STEM ECOSYSTEM Produktübersicht

Produkttests im eigenen Labor

In meinem Medientechnik- und Collaboration-Labor teste ich regelmäßig unterschiedliche Audio/Video-Produkte. Manchmal aus purer Neugierde, häufiger als Berater für Hersteller und am häufigsten im Rahmen von Kundenprojekten. Auch wenn der konkrete Anlass für den heutigen Blogpost ungenannt bleiben muss, so will ich doch einige Ergebnisse zum Thema STEM ECOSYSTEM Produkte mit Ihnen teilen. Wie immer absolut objektiv und so hoffe ich doch, technisch fundiert.

Wer war STEM Audio?

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Audio im Konferenzraum muss nicht schlecht sein

Überall ist von Beamforming Mikrofonen die Rede, von Beamtracking und Ähnlichem. Ein Mikrofon alleine ist zuwenig, gleich eing ganzes Array muss her. Die technischen Details interessieren Sie wahrscheinlich nicht im Detail, aber funktioniert es überhaupt? Heute am Beispiel der Neat Acoustic Bubble. Diese fokussiert auf den Sprecher im Vordergrund. Geräusche UND selbst Stimmen (!) außerhalb des gewünschten Bereiches werden massiv ausgeblendet.

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Huddly IQ – viel mehr als nur eine Webcam

Webcams regieren die Welt

Während früher Kameras nur in den komplexen Meetingräumen installiert waren, ist bekanntermaßen heute jeder Raum ein Videokonferenzraum. Plattformen wie MS Teams, Cisco WebEx oder Zoom sind allgegenwärtig und nach vielen, meist misslungenen BYOD Experimenten setzt sich die Erkenntnis durch, dass Kameras als Teil der Einrichtung fix im Meetingraum montiert sein müssen, abgestimmt auf die Bestuhlung, Beleuchtung und Blickrichtung der Teilnehmer.

Aber welche Kamera nehmen wir jetzt? An Auswahl scheint es nicht zu mangeln. Von der kleinen Mini-Webcam, die besser auf ein Notebook statt auf einen 75″ Screen passt, bis hin zu scheinbar aus einem Fernsehstudio entlaufenen Riesengeräten reicht die Auswahl. Aber braucht es im typischen Meetingraum mit 4-8 Personen wirklich solche Schwergewichte? Haben die enormen Fortschritte in der Consumer-Elektronik nicht auch Auswirkungen auf unsere kleine AV-Welt?

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Bericht vom Forum IOT 2016 in Wien

Hier ist er nun, mein Bericht zum Forum IOT 2016, welcher am 9.November 2016 im Wiener Museumsquartier stattfand. Ich lade Sie ein, zum Einstieg ins Thema meinen Vorab-Post zu lesen.

Ein wenig im Stile einer Executive Summary starte ich mit meinem persönlichen Fazit, welches da lautet:

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass dieser Event wahrscheinlich das Beste war, was in Sachen IoT jemals in Österreich passierte.

Aber lassen Sie mich ein wenig präzisieren:

Organisation

Der Veranstalter Seidler Consulting hat es geschafft, die vorhandene Fläche optimal zu nutzen und für die unterschiedlichen Bereiche Ausstellung, Forum/Keynote sowie Workshops die jeweils bestgeeigneten Räume vorzusehen. Die Akkreditierung war im Nu erledigt und schon war man umgeben von vielen Gleichgesinnten. Dass die Parkgarage im Museumsquartier eine der günstigsten in ganz Wien ist, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Programm

Das Forum IOT 2016 trug den Untertitel „ready for digital transformation“ und anders als der Name vermuten lassen würde, enthielt das Programm nicht nur Allgemeines und Politisches. Ganz im Gegenteil, die Agenda spannte einen weiten Bogen von der Politik & Unternehmensumfeld über Anwendungen, Chancen und Risken bis hin zu technischen Hands-On-Workshops, bei denen IoT in Action gezeigt wurde. Natürlich wurde auch IoT-Security thematisiert und ganz ohne Effekthascherei als eine der zentralen Herausforderungen bezeichnet.

Persönliche Highlights

Ohne besondere Reihenfolge eine kleine Auflistung meiner Highlights des diesjährigen Forum IOT 2016:

Digitalroadmap.at von Christian Rupp

Mit unerwartet viel Charme und Power startete der Tag und ließ zumindest für kurze Zeit die allgemein grassierende Politikverdrossenheit in Österreich vergessen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgestellten Programme und Initiativen des offiziellen Österreichs ihren Zweck auch wirklich erfüllen und junge wie etablierten Unternehmen wirklich helfen.

Designing the IoT with Microsoft

Dem Veranstalter ist zu gratulieren, dass ein Kapazunder wie Carl Coken, immerhin globaler Chef aller IoT OEM Agenden von Microsoft (offizieller Titel General Manager, IoT OEM Technical Sales) extra für diesen Event aus den USA angereist ist. Natürlich war es eine „Corporate Presentation“ und man war darauf aus, die IoT-Produkte und Services von Microsoft in bestem Licht zu präsentieren. Aber Microsoft steht hier exemplarisch für alle Großen (Amazon, Google & Co). Ich erlaube mir nochmals auf mein Statement im letzten Blogpost hinzuweisen:

IoT ist in meinen Augen daher eher ein Vehikel für neue Megatrends als ein Megatrend selbst.

Die Powerpoint (what else?) von Carl Coken zeigte eindrucksvoll, welche neuen Geschäftsmodelle sich Microsoft für seine Partner und natürlich für sich selbst in Kombination mit IoT so vorstellt. Wer nach diesem Vortrag noch immer glaubt, das IoT irgendwas mit bastelenden SmartHome Nerds ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Going Digital: General Electric und seine Transformation zum digitalen Industrieunternehmen

Noch ein „Kracher“ in Sachen IoT. Die PREDIX Cloud-Plattform für IoT von GE bietet ein vollständiges Ready-To-Use Ökosystem für Firmen an, welche eben nicht bei Adam und Eva anfangen wollen, sondern möglichst schnell auf den Zug aufspringen wollen bzw. müssen. Hier steht das Cloud Foundry Partnerprogramm zur Verfügung, Details hier.

Als Beispiel wurde die Schindler-Gruppe genannt, allseits bekannt für Aufzüge und Rolltreppen. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit sollen nun über 200.000 Anlagen binnen 6 Monate (!) an die PREDIX-Cloud angeschlossen werden; der Endausbau liegt bei mehr als 1 Mio Anlagen. Die Gründe sind die durchaus bekannten: Neue Geschäftsmodelle wie z.B. Aufzüge werden nicht mehr verkauft, sondern der Kunde zahlt nach beförderten Personen oder auch 50% Einsparungen bei den Servicekosten durch Anlagen, die per IoT rechtzeitig auf Servicebedarf hinweisen.

Natürlich hat General Electric auf seine „Einser-Referenz“ hingewiesen. Es ist sind dies Flugzeugturbinen von Rolls-Royce, welche es dem Hersteller erlauben, Flugzeugturbinen an die Airlines per erfolgreich absolvierter Flugstunde zu vermieten anstatt zu verkaufen. Damit liegt das Risiko zu 100% beim Hersteller anstatt beim „Käufer“.
Hier sei nur nebenbei erwähnt, dass ein solches Geschäftsmodell z.B. bei MINOLTA Kopiergeräten schon 2009 eingeführt wurde. Solange stattet Minolta nämlich schon seine Bürogeräte mit einer SIM-Karte aus, die regelmäßig nach Hause meldet. Bei Rolls-Royce ist es hingegen ein ganzes Satellitennetz!
Bonmot am Rande: Dass Rolls-Royce nun intensiv mit Microsoft zu Gange ist, wurde in der GE-Präsentation natürlich nicht erwähnt! 😉

Oracle IoT Cloud und Opitz Consulting

Ja auch Oracle spielt mit im Reigen der IoT-Anbieter und Oracle spricht aus, was sich die anderen Anbieter nicht so recht zu sagen trauen:
IoT-Services gibt’s bei Oracle ausschließlich und ausnahmslos aus der Cloud!

Als Paradebeispiel wurde wieder einmal der gute alte Getränkeautomat genannt. Gerade als ich dachte, dass jetzt die Email-Meldung von zur Neige gehenden Füllständen als DIE Neuerung präsentiert wird (und ich schon wild entschlossen war, per Zwischenruf „das haben die Zigarettenautomaten schon seit 10 Jahren“ Richtung Podium zu schreien!), kamen doch noch einige sehr überzeugende Anwendungen.
Am besten gefiel mir die Verlagerung des Payments weg vom physischen Automaten hin in eine Webanwendung, welche auf dem Automaten bzw. auf dem Smartphone des Kunden läuft.
Während im ersten Fall die Erweiterung auf neue Payment-Systeme zwingend eine Vorort-Änderung der Software und vielleicht sogar auch der Hardware bedeutet, ist eine Webanwendung zentral gehostet. Alle Automaten können also über Nacht z.B. eine neue Kreditkarte akzeptieren oder plötzlich auch mit PayPal zusammenarbeiten.
Dies ist ein klassischer Vorteil einer cloudbasierten Lösung, welche ich dank Office365 jeden Tag selbst am eigenen Leib spüre.

IT vs. OT

Die burgenländische Firma T & G präsentierte die IoT-Firewall OP-Shield von Wurldtech, nachdem sehr treffend die speziellen Herausforderungen der OT (Operational Technology) im Vergleich zur IT (Information Technology) herausgearbeitet wurde:

  • Bei IT Ausfällen sind Daten betroffen bzw. verloren. Das stellt zweifellos einen Verlust dar, ist aber mit Geld zu bezahlen. OT-Ausfälle haben jedoch durchaus das Potenzial, Menschenleben zu gefährden! Man denke nur ein explodierende Chemie-Werke oder außer Kontrolle geratene Kraftwerke.
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die allermeisten OT-Netzwerke irgendwie und irgendwo dann doch mit dem Internet verbunden sind. Das Märchen vom komplett abgeschotteten Steuer-Netzwerk ist also meist auch ein solches.
  • Während beispielsweise viele Smartphones (aus welchen Gründen auch immer!) schon nach 2 Jahren ausgetauscht werden und somit Sicherheitslücken auch wieder vom Markt verschwinden, sind Industriegeräte oft 10 Jahre und mehr im Einsatz. Im Gegensatz zu PC und Tablet sind aber automatische Updates, Patchmanagement und regelmäßige Security-Audits in der Steuerungstechnik weitgehend unbekannt.

Der Nutzen von Produkten wie dem OP-Shield liegt nun in der bestmöglichen Isolation der Steuerungstechnik vom Rest der Welt. Deep Packet Inspection, welche die IoT Protokolle wie z.B. MODBUS versteht und somit intelligentes Firewalling erlaubt als Schlüssel zu mehr Sicherheit.
Alles in allem ein sehr interessanter und realistischer Ansatz. Kein Wunder, dass Wurldtech nicht mehr eigenständig ist, sondern von General Electric übernommen wurde!

Pitch-Contest

Sie kennen mich, IoT und Startups sind meine Leidenschaft, wie toll sind dann erst IoT-Startups?!

Folgende Startups durften vor dem Fachpublikum ihre 5 Minuten Pitches präsentieren.

Luke Roberts

Sicher einer der Shooting-Star am österreichischen Startup-Himmel. Die per Smartphone App steuerbare Lampe ist ohne Übertreibung eine völlig neue Gerätegeneration. Dass die Jungs das Produkt komplett ohne externe Finanzierung (abgesehen von Crowdfunding) durchgezogen haben, also noch immer 100% der Company halten, ist unglaublich. Ich ziehe den Hut vor diesem Startup und hoffe, künftig noch mehr darüber berichten zu können. BRAVO!

Sequality Software Engineering

Dieses Startup aus dem Umfeld der FH Hagenberg, einer echten Keimstätte österreichischer High-Tech Firmen, bietet moderne User Interfaces (UI) für Industrie- und Medizingeräte an. In der Tat ist es ja nicht ganz einfach zu verstehen, warum die allermeisten Smartphone Apps nahezu selbsterklärend sind, während viele banale Medizingeräte praktisch unbedienbar sind. Dass UIs für Industriegeräte auch hübsch sein können, wurde anschaulich demonstriert.

Locca

“GPS-Tracking for things” ist der Claim, wobei “things” durchaus auch Hund & Katz sein können. Dank ausgefeilter und äußerst smarter Technik sind Akkulaufzeiten von 7- bis 30 Tagen möglich. Dies ist sehr relevant, denn der Erfolg solche Systeme ist nur dann gegeben, wenn alles einfach ist. Jeden Abend alle möglichen Dinge und Haustiere an einer Ladeschale zu versammeln, würde sicher nicht funktionieren!
Dass Geolocation noch viele andere interessante Anwendungen bietet, hilft diesem Startup sicher, noch die eine oder andere Marktnische zu finden.

Twingz

Ich gebe es zu, Twingz ist mir auch ans Herz gewachsen. Anstatt gegen die Windmühlen der Smartmeter-Lobby zu kämpfen, habt dieses Unternehmen ein modulares Gadget entwickelt, welche selbst 30 Jahre alte Ferraris-Stromzähler optisch auslesen kann. Der echte Clou ist jedoch die Intelligenz der Software, welche anhand der typischen Verbrauchsmuster (Einschaltdauer, Stromverbrauch, etc.) einzelne Geräte im Haushalt erkennen kann und unabhängig tracken! Dieses Feature ist meiner Meinung nach ein echter Game-Changer! Denn anstatt darauf zu warten, dass sowohl Stromzähler als auch Haushaltsgeräte geeignete Schnittstellen anbieten, geht Twingz den umgekehrten Weg und arbeitet mit dem zahlreich vorhandenen Bestand! Sehr, sehr clever!
Da war es nur allzu verständlich, dass der CEO auf die Zwischenfrage aus dem Publikum „und was machen Sie, wenn Miele & Co dann geeignete Sensoren in die Geräte ab Werk einbaut?“ eine äußerst gute Antwort parat hatte. Zitat: „Dann freuen wir uns, dass wir die Verbrauchsdaten endlich geliefert bekommen anstatt sie mühsam selber holen zu müssen. Unsere Wertschöpfung liegt ja in der Interpretation der Daten und nicht in deren Gewinnung!“ Chepaeu! – Herr Werner Weihs-Sedivy, der war brilliant!

SCLABLE

Ich gestehe es ganz ehrlich, ich habe den Unternehmenszweck dieses Startups nicht wirklich kapiert! Ob die smarten Jungs nun eine Dienstleistung anbieten, Softwareentwicklung anbieten oder „nur“ Berater sind, hat sich mir nicht erschlossen. Der Claim „Fail fast & learn fast“ ist ein schon oft gehörtes Startup-Mantra, hat mir aber nicht geholfen zu verstehen, welchen Customer Need dieses Unternehmen lösen will. Aber offensichtlich machen die ihre Sachen gut und richtig, denn mit mehr als 20 Leuten ist es ja schon fast kein Startup mehr.

Zusammenfassung

Schon alleine an der Länge dieses Blogpost können Sie erkennen, dass das Forum IOT 2016 in meinen Augen ein voller Erfolg war. Den Veranstaltern Seidler Consulting ist von ganzem Herzen zu gratulieren!
Irgendwie bezeichnend war, dass der Hashtag #ForumIoT2016 für österreichische Verhältnisse intensiv genutzt wurde.
ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr und vielleicht kontaktiert mich ja jemand, denn ich hätte da so ein paar Ideen für einen Vortrag zum Thema IoT im Gebäude ….. 😉

Pressemitteilung zum Thema Startup Advisory

Wie manche von Ihnen vielleicht wissen, beschätige ich mich auch mit der Beratung (neudeutsch Advisory) von jungen Startups. Da dort die Budgets naturgemäß gering sind und sicher nicht für externe Consultants ausgegeben werden kann, liegt die Motivation sicher nicht beim kurzfristigen Geld verdienen.

Was ich in diesem Bereich anbieten und leisten kann, ist in dieser Pressemitteilung des Boerseexpress aufgeführt. Diese finden Sie hier:

Link zum Börseexpress

Eine der Firmen, bei denen ich derzeit Advisor bin, ist die LINEAPP GmbH. Deren hochinnovatives Intercom-Produkt hat mich von Anfang an fasziniert und ich bin schon gespannt, was ich gemeinsam mit dem LineApp-Team bewirken kann.

Über ein anderes Unternehmen im Bereich FinTech hoffe ich schon bald berichten zu können. Hier sind wir noch ganz im Geheimen tätig, Stealth Mode eben, wie man so schön im Startup-Sprech sagt.

Neben der Faszination, jungen Unternehmen und deren Gründern helfen zu können und das über die Jahre (oder sollte ich sagen Jahrzehnte) angesammelte Netzwerk und Know How wirkungsvoll einsetzen zu können, erhält man so natürlich auch Zugang zu super tollen Innovationen. Und aufgrund dieses Wissensvorsprungs kann ich meinen Consulting-Kunden wirklich top relevante Beratung anbieten. So schließt sich der Kreis und alle haben etwas davon.

Haben auch Sie Kontakt zur Gründerszene? Es freut mich von Ihnen zu hören!