch immer einzigartig. Durch das umfangreiche Feedback fühle ich mich bestätigt und bedanke mich bei Allen für das Interesse.

Was kostet der Spaß?

Einer der offenen Fragen aus den vorangegangenen Beiträgen ist die Frage nach den Kosten. Und wie immer ist die Antwort: „Es kommt ganz drauf an“ bzw. die internationale Variante: „Well, it depends!“

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Einen Schutzhelm für den CIO

Eigentlich ist die Geschichte eine alte. Die Baustelle ist so gut wie fertig und die Benutzer sollen das Gebäude übernehmen. Dies ist auch die Zeit, wo ein CIO oftmals zum ersten Mal erfährt, wofür er/sie denn künftig noch so zuständig sein soll. Denn eines ist sicher: Moderne Gebäude bestehen schon lange nicht mehr nur aus Beton und Stahl.

Doch wo war der CIO während der gesamten Planungs- und Bauphase? Daher mein heutiges Motto:

Einen Schutzhelm für den CIO!

Oder ein wenig weniger plakativ: CIOs oder ihm unterstellte Personen MÜSSEN meiner Meinung nach in den Design- und Realisierungsprozess eingebunden werden.

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The Future of Smart Building & Smart Building Security

Es ist mir eine große Freude anzukündigen, dass ich auf der kommenden Smart Building Conference in Amsterdam einer der Hosts einer Podiumsdiskussion sein werde mit dem Titel

INDUSTRY PANEL:
The Future of Smart Building & Smart Building Security

Inhalt:

Wie der Titel vermuten lässt, werden wir uns besonders mit der Sicherheit und auch mit deren Mangel in Smart Buildings beschäftigen. Nicht immer ist die Technik schuld daran, vielmehr „menschelt“ es bei vielen Projekten einfach ein wenig zu viel. Oder liegt es am Kunden, der (noch?) nicht genug Bedenken hat. Wir werden versuchen, diese und andere Fragen zu erörtern; für Spannung ist gesorgt.

Teilnehmer:

Mit mir gemeinsam sind zum jetzigen Zeitpunkt folgende Personen am Podium:

Eliot Lear, Senior Internet Engineer and Policy Expert bei CISCO Schweiz

Sein Profil lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um einen Experten allerhöchster Güte in Sachen Cybersecurity handelt, der federführend bei der Entwicklung von Internetstandards sowie Industriestandards von Cisco ist.

Matthew Marson, Management Consultant von Accenture UK

Als Consultant des Connected Spaces Programms von Accenture, einem der weltgrößten Beratungsunternehmens, ist er ausgewiesener Spezialist in Sachen Smart Buildings. Dass Matthew dabei nicht nur theoretisiert sondern ein Mann der Praxis ist, beweist seine Ausbildung als Architekt und Ingenieur.

Ich freue mich natürlich, mit solchen Spezialisten des Thema „Future of Smart Building & Security“ diskutieren zu können.

Programm
Die Smart Building Conference findet am Vortag des ersten Messetags der ISE statt. Wenn Sie also vielleicht schon einen Tag früher in Amsterdam sind, dann wäre es doch eine tolle Gelegenheit, diesen oder andere Vorträge zu besuchen.

Das vollständige Programm dieses Events können Sie hier finden.

The Future of Smart Building & Smart Building Security at RAI, Amsterdam

This panel will discuss the advancements and innovations that we can look forward to. Also, all the futuristic tech advancements and innovations that make smart buildings possible share a common Achilles heel. Their security model is still stuck in the past. Our panel will discuss the problem—and possible solutions.
Categories: Smart Building, IoT

 

Energieeffizienz-Richtlinie und Gebäude

Energieeffizienz-Richtlinie und Gebäudeautomation

Die Energieeffizienz-Richtlinie, auch bekannt als Energy Efficiency Directive oder abgekürzt EED besagt vereinfacht gesagt, dass bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent der Energie eingespart werden soll. (Link zur Ur-Info auf dem EU-Server, Link zur österreichischen VersionBackground-Info auf Wikpedia.)

Dies gilt natürlich auch für Gebäude und wir alle haben schon von diversen Maßnahmen gehört oder diese sogar selbst angewandt, um das Unsrige dazu beizutragen. Begriffe wie thermische Sanierung sind in aller Munde. Aber warum wird intelligente Gebäudeautomatisierung so selten genannt.

Bei der oben angesprochenen Veranstaltung wurden die Fakten klar aufgezählt:

  • Gemäß der Energieeffizienz-Richtlinie müssen Gebäude Jahr für Jahr je 3% Energie einsparen.
  • 60% des Energieverbrauchs von Gebäuden sind Heizung, Kühlung, Beleuchtung
  • Building Management Systeme, zu deutsch Gebäudeautomatisierungen können bis zu 50% Energieeinsparung bewirken! Der wesentlichste Anteil davon sind bedarfsgeführte Regelungen also der Einsatz von Präsenzmeldern oder die Anbindung an Kalenderplattformen. (persönlicher Hinweis: Beispielsweise in Universitäten oder Fachhochschulen ist die Gebäudenutzung streng an einen Vorlesungsplan gekoppelt; ein Automatisierung dadurch denkbar einfach!)
  • LED-Beleuchtung spart 60-70% Energie im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung. Ein nicht unwesentlicher Teil davon ist der verminderter Kühlbedarf aufgrund der geringeren Abwärme von LEDs.

In der Tat gibt es schon tausende installierte Gebäudemanagement-Systeme, viele davon aber leider in einem bemitleidenswerten Zustand. Nur ein paar Negativ-Highlights:

  • Keinerlei Nacht- oder Wochenend-Absenkung. Hierzu zählt auch das eigentlich gar nicht so große Geheimnis, dass z.B. der Ostermontag zwar ein Montag aber trotzdem ein Feiertag ist und somit eher als Sonntag denn als Montag zu behandeln ist.
  • Keine einheitliche Uhrzeit im Gebäude und/oder fehlende Sommerzeit-Umschaltung. Es bedarf keiner besonders großen Fantasie zu erkennen, dass jedwede Schaltuhr-Funktionen ohne richtige Uhrzeit nur sehr wenig Sinn machen.
  • Isolierte Gewerke, die nicht miteinander kommunizieren. Speziell in der Übergangszeit wird in vielen Gebäuden gleichzeitig geheizt und gekühlt!
  • Präsenzmelder in den Räumen, welche zwar die 50W LED-Beleuchtung abschalten, wenn niemand im Raum ist, die 2 kW Heizung (= 40 facher Energieverbrauch!) läuft aber unverändert weiter!

Die Liste endet an dieser Stelle keinesfalls; es gäbe noch so einige Bonmots zu erzählen.

Was also tun?

Die allseits angesehene GARTNER Group stellte unlängst auf einem ihrer Treffen die These auf, dass bis ins Jahr 2020 IoT-Technologien dafür genutzt werden, Energieeinsparungs-Ziele zu erreichen und Themen wie SMART CITY aktiv treiben werden. 2015 meinte die Gartner Group, dass schon 2016 über 500 Millionen (!) Sensoren in sogenannten Smart Commercial Buildings verbaut werden, was einer jährlichen Steigerung von 39% (!) entspricht. Quelle hier.

Alles schön und gut, aber was hilft es, groß von Smart Building oder gar Smart City zu sprechen, wenn die schon bestehenden Systeme nicht vernünftig aufgesetzt sind, wenn die Daten der Sensoren nicht analysiert werden und daraus intelligente Schlüsse gezogen werden?

Irgendwie klaffen hier Wunschdenken, Theorie und Praxis weit auseinander. Meiner Meinung nach scheitern viele Projekte nicht an der Hardware sondern vielmehr daran, dass man sich nicht im Vorfeld genau überlegt, was mit der Hardware eigentlich gemacht werden soll. Ist es nicht an der Zeit hier die nötigen Ressourcen und Budgets auch für die „Brainware“ also für die durchaus vorhandenen Spezialisten bereit zu stellen?

Wie sehen Sie das? Ich freue mich auf Ihre Reaktionen.

Warum eigentlich IoT?

Der Begriff Internet of Things oder kürzer IoT geistert durch alle Medien nirgendwo lese ich „warum eigentlich IoT“? Wer ein wenig mit Google & Co umgehen kann, wird hunderte Artikel darüber finden, WAS IoT ist. Aber vielleicht haben Sie sich schon einmal die WARUM Frage gestellt? Ich weiß schon, wann immer es um Innovationen geht, kommt man sich als WARUM-Frager immer ziemlich altmodisch vor. IoT ist neu und cool und sexy und modern und das muss als Rechtfertigung genügen, oder?

Nachfolgend ein paar Argumente, welche dafürsprechen, dass IoT eben keine kurze Modeerscheinung ist, sondern viele Bereiche unseres privaten und beruflichen Lebens fundamental verändern. Oder etwas knackiger:

„IoT ist unverzichtbar für die Megatrends des 21. Jahrhunderts“

Konvergenz von virtueller und realer Welt

Während früher IT eben pure Informationstechnologie war, also sich mit nicht angreifbaren Dingen beschäftigte, zieht die Technologie nun in alle Bereiche des realen Lebens ein. Von der Heizungssteuerung über die Körperfettwaage im Badezimmer bis hin zum smarten Etikett auf dem T-Shirt.

Mehr Daten für bessere Entscheidungen

Dass man kann nie genug wissen kann, ist eine altbekannte Tatsache. Und genau dafür sorgen die grenzenlosen Sensorenwelten der IoT-Apostel. Für weite Bereiche stimmt dies auch. Egal ob Produktion, Logistik oder auch die eigene Waschmaschine; genaue Kenntnis über den Ist-Zustand gepaart mit intelligenten Algorithmen ermöglicht bessere Entscheidungen, höhere Effizienz, geringeres Risiko. Green Technologies sind eines DER klassischen IoT Anwendungsfälle.

Neue Businessmodelle

Die Geschäftswelt ist permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Dies ist keine neue Entwicklung, sondern diese Suche nach Neuem ist so alt wie die Menschheit. Wenn also immer mehr Daten darauf warten, analysiert zu werden, ist es vollkommen normal, dass Unternehmer daraus ein Geschäft machen wollen. IoT eröffnet viele neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Analyse, Controlling und Beratung aber auch bei Visualisierung und diversen Dienstleistungen. Schließlich will der Kunde die Daten nicht in ihrer Roh-Form, sondern hübsch aufbereitet erhalten.

Neue Wertschöpfungsketten

Durch das Vordringen von Internet-Technologien selbst in die hintersten Winkel der analogen Welt entstehen auch neue Wertschöpfungsketten. Oder deutlich bodenständiger ausgedrückt: Internetfirmen, seien es Netzwerkbetreiber, Cloud-Datenspeicher oder ähnliche IT-Firmen werden noch mehr als bisher mitverdienen, wenn jemand einen Tisch fertigen lässt oder eine Maschine meint, Servicebedarf zu haben. Um nur eine einzige Zahl zu nennen:

Telcos, also multinationale Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom, Verizon & Co haben fix eingeplant, schon binnen weniger Jahre 5-10% Ihres Umsatzes mit IoT-Service zu erzielen.
(Quelle: Arthur D. Little)

Große werden noch größer

Ob man das nun gut findet oder nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass sich „die Großen“ in Sachen IoT die Butter vom Brot nehmen lassen. Soll heißen auch wenn die aktuellen Innovationen von vielen kleinen Startups kommen, so werden diese binnen kürzester Zeit von Konzernen übernommen werden und verstärken dort bestehende Produkte und Services. Oder denken Sie etwa wirklich, dass die IoT-Anbindung Ihres Fuhrparks von irgendjemand anders als dem Autohersteller realisiert werden wird?

Das Warten auf den einen Standard macht keinen Sinn

Viele behaupten zurecht, dass die Erfolgsstory Internet zu einem sehr großen Teil möglich war, weil kluge Köpfe vorausschauend Standards definiert haben, die auch noch heute gültig sind. Man denke nur an HTML oder SMTP für Emails. Im Unterschied zu heute, d.h. zu IoT gab es damals aber kaum jemand, der dem Internet wirtschaftliche Wichtigkeit beigemessen hatte. Es war also einfach, sich einem Vorschlag eines anderen anzuschließen, wenn dieser technisch fundiert war und in bester Open Source Manier veröffentlicht wurde.
Im Gegensatz dazu trifft die aktuelle IoT-Welle auf ein vollständig Business-orientiertes Internet, wo Riesen wie Google, Amazon und Microsoft nicht nur auf Milliardenerlöse hoffen, sondern ebensolche Milliarden vorab investieren um ihre Varianten als Industriestandard durchzudrücken.
Es ist also vollkommen zu erwarten, dass sich diese nicht auf einen einzigen Standard einigen werden, sondern mehrere Wahrheiten geben. Dies muss aber kein Nachteil sein, sondern bietet weitere Möglichkeiten für qualifizierte Dienstleistungen.
Nicht zuletzt gibt es auch gewichtige technische Gründe dafür, dass nicht ein einziger Standard für alle richtig ist.

Fazit

Die technische Seite von IoT ist von wenigen Ausnahmen abgesehen, absolut keine Revolution, sondern die konsequente Weiterentwicklung von bestehenden Trends und Technologien. Die unzähligen neuen Businessmodelle rund um IoT haben jedoch das Zeug, unsere Welt gründlich und nachhaltig zu verändern.

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Dieser Blog-Post entstand zur Einstimmung am Vorabend des Österreichischen IoT-Days, von dem ich gesondert berichten werde.