Zahlen zum Thema Hybrid Work im Jahr 2022

Bei der Nutzung von Clouddiensten fallen so ganz neben jede Menge Daten an. In Zeiten, wo jede Firma ihren eigenen Exchange-Server im Keller stehen hatten, konnte man nur für seine eigene Organisation Statistiken erstellen. Seit die Mehrzahl aber auf Dienste wie Microsoft 365, Zoom oder Google zurückgreift, erhält man einen viel besseren Überblick. Nachfolgend daher ein paar Zahlen zum Thema Hybrid Work im Jahr 2022. Ich habe dafür zwei komplett unterschiedliche Datenquellen ausgewählt, Details und Links dazu am Ende des Blogposts.

Wann arbeiten wir was?

Zoom hat sich für den Zeitraum 1. Nov 2021 bis 31.Okt 2022 durch seine Logfiles gewühlt. Große Überraschungen waren aber nicht dabei:

  • Am DIENSTAG gab es die meisten Meetings. Sowohl reine Online-Calls als auch hybride Meetings mit sowohl In-Room als auch Online-Teilnehmern.
  • Der MITTWOCH ist einerseits der produktivste Tag in Sachen Telefon-Anrufe, Team-Chats Nutzung oder auch Whiteboarding, andererseits gab es jeweils am Mittwoch die meisten Webinare. Nach dem Dienstag ist der Mittwoch der Tag mit den zweitmeisten Videocalls.
  • Eher mehr aus der Kategorie Fun Fact ist die Tatsache, dass DONNERSTAG jeder Tag war, bei dem am häufigsten @all in Team Chats verwendet wurde. Sind das Durchhalteparolen oder doch der Aufruf, dies oder jenes noch diese Woche zu erledigen?
  • Der FREITAG war der ruhigste Tag der Woche. Dies bedarf wahrscheinlich keiner extra Erklärung und ist eher Bestätigung für einen Trend hin zur Vier-Tage-Woche. Egal ob offiziell oder nicht so ganz und eher auf persönliche Initiative hin… 😊
  • Und was ist mit dem MONTAG? Nun ja, der ist recht unauffällig, weil weder besonders viel noch besonders wenig passiert.

Weitere interessante Zahlen zum Thema Hybrid Work im Jahr 2022

SIEBEN war die durchschnittliche Teilnehmer-Anzahl in einem Zoom-Meeting 2022.. Das ist ein signifikanter Rückgang zu den 10 Personen, welche im Schnitt ein Jahr zuvor in einem Call waren. Vielleicht weil noch viel mehr im Lockdown waren.

Zoom Meetings dauerten gemittelt 52 Minuten. 2021 waren es noch 54 Minuten. Hier ist klar jener Trend zu erkennen, Meetings nicht mehr Back-To-Back zu planen, sondern wertvolle Pausen einzulegen.

Dies passt auch direkt in einen anderen globalen Trend. Laut HBR sank die Dauer von Online-Meetings in den letzten drei Jahren um satte 25%!
Schön langsam lernen wir offenbar, das Medium effizienter zu nutzen!

Video meetings are getting shorter
(c) HBR: No, Remote Employees Aren’t Becoming Less Engaged

Technisches Detail am Rande:
Nur bei 46,5% der Zoom-Meetings wurde Screen Sharing genutzt. Hier lag ich ehrlicherweise massiv daneben. Ich hätte mir nicht gedacht, dass es noch so viele reine Video-only Meetings gibt. So kann man sich täuschen.

Die Nutzung von Zoom Rooms ist um weitere 6,5% gestiegen. Dies interpretiere ich persönlich wie folgt:

  1. Der Trend hin zu Raumsystemen hält an.
    Anstatt teilweise waghalsiger BOYD und BYOM-Konstruktionen investieren immer mehr Unternehmen in professionelle Raumsysteme. Die Nutzung von Meeting-Spaces mit solchen MS Teams, Zooms, Google oder Webex Raumsystemen ist signifikant höher als jene Räume, bei denen der Nutzer erst die nötige Hardware selbst aufbauen muss!
  2. Shared Spaces mit Raumsystemen werden per Raumbuchung reserviert.
    Dies führt zu einer höheren Auslastung. So soll es sein! So ganz nebenbei sinkt die Amortisationszeit der Investments in Raumsysteme signifikant. Auch das werden viele Unternehmen gerne hören!

Das Telefon verschwindet weiter

OneToOne-Videocalls, also ein „Telefonat mit Video“ war früher eher ein Randthema. Vor drei Jahren waren nur 17% der Videocalls Einzelgespräche; die Mehrzahl war Gruppen-Calls. Und jetzt? Aktuell sind schon 42% persönliche 1:1 Gespräche, also schon fast die Hälfte aller Videomeetings!

Der Trend Teams & Zoom statt des Telefons zu nutzen, ist weiterhin intakt. Es passiert genau das, was die Unified Communication Nerds schon immer prophezeit haben! Interessant auch, dass der größte Zuwachs bei den „unscheduled calls“ war, also spontane Anrufe im Gegensatz zu reservierten Meeting-Zeiten.

Wie wichtig dieser persönliche und auch spontane zwischenmenschliche Kontakt ist, zeigt folgendes Detail:

„Leavers“, also jene Personen, die das Unternehmen verlassen haben (entweder gefeuert oder selbst gegangen), hatten vorher 67% weniger 1:1 Calls und nahmen an 20% weniger Gruppen-Meetings teil als die „stayers“, also die Leute, die noch immer im Unternehmen sind! Faszinierend, oder?

Back to Office = weniger Videomeetings? Komplett falsch!

Bei all diesen mehr oder weniger interessanten Details gibt es eine grundsätzliche Erkenntnis, die zum Nachdenken anregt.

Video meetings rise per HBR
(c) HBR: No, Remote Employees Aren’t Becoming Less Engaged

2022 war für viele Unternehmen das „back to office“-Jahr. Man könnte also vermuten, dass folglich die Anzahl der Videomeetings zurückgegangen ist, weil man sich eben wieder „wie früher“ primär persönlich trifft. Aber das exakte Gegenteil ist passiert! Die Nutzung von UC-Tools steigt weiterhin! Meiner Meinung nach gibt es dafür folgende Gründe:

  1. Niemand nimmt mehr darauf Rücksicht, ob wirklich alle Beteiligten für ein Meeting an einen Ort kommen können oder wollen. Wer „in the office“ ist, kommt „in-person“ in den Meeting-Raum. Alle anderen nehmen per Video teil. Ein Meeting zu verschieben, nur weil ein Teilnehmer montags immer Homeoffice macht, ist keine Option mehr.
  2. Tools wie MS Teams oder Zoom sind mittlerweile VIEL mehr als nur Videokonferenz-Programme. Funktionen wie drahtloses Screen Sharing für Präsentationen, Whiteboarding und vieles andere mehr unterstützen auch reine In-Person Meetings optimal.
    Wer noch nie erlebt hat, was z.B. Teams Rooms Systeme wirklich leisten, hat etwas versäumt!
  3. Je mehr das klassische Telefon verdrängt wird, umso niedriger ist die Schwelle, ein reines Voice-Only Telefonat zu einer Screen Sharing Session hochzustufen. Oder anstatt einer mühsam werdender Chat-Session einfach einmal kurz auf „Call“ zu klicken und die Sache kurz auszureden.

Fazit

Collaboration Tools wie MS Teams, Zoom und andere sind viel, viel mehr als nur reine Videokonferenz-Programme. Das zeigen die hier angeführten Zahlen zum Thema Hybrid Work im Jahr 2022 ganz deutlich. Sie sind vielmehr das primäre Werkzeug für die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Damit sollten sie auch als solches behandelt werden. Wer glaubt, dass dies nur Themen für die IT-Abteilung sind, der irrt. Die Art und Weise, wie 2023 im Unternehmen kommuniziert wird, betrifft deutlich mehr Stakeholder.

Für diese ganzheitlichen Projekte stehe ich gerne auch 2023 zur Verfügung. Es wird ein herausforderndes Jahr für viele Unternehmen. Perfekte Kommunikation und optimale Kosten/Nutzen-Rechnung sind ein essenzieller Baustein für den Unternehmenserfolg. MS Teams, Zoom sind erwachsen geworden, behandeln wir sie also auch nicht mehr wie Kinderspielzeug.

Datenquelle 1: https://blog.zoom.us/how-you-used-zoom-2022/
The “2022 on Zoom” survey was conducted online by Zoom using SurveyMonkey in November 2022 among 2,800 total respondents.

Datenquelle 2: https://hbr.org/2022/12/no-remote-employees-arent-becoming-less-engaged
ein gemeinsamer Artikel von Andrew Brodsky von der University of Texas und Mike Tolliver von Vyopta, einem Anbieter von Digital Collaboration Experience Management.

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