Deaktiviert Microsoft Ihre digitalen Türschilder?

Digitale Türschilder (Scheduling Panel), sind eine der wichtigsten Komponenten eines professionellen Raumbuchungs-Systems. Die angezeigte Information, also der Kalender, kommt dabei in den allermeisten Fällen von einem MS Exchange Server, traditionell on-Premise, d.h. im eigenen Rechenzentrum, mehr und mehr jedoch aus der O365 Cloud von Microsoft. Eine Ankündigung sorgt nun dafür, dass man sich die Frage stellen kann:
Deaktiviert Microsoft Ihre digitalen Türschilder?

„Deaktiviert Microsoft Ihre digitalen Türschilder?“ weiterlesen

Smarte Kameras im Meetingraum

Die Frage ist so alt wie Videokonferenzen selbst: Wer oder was kümmert sich darum, dass die Kameras die Sprechenden immer optimal ins Bild setzen? Im Eventbereich oder bei High End Meetings fällt die Antwort leicht: Hier sorgen erfahrende Kameraleute samt Videoregie für perfekte Bilder. Was aber machen wir Normalsterbliche in unseren Videocalls? Smarte Kameras im Meetingraum müssen her!

Wer soll überhaupt ins Bild?

Bei dieser Frage sind sich die Fachleute nicht immer einig.
Soll nur der gerade Sprechende zur Gegenstelle übertragen werden?
Alle Teilnehmer, um einen besseren Gesamteindruck zu bekommen? Dabei besteht aber die Gefahr, dass bei vielen Teilnehmern der eine Sprecher kaum mehr zu erkennen ist.
Vielleicht beides übertragen, einmal Speaker, einmal alle?
Oder gar ein IMAG-Setup für den Sprecher? Nun ja, hoffentlich nicht.

Trotzdem haben irgendwie alle recht.

Stetige Innovation im UC-Umfeld

In den letzten Jahren gab es eine stetige Weiterentwicklung bei diesem Thema. Interessanterweise herrscht eine fast verblüffender Synchronität zwischen den einzelnen Anbietern. Kaum hat Zoom ein neues Video-Features vorgestellt, folgt sogleich eine ähnliche Ankündigung von Microsoft. Trotzdem muss man ehrlicherweise festhalten, dass es Cisco Webex war und ist, die hier meist die Ersten mit solchen Innovationen sind. Über das norwegische „Video Valley“ wurde in diesem Blog schon mehrmals geschrieben. Wenn also von hoch innovativen Unternehmen wie Huddly oder Neat die Rede ist, so kommen erstaunlich viele der brillanten Köpfe ursprünglich aus genau jeder Ecke.

Welche Optionen gibt es aktuell?

Nachfolgend eine Übersicht der aktuell verfügbaren Varianten:

Mechanische Kameras

  1. Mechanische PTZ-Kameras mit manueller Steuerung
    PTZ steht für Pan/Tilt/Zoom also Schwenk-Neige-Kamera mit Zoom-Optik. Bei dieser ältesten Form bedient ein menschlicher Operator eine oder mehrere Kameras. Man richtet die Kamera per Pan/Tilt auf das Ziel und wählt mit der Zoom Optik den geeigneten Bildausschnitt. Alternativ oder auch zusätzlich können mehrere vorher festgelegte Kamera-Presets schnell und unkompliziert angesprungen werden.
    Das ist einfach, effektiv und liefert tolle Ergebnisse, ist aber eben manuell.
  2. Mechanische PTZ-Kameras mit Videoanalyse
    Wenn nun ein Computer anstatt eines Menschen die Videoanalyse macht, dann funktioniert es plötzlich ohne menschlichen Eingriff. Prinzipbedingt dauert es immer ein wenig, bis der neue Sprecher gefunden ist. Wenn die Kamera aber erstmals in die richtige Richtung zeigt, dann gibt es tolle Bilder. Im Video zum Poly EagleEye Director II sieht man noch eine weitere interessante Funktion: Neben dem Head-Shot wird ZUSÄTZLICH noch ein zweiter Videostrea mit dem „Gesamtbild“ geliefert. Dieser ist ohnehin schon vorhanden, weil eine zweite Kamera immer den gesamten Raum im Überlick hat, während die zweite per PTZ gesteuert wird.
    Das funktioniert erstaunlich gut, obwohl in Wahrheit ziemlich getrickst wird. Die Kameras erkennen nämlich gar keine Menschen im Videobild (im Gegensatz zu aktuellen Lösungen, siehe unten!), sondern suchen nach (Mund)-Bewegungen in einem sonst statischen Bild! Hält sich der Sprecher folglich ein Blatt Papier vor den Mund, ist es oft ganz schnell vorbei mit der Smartness… 😉

Lösungen mit Digitalkameras

  1. Virtuelles PTZ mit Megapixel Kamera
    Wie schon im Blogpost zur Huddly IQ Kamera beschrieben, nutzt man hier die Tatsache, dass das vom Bildsensor aufgenommene Bild eine viel höhere Auflösung hat als benötigt wird. Man kann daher verlustfrei ins Bild hineinzoomen oder einen Ausschnitt wählen. Analog zum mechanischen PTZ gibt es auch hier manuelle oder videobasierte, automatische Lösungen. Diese nennen sich je nach Hersteller People Focus, Genius Framing o.ä. und sollen entweder alle Anwesenden oder nur den Sprecher optimal einfangen. Ein dynamisches Tracking verfolgt den Sprecher auch dann, wenn er z.B. durch den Raum geht. Grundlage dafür ist das Erkennen von Menschen im Videobild und das ist noch gar nicht lange technisch aus wirklich lösbar. (im Vergleich zu nicht ganz so smarten Lösungen wie unter 2. beschrieben)
  2. Die nächste Evolutionsstufe löst ein weiteres häufiges Problem. Nimmt eine Weitwinkel-Kamera einen Meetingraum mit mehreren Teilnehmern auf, so sind die einzelnen Köpfe oft kaum mehr zu erkennen. Social Distancing verstärkt den Effekt nochmals, wo vor lauter Raum die Gesichter kaum mehr zu erkennen sind. (siehe Bild 1 unten)
    Lösungen wie zum Beispiel Smart Gallery von Zoom  oder People Focus von Webex  stanzen daher aus dem großen Videobild jene Bereiche aus, in denen Menschenköpfe zu erkennen sind und senden diese als unabhängige Videostreams zur Gegenstelle. (siehe Bild 2 unten)
    Wirklich smart wird es, wenn jeder der einzelnen Streams wiederum per People Focus seinem Gesicht folgt.
Webex People Focus
Meetingraum OHNE People Focus
Webex People Focus
smarte-kameras-im-meetingraum
Meetingraum MIT People Focus
Smart Gallery
smarte-kameras-im-meetingraum
Smart Gallery macht aus einem Bild drei einzelne Feeds

Audiobasierte Kamerasteuerung

Die Entwicklung in Sachen smarte Kameras im Meetingraum ist damit aber noch lange nicht am Ende. Mit dem Aufkommen von Beamtracking/Beamforming Mikrofon-Arrays wird anstatt des Videobildes verstärkt die Audio-Information zur Steuerung der Kameras verwendet. Diese Mic-Arrays sind in der Lage Ihre Richtcharakteristik dynamisch zu ändern. Sie „zeigen“ also immer zum Sprecher. Wenn nun das Mikrofon permanent die Koordinaten seiner aktuellen Ausrichtung an ein Steuersystem übermittelt, das Mikrofon also die Information liefert, WO im Raum gerade jemand spricht, so ist es keine große Hexerei mehr, eine oder mehrere Kameras genau dorthin zu steuern.

Demo Video zum Thema Camera Tracking

Und wie geht es weiter?

Ohne diverse NDAs zu brechen, darf ich an dieser Stelle nicht allzu viel über vielleicht schon sehr bald verfügbare weitere News verraten. Ein kleiner Hinweis darf aber sein:

Bisher haben praktisch alle Anbieter versucht, möglichst viele Informationen aus EINEM Kamerabild zu entnehmen. Was aber, wenn es mehrere Kameras im Raum gibt bzw. geben muss? Wenn Kamera 2 einen besseren Blick auf User X hat als Kamera 1? Wenn User Y aus dem Schwenkbereich von Kamera 1 geht und sich direkt vor das Whiteboard stellt, auf das schon Kamera 3 gerichtet ist?
Na, alles klar? 😉

Praktisch alle oben angeführten Beispiele wären ohne moderne Videoanalyse mittels AI und neuronalen Netzwerken nicht möglich. Für uns AV-Leute sind es smarte Kameras im Meetingraum, aber die Technik dahinter ist mehr als nur faszinierend. Ich entlasse Sie mit einem Video über den Movidius Myriad X Chip von Intel. Dieser Chip ist gerade einmal 14 x 14 x 1mm groß und passt somit in jede Webcam. Wenn das kein Versprechen für die Zukunft ist…..

Microsoft Teams Panels sind verfügbar

Überblick über die MS Teams Panels.

Lange wurde darüber gesprochen, nun sind sie endlich lieferbar:
Microsoft Teams Panels.

Was ist es?

Microsoft Teams Panels sind interaktive elektronische Türschilder für Meeting-Zonen, die nicht nur den Buchungsstatus anzeigen, sondern an denen man auch aktiv Buchungen durchführen kann.

„Microsoft Teams Panels sind verfügbar“ weiterlesen

Medientechnik in der COVID19-Krise

Ist Audio/Video wirklich schon alles, womit Medientechnik in der COVID19-Krise den Betrieb von Unternehmen unterstützen kann?

Kaum jemals zuvor wurde so viel über AV-Medientechnik gesprochen. Homeoffice, Video-Meetings oder auch Webinare. Aber ist Audio/Video wirklich schon alles, womit Medientechnik in der COVID19-Krise den Betrieb von Unternehmen unterstützen kann? Es mag Sie verehrte Leser überraschen, aber da geht noch mehr. Wir müssen nur ein wenig kreativ sein; thinking outside the box wie das die Amerikaner nennen. Nachfolgend ein paar ungewöhnliche aber absolut realistische Applikationen.

„Medientechnik in der COVID19-Krise“ weiterlesen

Amazon Neuheiten bei der AWS IoT Cloud

Die AWS Cloud von Amazon ist zweifellos eine der ganz großen IoT-Global Player. Gemeinsam mit Microsofts Azure Cloud zählt AWS mit Sicherheit auch zu den wichtigsten Innovationstreibern . Zurecht durfte man also gespannt sein, was es von der jährlichen Konferenz re:invent 2018 in Sachen Amazon Neuheiten bei der AWS IoT Cloud zu berichten gibt.

„Amazon Neuheiten bei der AWS IoT Cloud“ weiterlesen

Die drei wichtigsten Erfolgskriterien für IoT-Projekte

Mittlerweile haben schon viele Organisationen das eine oder andere IoT-Pilotprojekt realisiert. Die Ergebnisse waren jedoch nicht immer so grandios positiv, wie ursprünglich erhofft. Woran mag das liegen? Nachfolgend nun aus meiner ganz persönlichen Sicht die drei wichtigsten Erfolgskriterien für IoT-Projekte. Und diesmal auch ganz und gar nicht technisch oder akademisch, sondern ganz bodenständig und unverblümt. „Die drei wichtigsten Erfolgskriterien für IoT-Projekte“ weiterlesen

7 neue Gründe, gerade jetzt mit IoT zu starten

IoT ist nun schon einige Zeit in aller Munde. Die Frage muss daher erlaubt sein: Warum gerade jetzt mit IoT starten? Eifrige Leser meines Blogs werden sich daran erinnern, dass ich schon einmal über Sieben gute Gründe für IoT geschrieben habe. Dabei ging es um Prinzipielles, heute will ich erläutern, warum JETZT ein guter Grund zum Starten ist. „7 neue Gründe, gerade jetzt mit IoT zu starten“ weiterlesen

Nachlese zum IoT Forum CE in Wien

Wie war es nun das IoT Forum CE in Wien Mitte Mai?

Wie in meiner Ankündigung zu diesem Event (Link) nachzulesen ist, war meine Erwartungshaltung ja einigermaßen hoch.

Immer der Reihe nach

Ob der Event nun wirklich IoT Forum Austria oder CE (für Central Europe) heißen soll, lasse ich einmal dahingestellt. Als richtig internationales Event war es zumindest geplant, denn alle Vorträge wurden in Englisch gehalten. Fakt ist auch, dass sich einige nicht-österreichische Gäste hierher verirrt haben und das ist ja schon einmal gut. Trotzdem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Anzahl der Besucher absolut unbefriedigend war.

Während am ersten Tag die Räume noch gut gefüllt waren und bei den parallellaufenden Vorträgen überall reichlich Besucher zu zählen waren, war der zweite Tag zumindest für meine persönliche Einschätzung absolut unbefriedigend. Zieht man die Speaker, deren Anhang und die Aussteller bzw. Anbieter auf Konkurrenzbeobachtung ab, dann blieb nur ein bescheidener Rest an „echten“ Besuchern. SCHADE, SCHADE!

Ursachenforschung

Woran kann es gelegen haben?

War der doch recht stolze Preis von über EUR 700,- für die zweitägige Konferenz zu hoch? Mag sein, wenn auch andere Konferenzen ähnliche Gebühren verlangen und auch bekommen. Sicher nicht vergessen darf man, dass es bei Konferenzen dieser Art durchaus stattliche Freikontingente für Aussteller, Presse, Speaker gibt.

Waren die Vortragsthemen langweilig oder irrelevant? Von meiner Seite dazu ein klares Nein! Die Qualität der Speaker und die Themen waren durchwegs auf hohem Niveau.

Die Tatsache, dass der Kongress zeitgleich mit thematisch verwandten Fachmessen stattgefunden hat, ist da vielleicht schon eher ein Grund. Eine Messe zu besuchen heißt immer einen dicht gedrängten Terminkalender zu haben. Wer also möglichst viele Aussteller besuchen will, ist wahrscheinlich nicht in der Stimmung sich mehrere Stunden in ein Kongress-Ambiente zu begeben.

Fazit

IoT, speziell in Österreich, ist immer noch ein wenig wie Sex unter Teenagern: Ganz viele reden darüber aber viel weniger machen es auch wirklich!

Für mich hat sich der Besuch jedenfalls gelohnt. Viele neue Kontakte wurden geknüpft, manche Vorträge haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und das Catering war ein Aushängeschild österreichischer Gastlichkeit. Kongress-Herz, was willst Du mehr?

Naja, mehr Besucher halt, aber das sagte ich bereits!

Hier noch ein Link auf andere IoT-Themen auf diesem Blog.

IoT Forum CE am 16. und 17. Mai 2018

Ganz ehrlich, ich freue mich schon sehr auf das IoT Forum CE. Ob der Namenswechsel von Austria zu CE (Central Europe) eine leere Ankündigung bleibt oder doch der erste Schritt in Sachen Internationalisierung ist, wird sich zeigen. Zu wünschen wäre es diesem Event allemal.

Viele interessante Talks sind auf dem Programm und teilweise bis zu drei parallele Sessions zeigen, dass IoT ein wirklich breites Spektrum an Möglichkeiten bietet. Es gibt etwas über IoT in Entwicklungsländern zu lernen. Smart Cities dürfen ebensowenig fehlen. Und natürlich auch die Zukunftsthemen Smart Analytics, Cloud und Edge Computing.

Besonders freue ich mich aber, dass neben den oft recht plakativen Vorzeigeprojekten auch Real-World Themen angesprochen werden wie z.B. Lean Digitalisation, also wie geht man ein IoT-Projekt eigentlich an? Was ist ein realistischer Plan (sowohl in Sachen Budget als auch Zeitrahmen) für ein Pilotprojekt, ein Proof of Concept? Viel zu oft scheitern leider IoT-Projekte schon in diesem Stadium. Sehr schön, dass der Veranstalter auch diesen praxisgerechten Punkten Raum einräumt.

Das IoT-Forum und die zeitgleich stattfindenden Messen

Das IoT-Forum CE – https://www.iot-forum.at/

Die Messe C4I – Connectivity for Industry – https://www.c4i.at/de.html

Die Messe Smart Automation Austria – http://www.smart-wien.at/

Die Messe Intertool – http://www.intertool.at/

Fazit: IoT Forum CE, wir sehen uns! In der Zwischenzeit noch ein Link auf andere IoT-Themen auf diesem Blog.

Transportmechanismen im IoT

Wie im letzten Blogpost angekündigt (siehe Das geht dann irgendwie über das Netzwerk  ) möchte ich mich heute ein wenig den Transportmechanismen im IoT widmen.

„Das Internet“ gibt es in allerlei Ausprägungen wie z.B. ADSL oder WLAN-Funknetzwerke. Beiden gemeinsam ist jedoch die Tatsache, dass sie ursprünglich nicht für IoT-Anwendungen konzipiert wurden. Trotzdem erfreuen sie sich aufgrund der enormen Verbreitung hoher Beliebtheit.

Anforderungen an IoT-Netzwerke

Für die überwiegende Mehrzahl der klassischen IoT-Applikationen gelten folgende Anforderungen. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. „Transportmechanismen im IoT“ weiterlesen