Medientechnik in der COVID19-Krise

Ist Audio/Video wirklich schon alles, womit Medientechnik in der COVID19-Krise den Betrieb von Unternehmen unterstützen kann?

Kaum jemals zuvor wurde so viel über AV-Medientechnik gesprochen. Homeoffice, Video-Meetings oder auch Webinare. Aber ist Audio/Video wirklich schon alles, womit Medientechnik in der COVID19-Krise den Betrieb von Unternehmen unterstützen kann? Es mag Sie verehrte Leser überraschen, aber da geht noch mehr. Wir müssen nur ein wenig kreativ sein; thinking outside the box wie das die Amerikaner nennen. Nachfolgend ein paar ungewöhnliche aber absolut realistische Applikationen.

Anwendung Personenzählung

Social Distancing nennt man also das Corona-bedingte Abstand halten. Für Meetingräume bedeutet dies, dass die maximal zulässige Personenanzahl in einem Raum limitiert ist. Während diese vorher zwar nicht in Stein gemeißelt aber zumindest fix auf dem Türschild eingraviert war, ist diese Zahl nun dynamisch. Statt max. 12 Personen also nur mehr 6 oder ab morgen doch nur mehr 4? Das ist leichter gesagt als überprüft. Ohne den Willen und die Möglichkeit der Kontrolle machen Vorschriften bekanntlich aber wenig Sinn.

Dabei haben wir durchaus Möglichkeiten, mittels Medientechnik in der COVID19-Krise hier konkret zu helfen.

Lösung:

Viele moderne Videokonferenz-Systeme bieten die Möglichkeit per Videoanalyse die Anzahl der Personen im Raum zu erkennen und diese per Netzwerk an die Cloud weiterzugeben. Nichts leichter als dann noch einen Schwellwert vorzugeben und bei Überschreiten eine Alarmierung per Email oder gleich ein Support-Ticket zu generieren.
Ja, Sie haben richtig gelesen. In vielen Systemen schlummern diese Funktionen schon, sie müssen nur mehr aktiviert werden!

Nachfolgend ein paar Beispiele wie verschiedene Hersteller diese Aufgabe angehen:

(c) Zoom Rooms
(c) CISCO
(c) Huddly IQ Camera

Anwendung Luftfeuchtigkeit

Es ist absolut nichts Neues, dass die richtige Temperatur und speziell die relative Luftfeuchtigkeit einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden hat. Initiativen wie https://40to60rh.com/de/ liefern dazu umfangreiche Informationen.

Neu sind jedoch starke Indizien dafür, dass sich Corona-Viren außerhalb dieser für den Menschen als angenehm empfundenen Zonen noch viel wohler fühlen (siehe hier: https://www.annualreviews.org/doi/10.1146/annurev-virology-012420-022445).
In anderen Worten: COVID19 ist ein (wichtiger!) Grund mehr, sich um das Raumklima zu kümmern.

Viele naheliegende Ansätze, dieses Thema mit der Haustechnik zu lösen, scheitern oft an der technischen Bürokratie; frei nach dem Motto: Die Daten sind schon in irgendeinem System vorhanden, der Zugriff darauf ist aber mit vertretbarem Aufwand nicht möglich. Das ist doppelt schade, denn mit BACnet & Co stehen seit Jahrzehnten geeignete Schnittstellen bereit.
Doch auch hier kann die Medientechnik in der COVID19-Krise helfen!

Lösung:

Windows Collaboration Displays

Diese noch recht junge Gerätegattung an smarten LCD-Displays verfügt über eingebaute Sensoren zur Messung der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit! WCDs sind ab Werk cloud-connected und stellen die Daten in einer MS Azure IOT-Cloud bereit.

(c) SHARP

Videokonferenz-Systeme

Manche schon auf dem Markt befindlichen Systeme verfügen ebenfalls über eingebaute entsprechende Sensoren, welche aufgrund der aktuellen Situation nun per Software-Upgrade freigeschalten werden. Auf gut informierten Kreisen hört man, dass einer der Top-Player im Markt schon sehr bald neue Produkte auf den Markt bringen wird, welche ebenfalls über entsprechende Sensoren verfügt.

Fazit: Medientechnik in der COVID19-Krise

Habe ich Sie überrascht? Dachten Sie vor dem Lesen dieses Blogposts, dass Medientechnik in der COVID19-Krise viel, viel mehr sein kann? Mit ein bisschen gutem Willen und ein wenig Kreativität lassen sich modernen Medientechnik-Systemen viele nützliche Funktionen entlocken. Der größte Vorteil aber ist, dass Medientechnik im Jahr 2020 schon im Netzwerk ist. Es braucht also keine extra Verkabelung, keine neue Hardware in Form von Sensoren und Ähnlichem.

Natürlich gibt es auch noch zahlreiche andere Lösungsansätze und viele davon sind genauer oder liefern mehr Details. Aber warum es nicht einfach machen und nach den tiefhängenden Früchten greifen? Nutzen wir stattdessen die schon installierte Hardware aus und hauchen ihr neues, zusätzliches Leben ein. Speziell wenn die Alternative jede Menge Zusatzaufwand bedeuten würde.

Wie immer freue ich mich auf Ihre Kommentare.

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